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Forgotten Islands Tour - Indonesien

Das Wasser plätschert leise an die Bordwand, wir dösen auf unseren Liegestühlen, versuchen ein paar Zeilen zu lesen und driften dann wieder ab Richtung Tagträume...

Tage auf der Amira sind wie diese Träume: Spannende Tauchgänge, paradiesische Inseln, einsame Strände und feines Essen. Allabendlich verabschieden sich die vielseitigen Tage mit sagenhaften Sonnenuntergängen.

Nachdem wir bereits einige Tauchsafaris erleben durften, haben wir uns im indonesischen Raum nach einer neuen Herausforderung umgesehen. Komodo und Raja Ampat hatten wir bereits erforscht und was liegt da näher, als dass wir uns an ein neues Abenteuer wagen: Die Forgotten Islands Tour mit der Amira. Zugegeben, die Anreise hat es in sich. Aber ganz ehrlich, lieber eine etwas herausfordernde Reise und dafür hat man die Tauchplätze ganz für sich. Als Belohnung mussten wir unsere Tauchspots dann auch kein einziges Mal mit anderen Tauchern teilen!

Auf der Amira haben wir uns so richtig wohl gefühlt - die Platzverhältnisse sind äussert grosszügig. Die Kabinen sind komfortabel eingerichtet mit einem geräumigen Bad mit Dusche, WC, ansprechendem Interieur und auch mit genügend Stauraum für die "sieben Sachen", ohne die wir Taucher nicht leben können. Auf dem Hauptdeck wird das Frühstück, Mittag- und Abendessen unter dem grossen Sonnensegel eingenommen und wir konnten frische Luft pur geniessen. Die Briefings fanden in der grosszügigen Lounge im hinteren Bereich des Schiffes statt - geschützt von Wind und Regen aber dennoch openair. Dieser Platz ist nachts auch als sicherer Schlafplatz bei den Frischluft-Junkies äusserst beliebt.

Zwischen den Tauchgängen konnten wir uns auf den Liegestühlen des Hauptdecks, den bequemen Fat-Boys auf dem Oberdeck und auch auf dem Sonnendeck verteilen. Die Bauherren der Amira haben sich beim Bau des Schiffes viel überlegt und die Gäste an Bord können ihre Ferien so richtig geniessen. Besonders bequem ist das Taucherdeck: Es befindet sich im hinteren Bereich der Amira knapp über der Wasseroberfläche. Hier hat jeder Taucher seinen eigenen Platz mit viel Ablagefläche. Dort macht er sich parat, wäscht noch kurz die Maske im Becken aus und schnappt sich seine Kamera, bevor er dann einige Schritte weiter ganz bequem im Zodiac Platz nimmt und an die Tauchplätze gefahren wird.

Und eben diese Tauchplätze haben es in sich: Total unberührte Riffe, intakte Korallen, mit teilweise grossen Fischschwärmen und je nach Platz auch mit viel Critters. Die Strömung ist mal angenehm mild, dann wieder recht ruppig, nach unten, nach oben - eine Herausforderung, aber immer auch ein Highlight.

Ganz speziell auf diesem Trip: Bruno, Miteigentümer der Amira, musste mehrmals vor dem Tauchgang mit dem Chief im Dorf verhandeln, damit wir an «seiner» Insel tauchen durften. Nebst den unberührten Tauchplätzen haben uns besonders die Spots in Alor in den Bann gezogen: Highlight war Anemon-City, mit Anemonen soweit das Auge reicht. Und dies in einer Vielfalt und einem Farbenreichtum, den wir so noch nie gesehen haben. Dank guter Kontakte mit einer ansässigen Tauchschule sowie der guten Augen unseres Guides konnte auch die Suche nach Rhinopias auf 33 Metern erfolgreich abgeschlossen werden.

Wenn die Zeit es zuliess hat Bruno ab und zu einen kleinen Landspaziergang am Strand organisiert. Oder auf Alor entführte er uns in ein traditionelles Dorf der Abui. In einem uralten Bus ging es vorbei an Mangobäumen, Papayastauden und vielem anderen wunderschönen Grün. Schön zu sehen, dass in diesen Dörfern am Ende der Welt Christen und Muslime ganz friedlich nebeneinander leben. Im Dorf angekommen, haben uns die einst gefürchteten Kopfjäger einen Tanz vorgeführt, voller Stolz ihre Hütten gezeigt und wir konnten mittanzen, Betelnuss ausprobieren und uns in vergangene Zeiten zurückversetzen lassen.

Und dann das absolute Highlight der ganzen Reise: Komba. Nur schon die Anfahrt war einfach gigantisch: Frühmorgens tauchte im Ozean dieser Vulkan auf - von weitem war nur alle 20 Minuten die Aschewolke zu sehen und kaum waren wir näher, konnten wir dann das donnerartige Grollen hören. Und hier dann zu Fusse des Vulkans noch zu tauchen war einfach der Hammer. Besonders da die Erschütterungen bei jedem Ausbruch unter Wasser spürbar waren - das werden wir sicher nie mehr vergessen. Tagsüber machte sich der Vulkan mit dem Ausstoss der Wolke aus Asche bemerkbar und kaum wurde es Nacht, konnten wir unsere Augen kaum mehr von dem uns dargebotenen Feuerwerk losreissen. Gerne wären wir länger geblieben. Aber den Fahrplan mussten wir einhalten und schweren Herzens Komba schon bald wieder verlassen. Auf Überführungstouren wie von Saumlaki nach Maumere mussten wir dann auch einige Male auf (Nacht-) Tauchgänge verzichten, da doch einiges an Weg zurückgelegt werden musste.


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