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Der Lechausee - Ein Süßwassertraum

Es verspricht ein perfekter Tag zu werden. Vorwitzig blinzeln die ersten Sonnenstrahlen über den Horizont und tauchen die gesamte Landschaft in ein warmes Licht. 

Vor uns liegt der Lechausee im Morgenlicht. 
 

Eingerahmt von den Lechtaler Alpen und von riesigen Mengen blühender Erika. Die Berge sind noch zur Hälfte mit Schnee überzuckert. Die ganze Szene wirkt irgendwie fast kitschig - wie auf einer Postkarte.
 

Das faszinierendste ist aber der Umstand, wie wir dieses Frühlingspanorama genießen dürfen - ALLEINE!
 

Wir sind weit und breit die einzigen Taucher am See. Unglaublich, aber wahr! Jeden Moment rechneten wir damit, dass ähnlich wie an Blind- und Plansee gleich die Horden der anderen Taucher einfallen werden, aber wir sollten den ganzen Tag alleine an "unserem" See bleiben.
 

Aromatisch dampft dann der Kaffee im Becher und schmeckt in der würzigen Luft und bei diesem traumhaften Blick auf den See natürlich doppelt gut. Dazu gibt es herzhaftes und süßes. Es ist alles da, was das Taucherherz begehrt.
 Nach dem Frühstück wurde die Ausrüstung zügig zusammengebaut, schließlich juckt es einen echten Süßwassertaucher beim Anblick dieses Sees gewaltig in den Flossen. 

Der erste Blick unter die Wasseroberfläche zaubert ein Lächeln auf unsere Gesichter und die Augen strahlen hinter den Masken, gleich den Sonnenstrahlen, die über den Seegrund tanzen.
 Die Sichtweite beträgt um die 30m oder mehr. Schwer zu schätzen und auch schwer zu toppen. Der berühmte Samaranger See ist auch nicht klarer, was jedem Süßwasserkenner Aussage genug sein dürfte. 

Sanft gleiten wir am Ufer entlang. Der See ist kaum bewachsen und Fische sind auch nicht viele darin. Dafür werden wir von großen Krötenkolonien überrascht. Mutig stürzen sich bei unserer Annährung die Männchen auf den vermeintlichen Nebenbuhler im Spiegelbild des Domeports um ihn zu vertreiben.
 Das schönste an diesem Tauchgang ist aber definitiv die Ruhe, die dieser See ausstrahlt. Sanft geschwungen ist der Boden. Mal mit niedrigen Pflanzen bewachsen, mal aus hellem, fast weißem Sand. An vielen Stellen kommt man sich vor wie in einer der Buchten Ägyptens. Kaum würde man sich wundern, wenn in der nächsten Senke plötzlich ein Dugong auftauchen würde. Nur die bunten Fische fehlen, aber das tut der Freude über dieses Süßwasserjuwel überhaupt keinen Abbruch. 
Schwerelos, entspannt und glücklich schweben wir dahin, genießen jeden Augenblick und merken fast nicht, wie die Kälte ganz langsam in den Anzug schlüpft. 

Nach dem Tauchgang wärmt uns die Sonne jedoch schnell wieder auf und schon während der Kaffee dampfend in die Becher läuft, schielt der eine oder andere zur zweiten Tauchflasche - 1 Tauchgang ist hier einfach nicht genug. Wir gönnen uns noch eine zweite Runde Süßwassertraum!
 

Beste Grüsse
Robert


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