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Ein schöner Sonntag in Austria

Wie es so sein soll, muß man für alle Leidenschaften Opfer bringen und so wird jede mögliche Zeit genutzt, zu üben, zu  perfektionieren. Sei es bei Musik und hauptsächlich unter Wasser.

Ich kann versichern, daß es nach 24 Jahren und 1502 Tauchgängen  noch genug gibt, neues kennen zu lernen.

Um den Treibhauseffekt genüge zu tun, wird nur mehr bei weichem Eis getaucht und wenn man die Orientierung verlieren sollte, ist das auftauchen jederzeit mit etwas Kopfweh machbar.

So geschehen heute am 22.1.2012 in Österreich, genau Obersteiermark. Da gibt es den schon aus dem Sylvestertauchen bekannten Bade und Fischereisee oder Teich.

Im Normalfall sind Fische zu sehen, nur im Winter läuft alles auf Sparflamme und siehe da, in der Schatzkiste überwintern einige Flußbarsche. Es ist angebracht, die Tiere nicht zu sehr zu stören, da der Stoffwechsel auf Sparflamme ist.

Fische halten zwar keinen Winterschlaf, denn dann müssten sie ja ersticken, wenn sie kein frisches Wasser durch leichtes Schwimmen in ihre Kiemen befördern könnten. Aber-aufgrund der kalten Temperaturen und des daraus resultierenden Futtermangels (Insekten gibts halt nicht im Winter), fahren sie, was ihren Stoffwechsel betrifft, auf der absolut niedrigsten Stufe. Darum müssen sie sich vorher auch einen ordentlichen Vorrat anfuttern, denn die lebenswichtigen Funktionen werden ja weiterhin benötigt. Man könnte sagen, sie liegen am Grund - denn da ist es am wärmsten! - in leichter Trance.

Raubfische sind eine Ausnahme, aber die Kälte beeinflußt auch ihren Stoffwechsel und so aktiv wie in der wärmeren Jahreszeit sind auch sie nicht.

Für mich ist es immer wieder faszinierend zu allen Jahreszeiten zu tauchen, um Vergleiche zu ziehen und als gestandener Aquarianer hab ich mir viele Einblicke in biologische Zusammenhänge angeeignet. Zusammenhänge über Wasserwerte und für die Zucht ist es ja wichtig,  über den osmotischen Druck bescheid zu wissen. Die Härte des Wassers , Ph Wert, Leitfähigkeit,  alles Faktoren die entscheident  für das Leben im Wasser sind.

Im Zeitraum meiner Unterwassertätigkeit  konnte ich schon Veränderungen feststellen. Klares Wasser ist schon selten. Exoten, wie der Sonnenbarsch verbreiten sich, schöne Tiere aber sie passen nicht in unser Öko System, da sie arge Laichräuber sind. 

Korallenbleiche konnte ich 1994 schon im Sudan beobachten. Das Wasser war ungewöhnlich warm, hat uns Gerorg Jungbauer vom Tauchschiff Suherr damals berichtet. Er war ja mehrere Jahre da unten. Die Haie waren etwas agressiver, da wir sie zu Film und Foto mit Fischabfällen lockten, konnten wir das feststellen.

Aber haupsächlich tauchen wir ja im mitteleuropäischen Raum, sowie in der Adria und wir wollen hoffen, daß uns noch Zeit für viele schöne Tauchgänge bleibt. Der Schnee 2012 lässt auch hoffen, daß unser Grüner See wieder voll wird, zwischen Mai und Juni. Ein Juwel unserer Alpenländischen Seen.

Liebe Grüsse

Florian

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