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Steirische Tauchgeschichte - 1001 Nacht

Vor Jahren schon, wurden in der Steiermark Tauchaktivitäten geplant und ausgeführt. Vor 20 Jahren war auch der Tauchtourismus noch nicht so ausgeprägt wie heute und es war damals noch mit Abenteuer verbunden, z.B. in den Sudan zu reisen.

Bei heutigen Unternehmungen veranlasst es mich immer Vergleiche zu ziehen, wie es
früher Mal war. Man denkt gerne zurück, kann aber von Erfahrungen profitieren, die damals gemacht wurden. So hatte Johann Perwein etwas in die Wege geleitet, von dem ich gerne gesehen hätte, dass er die nachfolgenden Aktivitäten erleben durfte. 

Eine Reise wie im Märchen 1001
Nacht
Am 9.2.1992 war mein erster Tauchgang im Sudan im Wingate Riff vor Port Sudan. Dies war meine erste Reise und wurde von Hans Perwein organisiert. Sie war der Start zu folgendem Abenteuer in diesem wunderschönen und faszinierenden Land.

Bei einem Tauchgang am 22.2.1992 9h30 ging es in den Maschinenraum
der Umbria, ein Munitionsfrachter den die Italiener selbst im zweiten Weltkrieg versenkt haben. Um dieses Wrack ist ein Sperrgebiet für die Schifffahrt, denn würde es da zu einer Kollision kommen und die Munition dieses Frachters würde explodieren, entstünde eine Flutwelle, die halb Port Sudan wegschwemmen würde.

Nach dieser Reise folgten selbst organisierte Trips in den Sudan, wofür wir auch ein Visum benötigten, welches
in der Botschaft in Wien beantragt werden musste.
Das war wahrscheinlich das
Glück, denn eines Tages läutete das Telefon und ich wurde gefragt, ob ich einen Film über die Riffe um Port Sudan hätte und ob ich den Film bei einem offiziellen Empfang in Wien vorführen könnte. Ich bejahte und fiel fast um, als ich dort ankam.

Hans Hass war auch
zugegen und andere Taucher die Erfahrungen im Sudan gemacht haben. Leider habe ich davon keine Bilder, da ich ja nur mit Videokassette angereist war.  

Das war der Anfang!
Franz Trampusch war mit seinen politischen
Erfahrungen, der eigentliche Initiator für das, was dann noch zustande kam. Eine Delegation musste zusammengestellt werden, da wir Taucher in Mission Tourismus in den Sudan offiziell eingeladen wurden.
Eine ganze Woche konnten wir mit den Politikern und auch
dem Tourismusminister reden und auch fragen, warum für das filmen und fotografieren Abgaben zu tätigen sind.

Er hat mit einem Lächeln versprochen, dass wir wenigstens für
diese Woche nichts bezahlen brauchen.
Auf jeden Fall war ich überwältigt, als wir die Pyramiden von Meroe, die Tempelanlagen von Naqua und Musawarat sahen.
Das Nubische Reich, wie man es auch von der Ä
gyptischen Geschichte hörte, tauchte in der Wüste auf.
Der Anblick war überwältigend und bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht einmal, dass es im Sudan Pyramiden gibt. Sie waren etwas kleiner wie in Ägypten aber 28 in der Zahl in diesem Gelände um Meroe. Im Nationalmuseum in Khartoum gab es weitere interessante Gegenstände dieser Epoche zu sehen.
Auch jüngere Geschichte, wie der Aufstand gegen die Engländer, welche die
Kolonialmacht war im Sudan.
Die Feuerwehr in Khartoum konnte auch besichtigt werden und der Name Rosenbauer wurde auf den Gerätschaften gesichtet.
Landwirtschaft wird im Süden von Khartoum in großem Stil betrieben und wir konnten die Bewässerungsanlagen in Gezira besichtigen.

Ein Inlandsflug brachte uns nach Port Sudan, wo wir mit dem Tauchschiff Süderoog 
nach Sanganeb zu einem Tauchgang eingeladen wurden. Der war am 13.6.1996 13 Uhr - Tiefe 71m - Dauer 82 min.
Das war einer meiner schönsten Tauchgänge.

Bei den zahlreichen Tauchgängen bei den legendären Riffen um Port Sudan, wo auch Hans
Hass forschte, konnten wir überwältigende Erlebnisse im Gedächtnis speichern. 
So war da auch Jacques-Yves Cousteau, ein französischer Meeresforscher (in seinen Filmen war eine rote Wollmütze sein Markenzeichen), aktiv im Sudan. Man kann die Überreste seines Schaffens auf Shaab Rumi noch heute bewundern. Das Precontinent Projekt von 1963 war ein Langzeit Tauchversuch, wobei Taucher in einer Glocke längere Zeit unter Wasser verbrachten. Von da aus wurde die tägliche Arbeit verrichtet und Haikäfige zeugen auch davon, dass man damals noch etwas vorsichtiger war, als heute.
Heutzutage ist es "in", einem Tigerhai ein Bussi auf die Schnauze zu geben. Sehr umstritten aber es ist beinahe soweit.

Naja, auch wir lockten die Haie ohne Käfig mit einem Kanister mit Fischabfällen an
. Dabei konnten schon einige Aufnahmen gemacht werden. Wie weit so etwas in Ordnung ist, lässt sich streiten. Aber immer besser filmen und fotografieren, als diesen wunderschönen Tieren massenhaft die Rückenflossen abzuschneiden und lebendig wieder ins Meer zurück zu werfen.  

Nach all den Abenteuern im Sudan, war ein Gegenbesuch in Österreich fast Pflicht und so
organisierte Franz Trampusch einen Gegenbesuch der Botschafter in der Steiermark. Ich beteiligte mich daran und schaffte es, irgendwie die Frohnleitner Freunde, die uns eigentlich immer unterstützten, zu überzeugen, einen zweitägigen Besuch in Frohnleiten zu organisieren.
Das war alles andere als einfach und wir konnte ein Programm zusammenstellen, welches sicher interessant war.
Metallindustrie in der Obersteiermark, in Frohnleiten Papierindustrie, nach unserer Visite
bei der Feuerwehr in Khartoum, ein Besuch einer Feuerwehr in Frohnleiten.
Eine Reitervorführung im Reit Club Frohnleiten stand auf dem Programm.
Zum Abschluss noch ein Besuch in der Therme Loipersdorf.

Das war sicher eine mehrjährige Reise in eine andere Kultur und es war faszinierend,
Einblicke auch hinter die Kulissen des Tourismus zu bekommen.
Das wird nie vergessen werden und es ist es sicher wert, das in Form einer Tauchhistory in Ehren zu halten. 

Unter
www.divingsports.at Galerie gibt es eine Diaschau von diesen Aktivitäten unter
1001 Nacht.

Florian Feldgrill
 


Die Unterwasserwelt

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Sudan und der Gegenbesuch in Österreich

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