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Eine pechschwarze Nacht voller knallbunter Farben!

Die Sonne lag in den letzten Zügen bevor sie ganz im Meer zu versinken schien. Wir waren so aufgeregt, dass wir unser Equipment bereits montiert hatten und gerade dabei waren uns in unsere Anzüge zu schwingen. Dabei dauerte es mindestens noch eine volle Stunde bis es wirklich dunkel sein sollte. Vorher machte es keinen Sinn für uns ins Wasser zu gehen.

Dann endlich war es so weit. Die Sonne war längst verschwunden und ein tiefschwarzer Abendhimmel räkelte sich uns entgegen. Bis auf die Scheinwerfer unserer Autos war es stockfinster. Es war so dunkel um uns herum, dass erst die Lichtstrahlen beim Einschalten unserer Lampen den Einstieg in unser bevorstehendes Abenteuer frei gaben.

Langsam tasteten wir uns mit unserem Gerödel über die scharfkantigen Felsen hinab zum Wasser. Am Einstieg selbst gibt es ein kleines Plateau, das wunderbar als Sitzfläche dient um sich die Flossen an zu ziehen. Noch ein kurzes OK an der Oberfläche und abwärts geht’s. Wir musst ein paar Meter schwimmen bevor wir an das herrliche Riff kamen, welches schon tagsüber eine wahre Augenweide ist. Wunderschöne Steinkorallen reihen sich aneinander, gelegentlich durchbrochen von großen Tischkorallen und überall verstreut sonnen sich Anemonen, die von Ihren Bewohnern energisch verteidigt werden.

Als wir an diesem wahren Garten Eden angekommen waren, war es endlich so weit. Wir setzten unsere Gelbfiltermasken auf, wechselten von unseren Halogen und normalen LED Strahlern auf blaues und ultraviolettes Licht. Mir viel beinahe mein Atemregler aus dem Mund, so überwältigt war ich von der Schönheit dieses Anblicks. Das ganze Riff erstrahlte in hell leuchtenden, knallbunten Neonfarben! So etwas hatten wir noch nie gesehen. Diese Farbenpracht, dieses Leuchten! Klar waren uns die Bilder und Videos von Fluoreszenz durchaus bekannt, aber was wir da sahen übertraf all unsere Erwartungen. Rot, grün, lila, gelb, blau - nicht nur Korallen und Anemonen, auch Fische, Krebse und andere Kleinstlebewesen leuchteten munter vor sich hin. Ich würde es nicht glauben, wenn ich es nicht selbst gesehen hätte.

Von Schülern werde ich oft gefragt, wo denn der schönste Tauchplatz sei. Bisher habe ich diese Frage immer damit beantwortet, dass es nicht DEN schönsten Tauchplatz gibt und jedes Gewässer und jeder Spot seine eigenen Reize hat. Auch dieser Fluotauchgang ist natürlich nicht auf einen Tauchplatz beschränkt. Dennoch ist diese Art des Tauchens eine so Reizvolle, dass ich das Projekt Fluodive ins Leben gerufen habe um auch der großen Tauchergemeinde eine Plattform zu bieten, sich über Fluoreszenz und ihre Eigenschaften informieren zu können.

Schaut Euch die Bilder an und ihr werdet sehen was ein winzig kleines Protein mit dem Namen GFP ("grün fluoreszierendes
Protein") im Stande ist zu vollbringen.


In diesem Sinne

Mit fluoreszierenden Grüßen,

Paul


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