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Die Sucht nach Mee(h)r! Brothers - Daedalus - Elphinstone Safari April 2012

Die Sonne neigt sich dem Horizont zu und taucht den Hafen Ras Ghalib in ein goldenes Licht. Sanft wiegt sich das Schiff in den Wellen. Der Duft von Kaffee steigt dampfend aus meiner Tasse auf und irgendwie sind Deutschland, das Büro, das Telefon und der Computer unendlich weit weg.

Fast könnte man meinen, daß die Zeit im Herbst bei der letzten Safari stehengeblieben wäre.
Waren wir dazwischen überhaupt in Deutschland? Oder macht Tauchen doch süchtig, so dass wir schon wieder hier sind?


Nun, das zweite wird wohl der Fall sein. Eine Sucht nach Ruhe, nach Lachen mit Freunden, nach bunten Fischen, nach blauem Wasser, nach unvergeßlichen Tauchgängen - die Sucht nach Mee(h)r!
Kann man dagegen ankommen? Wahrscheinlich nicht. Wir haben es jedenfalls erst gar nicht versucht und gleich willenlos aufgegeben!

Also ist ein Schiff voller Tauchsüchtigen aus dem Hafen ausgelaufen und hat die bunte Völkermischung aus Österreich, Bayern, Schwaben, Rheinländern und Paderborner zum ersten Tauch- und Übernachtungsplatz Shaab Shuna gebracht. Da alle sehr frühzeitig an Bord waren, durften wir den Hafen noch am Ankunftsabend verlassen und in See stechen.

Der erste Tauchtag in Shaab Shuna und am Elphinstone war bzgl. der Sicht enttäuschend, aber dafür wurden wir damit entschädigt, dass nur 3 Boote an Elphinstone waren. Wann hat man das schon mal? Entsprechend gab es Fische im Überfluss und keine Blasenvorhänge, die alles verscheuchen. Ein guter Auftakt für eine schöne Reise!

Die Überfahrt zu den Brothers gestaltete sich relativ angenehm. Zumindest hatten es einige von uns schon deutlich schlimmer erlebt. Doch Seegang ist Ansichtssache. Für die einen ist es ok, die anderen sehen sehr in sich gekehrt und leicht grünlich aus.. :-)

Grünlich war dann auch das Wasser an den Brothers.
Die Sicht hatte sich auf gutes Baggerseeniveau reduziert. An sich kein Problem, aber gepaart mit ziemlich hoher Welle und kräftiger Strömung dann doch nicht mehr ganz so einfach.
Also hieß es, sich auf die Fische und Korallen zu konzentrieren und den Blick auch immer mal in "Fahrtrichtung" zu schwenken, um nicht mit Vollgas in den nächsten Korallenblock zu rauschen.

Gleich der erste Tauchgang am Big Brother bescherte uns einen Fuchshai und auch Graue wurden von der einen oder anderen Gruppe gesichtet. Einfach klasse!
Am Spätnachmittag durfte der Leuchtturm besichtigt werden und beim letzten Tauchgang war der Seegang soweit zurückgegangen, daß wir doch noch an der Numidia tauchen konnten. Ein echter Adrenalintrip, wie sich herausstellen sollte. Selten habe ich solch eine kräftige Strömung erlebt. Frei schwimmen war überhaupt nicht möglich. Nur im Innern der Laderäume waren wir vor der Strömung geschützt. An den Aufbauten jedoch hingen die Taucher wie Fähnchen im Wind. Entsprechend zügig ging es dann für den Rest des Tauchgangs am Riff entlang...
Der kleine stand seinem großen Bruder in nichts nach. Vor allem die Begegnung mit riesigen Napoleons begeisterte die Meeressüchtigen ein ums andere Mal und so verging auch der zweite Tag an den Brothers wie im Flug.

Nach nächtlicher Überfahrt hieß uns der Leuchtturm von Daedalus willkommen und hier war dann auch die Taucherwelt wieder vollkommen in Ordnung. Wenig Welle, kräftige Strömung und vor allem klares Wasser!!
Den Vater der Tasse, wie Daedalus bzw. Abu Kizan übersetzt heißt, kann man glaube ich so oft besuchen wie man will - von diesem Riff kann man gar nicht genug bekommen.

Die zwei Tauchtage hier waren geprägt von überbordendem Weichkorallenbewuchs, Begegnungen mit Hammerhaien, einem Manta und Wolken von kleinen Riffbarschen. Auch Schildkröten, Muränen, Barracudas und jede Menge andere bunte Fische waren unsere ständigen Begleiter. Besonders zu erwähnen ist ein gigantischer Schwarm Füsiliere, der sich an der Nordspitze von Daedalus aufhielt. Einfach unfaßbar, wie groß der Schwarm war und spannend war es natürlich, die Makrelen und Schnapper dort bei der Jagd zu beobachten.
Ich glaube jeder wäre noch gerne ein paar Tage hier geblieben.

Doch auch die schönste Reise geht einmal zu Ende und so hieß es irgendwann Abschied nehmen und zu versuchen im Alltag zu Hause irgendwie die Sucht zu unterdrücken. Ob das gelingt, wird sich zeigen. Wahrscheinlich sitzen wir alle nach kurzer Zeit wieder im Reisebüro und unterschreiben völlig willenlos die Buchung für die nächste Safari...

Tauchsüchtige Grüße
Robert



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