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Kandooma, Malediven - Tauchen und Entspannen vom Feinsten

Im Süd-Male Atoll gelegen, erreichen wir Kandooma nach kurzweiligen 45 Bootsminuten im komfortablen Speedboot. Die Reise führt uns an einigen Inseln vorbei, welche die Vorfreude auf die kommende Zeit nochmals so richtig anregen.

Angekommen führt einer meiner ersten Wege auf die Tauchbasis, wo ich sogleich das Wesen der Euro-Divers kennenlernen durfte. Obwohl gerade mal einen knappen Monat nicht unter Wasser, hat man mir einen Checkdive empfohlen. Ich lehne das in solchen Fällen nie ab, sagt ein Check Dive doch auch einiges über die Basis und die Instruktoren aus. Und schon war ich das erste Mal positiv beeindruckt. Sicherheit geht Euro-Divers über alles. Es sind ausschliesslich Instruktoren, welche mit den Gästen in die Tiefe geschickt werden.


Wir tauchen ab: Loosfushi Canyon ist unser erstes Ziel. Das begeisterte Briefing von Pedro noch in den Ohren tauchten wir ab. Schon bald begegnet uns der erste Weissspitzen-Riffhai. Er sollte bei weitem nicht der einzige bleiben. Am Corner stehen wie bestellt die orientalischen Süsslippen in der Strömung. Strömung ist etwas, was uns die ganze Zeit begleiten wird. Und mit der Strömung die Grossfische.

Kandooma liegt and der Ostseite des Süd-Male Atolls. In nächster Umgebung führen diverse Kanäle vom offenen Indischen Ozean ins Innere des Atolls. Dementsprechend geht die Strömung: mal nach innen, mal nach aussen, wo sie sich mit der Strömung an der Aussenseite des Atolls verbindet. Riffhaken sind ein Muss für ins Reisegepäck. Die interessantesten Orte sind die Ausgänge der Kanäle. Kandooma Corner, Cocoa Corner Loosfushi Corner, Guraidhoo Corner sind die Orte des prallen Lebens. Und natürlich das berühmte Thila, das Kandooma Thila. Ein Thila in mitten eines Kanales, wo die Strömung richtig pfeift.

Kandooma Thila: Ein fantastischer, aber nicht einfacher Tauchplatz aufgrund der Strömungsverhältnisse. Das professionelle Briefing beinhaltet nicht nur die Topographie des Thilas und die zu erwartenden Tiere, sondern auch einige Tips, wie man sich in der Strömung vorteilhaft verhalten soll. Der Einstieg wird mit negativer Tarierung durchgeführt und man lässt sich gleich auf 16m Tiefe zur Spitze des Thilas sinken, wo sich ein kurzes Verweilen lohnt. Regelmässig ziehen Gruppen von Adlerrochen hier vorbei. Der Kante entlang geht weiter zum Ende des Thilas. Je nach Strömung ist man dort in 20 Minuten oder in 2-3. Dort befindet sich ein super Aussichtspunkt auf 30m Tiefe, von wo aus man den Kanal überblicken kann. Dort schwimmen sie vorbei: Die Haie, zum Teil in Massen. Eine Haifisch-Putzerstation liegt ganz in der Nähe. Das Thila gehört mit zu den besten Tauchplätzen der Welt. Dazu tragen auch die grossen Barracudaschwärme, die Thunfische, Schildkröten und Schwärme verschiedenster Riffische bei.

Nach solchen Tauchgängen ist Erholung angesagt. Die Insel mit dem Holiday Inn Resort lädt gerade dazu ein. Traumhafte Strände, ein super schöner Infinity Pool, feine Restaurants, ein schöner Aussichtsturm an der Ostseite und der Spa warten darauf, entdeckt und genossen zu werden. Das Holiday Inn und die Euro-Divers sind auf dieser Insel ein perfektes Paar. Ihr Fokus auf die Qualität und Sicherheit bilden eine durchgängige Einheit. Die Gäste, übrigens sehr gut durchmischt was Nationalitäten und Familienstatus angeht, fühlen sich auf Kandooma richtig wohl.

Wir gehen ins Innere des Atolls. Viele kleinere und grössere Giris (Riffdach direkt unter der Wasseroberfläche) und Thilas befinden sich dort. Das Tauchen wird komplett anders und ist nun auch für Einsteiger geeignet. Die Euro-Divers führen regelmässig Tauchkurse unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades durch. Ich durfte eine Discover Scuba Diving Lektion mitverfolgen und war begeistert von der professionellen Art des Instruktors, der die Qualität der Ausbildung gekonnt mit Tauchspass verband. Die Euro-Divers verstehen es, in einer feinen, diplomatischen Art die Tauchfähigkeiten der vielen ungeübten Gäste ausserhalb jeglicher Lektionen zu verbessern: Gewichte zu optimieren, üben zu tarieren etc. Damit verschaffen sie den Gästen mehr Tauchspass und schützen Taucher und Riff vor ungewollten Zusammenstössen und Beschädigungen. So eine umfassende Betreuung der Taucher habe ich selten gesehen.

Doch nun zum Tauchen im Innern des Atolls. Wir finden da unberührte Riffdächer mit intakten Plattenkorallen und Millionen von Riffbarschen, Anemonen mit den Anemonenfischen, Juwelenbarsche, all den farbenprächtigen Maledivenfischen und Schildkröten. Und wir finden den Manta Point unweit von Kandooma Island. Ein mittelgrosser Riffblock umgeben von Sandboden zieht die Mantas an. Wir haben Glück und sehen ein gewaltiges Schauspiel. 5 Mantas umkreisen immer wieder den Block und begutachten neugierig die ihn umgebenden Taucher. 20 Minuten lang zeigten sich die Mantas, ehe sie wieder davonschwebten. Nachttauchgänge zeigen für mich etwas vom spannendsten, was die Natur zu bieten hat. Unser Nachttauchplatz heisst Vaggiri. Schlafende Fische, jagende Muränen, Krebse, Garnelen und einen Überhang voller Kelchkorallen, welche in der Nacht ihre gelben Tentakel ausfahren, machten diesen Tauchgang zum unvergesslichen Erlebnis. Zum Abschluss des Tauchganges löschten wir unsere Lampen und erfreuten uns am Spektakel des fluoreszierenden Planktons.


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Das Essen auf Kandooma? Zu Mittag gibt es ein Menu im Restaurant oder aber beim Pool leckere Salate, Sandwich und Pizzas. Es liegen Bestellscheine auf, auf denen man seine Lieblingszutaten ankreuzt und so individuell seinen Salat/Sandwich/Pizza zusammenstellt. Am Abend gibt es Buffet. Ein Buffet von wirklich feiner Qualität. Dann und wann gibt es Themenabende. Der maledivische Abend und der Fischmarkt. Ohne Aufpreis werden dort fantastische einheimische Gerichte aufgetischt oder aber frischen Fisch, nach Gästewunsch zusammengestellt, vor unseren Augen zubereitet. Diese beiden Themenabende werden begleitet von einheimischen Musikern. Bodu Beru trommeln und tanzen am Meledivischen Abend und "The Silhouettes" bereichern den Fischmarktabend mit satten Rock und Pop. Ein gewaltiges Plus der Band sind die Stimmen. Songs von Freddy Mercury, Pink Floyd oder Adelek kommen perfekt rüber. So eine gute local Band habe ich in einem Resort noch nie gehört.

Wer es ganz gehoben, möchte geht an die Ostseite der Insel essen. Im "The Kitchen" gibt es à la carte kulinarische Genüsse vom Feinsten. Ein reichlich sortierter Weinkeller lässt keinen Wunsch aus. Man sitzt in der ersten Reihe in einem schön gestylten Restaurant mit offener Front direkt am Strand, wenige Meter vom Meer entfernt. Am Strand tummeln sich die Krabben und schaufeln ihre Höhlen. Gedimmtes Licht, Kerzen und Lounge Musik ergänzen die stimmungsvolle Atmosphäre zu der das mit eingespritzem Trüffelöl rosa gebratene Lamm ein Hochgenuss wird.

Das Team der Euro-Divers haben unterdessen einen Ausflug der besonderen Art vorbereitet. Statt mit dem traditionellen Dhoni, welches übrigens sehr geräumig ist, trotz dass es meist nur ein paar Minuten Bootsfahrt braucht, um die Tauchplätze rund um Kandooma anzufahren, geht es mit dem Speedboot los. Ziel ist das Wrack der Victory gleich neben der Start- und Landebahn des Flughafens in Male. Das mit Gütern für die Hotellerie beladene, 60m lange Schiff sank 1981 und liegt nun auf einer Tiefe von 35m, die Mastspitze auf 16m ragend. Wir erkunden die Brücke und die Laderäume. Beilbauchfische, Muränen, einen Schwarm Halfterfische, Schwarzfleck Kugelfische, Soldatenfische, ein Schwarm Neon-Füsiliere und viele Arten mehr bewohnen den Lebensraum in und um das Wrack. Da das Schiff in einem Kanal liegt, ist meist reichich Strömung vorhanden. Victory Dives sind geeignet für Fortgeschrittene.

Die Bungalows des Holiday Inn sind hell und geräumig, Die Beach-View Bungalows sind zweistöckig. Unten hat es offener Platz, um im Schatten zu verweilen, oben wird gewohnt. Die Wasser Bungalows sind noch geräumiger und haben einen zusätzlichen Sofabereich im Zimmer und eine Badewanne mit Meerblick. Für Budgetbewusste gibt's die Garden View Bungalows.

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Im Sommer ist Kandooma ein Surfer Paradies. Getaucht werden kann ganzjährig, wobei die beste Saison für Sicht und Haie in unserem Winter (November bis April) und für Mantas und Mobulas von Mai bis November (Beste Zeit August/September) liegt.

Zum Abschluss der Reise gab's ein wirklich praktisches Extra. Die Euro-Divers loggen die Dives individuell und geben dem Taucher die Liste (inkl. Ort, Datum, Tiefe, Zeit, Druck, um.) mit einer Karte des Tauchgebietes ab.

Liebe Grüsse

Henry