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This is Ecuador - Ans Ende der Welt und zurück

Ein Bericht über meine Jubiläumsreise 20 Jahre Divingsports. Der ursprüngliche Gedanke war, einen Jugendtraum zu erfüllen und einmal den südamerikanischen Dschungel zu sehen.
Dieser ausgeprägte Wunsch wuchs aus meiner Aquaristik Zeit. Dieses Hobby wurde sehr intensiv betrieben und Zierfische dieser Region waren meine Favoriten. Sie wurden auch teilweise nachgezüchtet. Bekanntlich gibt es verschiedene Wassertypen in dieser Region und da etwas unter Wasser im Schwarzwasser zu fotografieren, bedarf Erfahrung und man kann froh sein einige Salmler in einer Pfütze zu entdecken. Jedoch liessen wir uns es nicht nehmen im Amazonaszufluss Cuyabeno zu schnorcheln. Wenn jemand fragt, was hat man da unter Wasser gesehen, kann man voller Stolz sagen, nichts, absolut nichts. Der Urwald jedoch links und rechts und das Indianer Kanu, welches uns begleitete von der Tapir Lodge aus, das waren überwältigende Eindrücke. Das Wissen, dass Piranha und eventuell eine Anakonda  im Wasser sein könnte, machte die Sache etwas spannend. Piranhas sind bei genügend Wasserstand keine Gefahr, da sie eher scheue Tiere sind. Auf jeden Fall ist das sehr weiter zu empfehlen, da man durch einen Führer auch Einblick in die Flora und Fauna dieses Gebietes bekommt und auch die Kultur der Einwohner verstehen lernt. Die zum Beispiel niemals einen Süsswasserdelphin töten würden, denn diese Tiere werden verehrt. Sie werden auch Botos genannt, und waren öfter bei Bootsausfahrten anzutreffen. Es sind höchst intelligente Tiere. Sie schimpfen wenn sie das Abgas von den Außenbordern stört.

Das im äußersten Nordosten Ekuadors gelegene "faunistische Reservat" (Reserva de Producción Faunística) von Cuyabeno wurde am 26. Juli 1979 ins Leben gerufen. Auf 600.000 ha Regenwald können neben verschiedenen Affenarten, Tapiren, Riesengürteltieren, Kaimanen, Flussdelfinen oder gefährlichen Conga-Ameisen auch ein Drittel aller Vogelarten des gesamten Amazonasbeckens angetroffen werden. Über 240 verschiedene Baumsorten wurden in dem teils von Überflutungen heimgesuchten, feucht-tropischen Wildlife-Reservat bisher erfasst. Mit Höhenlagen zwischen 180 u. 300m, betragen die jährlichen Niederschlagsmengen zwischen 3500 u. 4000mm, die Luftfeuchtigkeit beträgt mindestens 96%. Im Verlauf des Río Cuyabeno existieren 14 kleine, in Regenzeiten stark anschwellende Lagunen, die zu den Hauptanziehungspunkten des Gebietes gehören. Die Trockenzeit umfasst die Monate Dezember bis März (im Gegensatz zum Hochland). Am meisten regnet es zwischen April und Juli, beziehungsweise zwischen August und November, je nach den klimatischen Wechselbedingungen. Manchmal fällt die Trockenperiode auch sprichwörtlich ins Wasser!


Mehrere indianische Kommunen leben inner- und ausserhalb des Cuyabeno-Reservates, in erster Linie an den Ufern des Río Aguarico und Río Cuyabeno. Die Siona-Indianer siedeln vornehmlich in den "höheren Lagen", zwischen Tarapuy und Puerto Bolívar, ehemals Puerto Montúfar. Die orientalen Quichua-Indianer leben im Bereich der Mündung des Cuyabeno in den Aguarico, wie auch weiter östlich. Das ausgesprochen idyllische Dörfchen San Pablo de Kantesiya am Río Aguarico ist das Gemeindezentrum der Secoyas. Die Cofanes hingegen haben sich aufgrund der voranschreitenden Kolonialisierung im Laufe der Zeit mehr und mehr in Richtung Osten abgesetzt, und besiedeln heute die Region um Zábalo und Zancudo nahe der peruanischen Grenze. Aber auch in Dureno, gut 20 km östlich von Lago Agrio, trifft man auf die federgeschmückten Mitglieder dieses Stammes. In diesem Falle existiert die Tracht aber nur den zahlungskräftigen Touristen zuliebe.

Leute mit Campingausrüstung können zwar auf eigene Faust losziehen, viele Naturwunder des faszinierenden Tropengebietes bleiben ihnen dabei allerdings vorenthalten. Die Campingplätze sind lediglich auf ein paar Stellen im Bereich der Lagune und des Flusses Cuyabeno beschränkt. Zudem bewegen sich alle Touristengruppen auf den labyrinthartigen Flussläufen per Kanu fort. Dieses steht nur lizenzierten Agenturen zur Verfügung. Die meisten Tiere bekommt man so oder so auch nur während der Kanuausflüge zu sehen, z.B. Kaimane bei Nachtfahrten (ohne Motor), oder Affen in den Baumkronen über der Uferböschung.

Das war der erste Teil unserer dreiteiligen Südamerika Reise zusammengesetzt aus Dschungel, Galapagos und die Anden um Riobamba, die zunächst von Madrid nach Quito führte. Vom Hotel Charles Darwin aus ein Inlandsflug nach Lago Agrio, wo das Dschungelabenteuer startete. Bei diesem Flug war der 6000m hohe Cotopaxi zu sehen. Ein Vulkan mit gewaltigen Dimensionen.

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Nach diesem Abenteuer ein Inlandsflug nach Guayaquil (eigentlich Santiago de Guayaquil) welches die Hauptstadt der ecuadorianischen Provinz Guayas und sowohl grösste Stadt als auch wichtigster Hafen Ecuadors ist. Sie hat (2005) 2,15 Mio. Einwohner; im Großraum Guayaquil leben mehr als 3 Mio. Menschen. Damit ist Guayaquil deutlich größer als die Hauptstadt Quito.

Von da der Start in eine andere Welt. Galapagos bis Darwin und Wolf, das sind taucherisch andere Dimensionen. Vorher aber strenge Gepäckskontrollen, es darf nichts eingeführt werden was Samen enthält und die endemische Flora stören könnte. Schon aus der Luft kann man erkennen, dass dies eine andere Welt ist.

Gelandet auf  der Insel Baltra (Isla Baltra) ist eine kleine Insel im Galapagos Archipel von ca. 27 km² Fläche. Besucher der Galapagos Inseln landen in der Regel hier, da der Flughafen Seymour, der grösste Flughafen der Inseln, sich hier befindet. Der Flughafen wurde während des 2. Weltkrieges von den Amerikanern zum Schutz des Panamakanals gebaut. Heute dient Baltra ausser als Flughafen noch als kleine ecuadorianische Marinebasis. Die Insel liegt weniger als 1Km nördlich der Insel Santa Cruz und weist neben einigen kleinen Geschäften für Geschenke und Souvenirs keine wirklichen Touristenattraktionen auf. Wenn Sie allerdings über etwas freie (Warte) Zeit verfügen können Sie bei einem Spaziergang in Flugplatznähe einen der hiesigen Landleguane entdecken.

Eingecheckt auf unserem Tauchschiff "Deep Blue", fand der Checkdive später bei La Mosquero auf Baltra statt.

Dann ging es los, 36 Stunden nach Wolf und weiter nach Darwin, das hat sich ausgezahlt. Ich kannte vorher auch die Riffe um Port Sudan mit den Grossfischen, aber was ich dort gesehen habe, konnte mit meiner damaligen kleinen Kamera sehr schwer festgehalten werden. Einfach überwältigend, taucherisch anspruchsvoll, da zeitweise sehr starke Strömungen vorherrschend waren. Aber nur bei Strömung waren viele Grossfische wie Hammerhaie und die dort endemischen Galapagos Haie, die auch nicht klein sind, anzutreffen. Adlerrochen standen bewegungslos in der Strömung und hunderte Hammerhaie kreisten über uns. Universum denkt man sich, das muss Universum sein, nicht oben am Himmel sondern tief unten im Wasser. Das ist ja auch nicht ganz erforscht, und dies scheint man hier zu spüren.

Weiter nach Darwin Island, auch bekannt als Culpepper (Culpepper war ein Englischer Lord), ist ein erodierter Vulkan einer Vulkankette (Wolf-Darwin Zug) ausgerichtet von Nordwest nach Südwest. Die Vulkankette reicht vom nordwestlichen Teil der Galapagos Plattform bis hin zum Galapagos Spreading Center, etwa 150 km Richtung Norden.

Darwin liegt nur 165 m über dem Meeresspiegel. Die Inseln sind nur Spitzen von wesentlich größeren Vulkanen, die mehr als 1000 Meter vom Meeresgrund hinaufreichen. Dieser Vulkan ist bereits über 400.000 Jahre alt und längst erloschen.

Es gibt weiterhin mehrere kleinere Vulkane entlang des Wolf-Darwin Zuges, die die Wasseroberfläche nicht einmal erreichen. Diese Vulkane sind etwa 30.000 Jahre alt und vermutlich noch aktiv.

Der Ursprung des Wolf-Darwin Zuges bleibt rätselhaft. Eine Hypothese besagt, dass er durch das Fließen von verschiedenen Materialen vom Galapagosmantel zum Galapagos Spreading Center entstanden ist. Eine weitere Hypothese besagt, dass es eine Lücke in der Lithosphäre gibt, welche Magma zur Oberfläche aufkommen lässt.

Diese kleine Insel ist ausschließlich von Seevögeln bewohnt und auch nur selten besucht. Dennoch ist sie perfekt für Schnorchler und Taucher.

Darwin ist bekannt unter Tauchern für ihr  vielfältiges und reichliches Leben. Hier können Taucher sicher gehen, große Schwärme von Hammerhaien zu sehen, welche in den Hauptinseln von Galapagos eher selten sind. 

Ein Tauchplatz am Ende der Welt. Vor dem Bogen tauchen möglich, dahinter tödliche Brandungen. Zwei Holländer die in die falsche Richtung tauchten bekamen das zu spüren. Es war nur einem mutigen Schlauchbootfahrer zu verdanken, dass nichts schlimmeres passierte, außer verlorene Brillen und Flossen. Ich bin auch kein Freund von Briefing und höre meistens schlampig zu, aber seither weiss ich, dass dies bei gefährlichen Tauchplätzen notwendig ist.

Auf Darwin war das Erlebnis, was mich am meisten beeindruckte. Ein riesiger Walhai, der neben der Steilwand aus der Tiefe kam. Das war ein Eindruck den ich nie vergessen werde. Walhaie gibt es dort nur im August, September. Er zog gemächlich, Plankton schaufelnd, seine Runden und man hatte Mühe seinen langsamen Bewegungen mit schnellem Flossenschalgen zu folgen.

Der Abschluss Tauchgang von dem Trip in eine andere Welt war bei Cousin Rock mit eher kleinerem Getier und Bewuchs, aber nicht uninteressanter. Beim Auftauchen wartete ein neugieriger Pelikan in ein Meter Entfernung und dachte sich wohl, was will der denn hier. Das heimliche Wappentier dieser Region, die Blaufußtölpel nisten in den zahlreichen Nischen der Steilwand.


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Der Rückflug wieder nach Guayaquil, wo der dritte Teil dieser Reise begann. Mit dem Bus nach Riobamba, was in einem Becken der Anden im Tal des Flusses Chambo und in der zentralen Sierra in 2750 Metern Höhe liegt. Es ist umgeben von den schneebedeckten und zum Teil aktiven Vulkanen Chimborazo (6.310 m), El Altar (5.319 m), Carihuairazo (5.020 m), Tungurahua (5.023 m), Cubillín (4.711 m) und Sangay (5.230 m). Bis auf den Sangay sind alle von der Stadt aus zu sehen. Aufgrund seiner Lage wird Riobamba daher von Einheimischen auch als "Sultanin der Anden" apostrophiert.

Es war ein Erlebnis mit dem legendären Zug über Alausi zur Teufelsnase zu gelangen. Von den Geräuschen welche die Bremsvorgänge bei der Talfahrt verursachten, eine höchst abenteuerliche Reise. Früher fuhren regelmäßig Züge von Quito über Riobamba, Alausi nach Durán, dem Vorort von Guayaquil. Heute startet der Zug in Riobamba, fährt nach Alausi und dann weiter talwärts bis zur berühmten Teufelsnase, wobei der Zug auf kürzester Distanz einige hundert Höhenmeter überwindet. Ein Fahrzeug würde in Serpentinen runter fahren, was bei einem Zug nur beschränkt möglich ist. Also fährt es einfach ein Teilstück rückwärts runter. Der Anblick der Teufelsnase (Devils Nose) war ein würdiger Abschluss. In Qito besichtigten wir noch die Stadt und das höchst interessanten christliche Bauwerke. Dann ging es leider schon wieder nach Hause.

Ich fahre gerne weg, aber ebenso gerne wieder nach Hause um Kraft zu sammeln für neue Abenteuer.

Liebe Grüsse
Florian

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