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This is Cuba

Feber 2005 war ein sehr strenger Winter und so haben wir beschlossen, dass unser nächstes Reiseziel in der Karibik liegt. Kuba hat sich angeboten und wir stellten einen Trip zusammen mit Mietauto.

18.-26.2.2005 nicht sehr lange, aber eindrucksvoll. Anschlußflug von Wien nach Frankfurt wo ich natürlich draufkam, daß mein Paß abgelaufen war. Für Kuba unmöglich damit in das Land zu kommen. Da war guter Rat teuer und die netten Leute beim Schalter verrieten mir die einzige Chance. Innerhalb von 4 Stunden das Consulat aufsuchen und einen Notpass zu beantragen. Das ist nur möglich wenn keine Vorstrafen aufliegen. So muß man sich scannen lassen, ob man nicht mal der Großmutter die Geldbörse gestohlen hat. Die großen Kaliber haben eh einen Diplomaten Pass. Gottseidank ist dies gut ausgegangen und ein weiterer Beweis, daß im alltäglichen stressigen Ablauf nicht auf alles geachtet werden kann.

So war dem Flug nach Havanna nichts mehr hinderlich. Zwölf Stunden in etwa dauerte der Flug nach Kuba und verlief reibungslos und auch interessant, da wir auch die amerikanische Küste von oben bewundern konnten. Eis im Norden, die Florida Keys im Süden. Da wurden mir erst die damaligen politischen Probleme bewusst, als ich erkannte, wie nah doch Kuba an Amerika liegt. Im Revolutionsmuseum war dann ja einiges zu sehen und zu lernen über jene Zeit, wo ja auch das bekannte Hippie Idol Che Guevara hervorgebracht wurde.

Nach der Landung verbrachten wir die Zeit bis zum Abend mit etwas Sightseeing und übernachtet wurde in einem Hotel, welches einem Museum glich. Von dieser Musik wird man in Kuba ständig begleitet Buena Vista Social Club. Das dürften die Schrammeln von Kuba sein. Am nächsten Tag wurde sogleich unser e Mietautofirma aufgesucht und mit dem Geländewagen ging es auf  der vierspurigen schön ausgebauten Autobahn 1950 like zu unserer Tauchdestination Maria La Gorda, ein angeblich etwas beleibtes Seeräuber Maskottchen. Auf der Autobahn kann man theoretisch schneller fahren, ab da bewegt sich auch die Landwirtschaft in allen zeitlichen Abstufungen bis 1957. Vorsicht ist geboten, daß man keinen Esel samt Anhängsel als Kühlerfigur tauscht.

Bevor es direkt zur Hotelanlage mit Tauchbasis Villa Maria la Gorda ging, besuchten wir auf der insgesamt 320 km langen Strecke von Havanna, eine an der Straße gelegenen Tabakplantage mit Zigarren Proberauchen. Eine Vorführung, wie man Zigarren dreht, gab es auch und ob wir nun echte oder Straßenimitationen kauften war mir egal, aber nicht unserem Profi Zigarrenraucher. Er wusste alles und kaufte trotzdem. Check in dann in Maria la Gorda und nun konnten wir unsere Tauchgänge in der glasklaren Karibik durchführen.

Tauchplätze wie, El Turquino, El Encanto, El Patio de Venesa, El Paradiso Perdido und das soganannte Aquarium um einige aufzuzählen. Die Gelegenheit auch Höhlen zu durchtauchen, ist auch gegeben. María la Gorda im äußersten Westen Kubas besitzt eines der schönsten und interessantesten Tauchreviere der Karibik. Hier finden alle, die fernab vom Massentourismus entspannen und die Natur genießen möchten, ideale Voraussetzungen.

Dieses von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärte Taucherparadies bietet eine unglaubliche Unterwasserwelt mit Schildkröten, Haien, Barrakudas, Rochen, Schwämmen und einer einmaligen Korallenwelt. Hier lässt sich sogar die beliebte schwarze Koralle bewundern. Abgesehen von dieser reichhaltigen Fauna gibt es auch noch allerlei versunkene Schätze zu entdecken: spanische Galeonen, alte Piratenschiffe, Kanonen, Anker und unzählige andere faszinierende Dinge.

Zwischen den Tauchgängen war immer die Gelegenheit die Umgebung zu erkunden, so waren noch Spuren eines kräftigen Hurricans Ivan zu sehen. Unzählige Korallenstücke, tote Fische mitten im Wald, der hinter dem Ressort begann. Ein gemauertes Haus, jetzt nur mehr ein Steinhaufen wurde 500m vesetzt. Das müssen gigantische Kräfte gewesen sein.

Die schöne Sonnenuntergangstimmung mit den Palmen am Strand, war ja schon kitschig. Am abend wurde immer Salsa getanzt und es konnten manchmal schon mehrere Mojitos werden. Vor den Tauchgängen mußten immer  alle antreten zum Blutdruck messen, ob nicht zu lange gefeiert wurde. So etwas habe ich noch nirgendwo erlebt. Es schien, daß im sozialistischen Kuba die Vollbeschäftigung groß geschrieben wird. Die Dive Guides haben auch einen richtigen Schichtwechsel Rhythmus. Mit meinen mikrigen ein bisschen über 1000 Tauchgängen damals, konnte ich mein Logbuch nicht lange offen lasse. Ein Guide hatte damals 6000 und einer prahlte mit 8000. Das müssen ja wandelnde Mineralwasserflaschen sein. Um 1500 nebenberuflich zu erreichen, das dauert und ich bin fast jedes Wochenende im Wasser. Möglich ist aber alles, bei 4 Tauchgängen pro Tag über Jahre, da kommt schon was zusammen. Aber das ist nicht der Sinn der Sache.

So endeten auch diese wunderschönen Tauchtage und auf der Fahrt wollen wir ja noch eine Nacht im wunderschönen Valle de Viñales ("Viñales-Tal") liegt in der Provinz Pinar del Río, der westlichsten Provinz Kubas. Es befindet sich etwa 30 km nördlich der Provinzhauptstadt Pinar del Río. Das Tal, dass etwa 10 km lang und 4 km breit ist, gilt als eine der schönsten Landschaften Kubas. Es liegt in der Sierra de los Órganos ("Orgelpfeifengebirge"). Es ist mit seinen umliegenden Bergen ein Nationalpark, welcher 1999 von der UNESCO mit dem Titel "Kulturlandschaft der Menschheit" ausgezeichnet wurde. Im Zentrum des Tals liegt der Ort Viñales.  Einen wunderschönen Sonnenuntergang durften wir geniessen und am nächsten Tag zurück nach Havanna, wo wir noch interessante Bauten und Einrichtungen der Geschichte Kubas bewundern konnten. Bei der Hinfahrt konnten wir die Holzkohleproduktion im Wald besichtigen. Davon gibt es viele zu sehen und es wirkt vom Ambiente her, mittelalterlich.
latina-press.com/news/83262-starke-nachfrage-nach-hochwertiger-holzkohle-aus-kuba/

Das Revolutionsmuseum (spanisch Museo de la Revolución) in Havanna ist in den Räumlichkeiten des ehemalige Präsidentenpalasts untergebracht. Das Gebäude wurde von den Architekten Carlos Maruri aus Kuba und Paul Belau (aus Belgien) im historistischen Stil errichtet und 1920 von Präsident Mario García Menocal erstbezogen. Nach der Vertreibung von Präsident Fulgencio Batista wurde es seinem heutigen Zweck gewidmet. Viele Trophäen, wie zum Beispiel von einem abgeschossenen Flugzeug. Ein LKW mit Einschußlöchern, die Deliquenten sahen wahrscheinlich das Exekutionskommando nicht, da sie darin eingesperrt waren. Glorreich wie sie in Kuba verherrlicht wird, ist glaube ich keine Revolution. Es liegt ja in der Natur, daß in solchen Situationen der Gegner vernichtet werden muß. Auch von solchen Helden wie Che Guevara. Fidel Castro und Che Guevara sind als Statue in Uniform nebeneinander im Museum in Kampfhandlung zu sehen. Eine Schulklasse war auch zu Besuch, faszinierend die Schuluniform der Kinder. Hab sie neben einem Jagdflugzeug fotografiert.

Sogar die Möglichkeit mit Hemmimgway einen zu trinken, ist in Havanna gegeben. Auf der Rückfahrt zum Hotel machten wir dann auch noch einen kurzen Fotostop an der "Floridita" Bar, wo Hemingways Ganzkörper Standbild an seinem ehemaligen Lieblingsplatz ist. Ich hab mit ihm ein Bierchen getrunken, dazu kommt man auch nicht alle Tage.

Auch das bekommt man noch mit.  Mit Glücksspiel, Alkohol und Prostitution lockte die US-Mafia in den Fünfzigern scharenweise vergnügungssüchtige Amerikaner nach Kuba. Die Casinos sind längst geschlossen, die Gangster vertrieben - noch heute aber finden sich in drei berühmten Hotels Spuren der sündigen Zeit.

So und nach all den Eindrücken vor dem Abflug noch Hummer essen und das nächste Mal weiss ich, daß ich so ein schönes Tier nicht mehr essen werde.

Kuba ist ein Land, das man jetzt noch als ganzes Museum besuchen kann, mit den Autos aus den 50er die liebevoll mit viel Improvisation am Leben erhalten werden. Wer weiss wie lange noch. Obwohl viel Armut herrscht, ist das Gesundheitssystem hervorragend. Die Menschen schienen immer glücklich, was braucht man mehr.


Liebe Grüsse

Florian

Die Unterwasserwelt von Kuba

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Land und Leute

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