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Lembeh Strait und West-Papua

Anreise mit der Deutschen Bahn von Köln nach Frankfurt. Es war mal wieder ein Traum. Sitzplätze waren reserviert, nur war der Wagen in dem unsere Sitzplätze hätten sein sollen, nicht vorhanden. Angekommen in Frankfurt schnell zum Schalterder Singapore Airlines. An den Schaltern einen gut gelaunten Herrn und eine, offensichtlich äußerst mies gelaunte, Dame. Mhmm, wir haben 6 kg zu viel an Gepäck, von meinem Fotorucksack (23 kg) will ich mal gar nicht reden! Leider, für uns im nach hinein zum Glück, beginnt die Dame eine riesen Diskussion mit einem Burmesen über sein Handgepäck. Der gute hat 3 Teile, obwohl nur 2 erlaubt sind, die insgesamt 10kg wiegen! Kopfschütteln von meiner Seite für diesen Aufstand, auch wenn es den Regularien entspricht. Ich sehe mich in Gedanken mein ganzes Fotozeugeinchecken und eine horrende Summe Übergepäck zahlen. Doch dann bittet uns der gut gelaunte Herr an seinen Schalter. Als ich dann noch sehe, dass er eine Citizen-Taucheruhr trägt, verwickele ich ihn sofort in ein nettes Gespräch und weder Übergepäck noch der große Fotorucksack werden thematisiert.

Die erste Hürde ist geschafft, jetzt müssenwir nur noch die nächste Zeit in dem grottigen Lufthansa Terminal überstehen undes kann losgehen.Per Boing 747 geht es nach Singapore. Die Flugbegleiter sind überaus nett und zuvorkommend und wissen ebenso wie der restliche Komfort an Bord zu überzeugen. Dank einer Schlaftablette sind die 11 Stunden bis Singapore kein großes Problem. Changi macht seinem Ruf alle Ehre. Der Flughafen ist ein Traum. Von einer Backpackerin, die wir später kennenlernen sollten, wurde der Begriff des einzigen riesen Hotels mit Flug Anschluss geprägt. Und sie hat völlig recht. Da wir nur ca. 1,5 Stunden Zeit für denTransfer haben, reicht es auf dem Hinweg allerdings nur für einen Frappucino von Starbucks. Weiter nach Manado (Flugzeit ca. 3,5 Stunden): Auch der Flug mit Silk Air ist sehr kurzweilig. In Manado werden wir von Rob Sinke, dem Besitzer der Divers Lodge Lembeh, in Empfang genommen und mittels geräumigen Jeep in ca. 1,5 Stunden nach Bitung, der Hafenstadt in der Lembeh-Strait, gebracht. Auffallend ist wie Sauber Bitung ist.Man glaubt es kaum, dass man in einerasiatischen Hafenstadt ist. Noch ein kurzer Bootstransfer und wir sind am ersten Ziel unserer Reise.
Die Divers Lodge ist ein kleines Resort mit nur 6 Zimmern. Alles ist Basic, aber man ist ja zum tauchen da. Überzeugend ist der tolle Ausblick, die schöne Freiluft Lounge, der familiäre Charakter und das grandiose Essen. Vollpension ist obligatorisch und ebenso wie Softdrinks und Wasser im Übernachtungspreis inkludiert. Ein Bintang, ein sehr gutes Bier, kostet in der 0,675 l Sparflasche 1,50. Nitrox kostet  2,50 / Tank und ist zwingendanzuraten, da man in der Regel 3-4 x am Tag taucht und die Grundzeit sonst sehrkurz werden kann.

Tauchbetrieb:
Wir hatten das Non-Limit-Paket gebucht. Dieses beinhaltet ein eigenes Boot und einen eigenen Guide. Man bestimmt selbst wann,
wo und wie lange getaucht wird. Ein riesiger Luxus wie wir finden.
Zu unserem Glück bekommen wir doch Andris als Guide. Andris ist der erfahrenste Guide und wird immer wieder empfohlen. Außerdem
wurde er, genau wie die gesamte Divers Lodge von einer National Geographic Produktion gebucht. In meinen Augen eine ziemliche Ehre und man sieht was für einen hervorragenden Ruf die DLL und Andris haben.

Vor dem ersten Tauchgang haben wir Andris gesagt was wir sehen wollen und er hat fast jeden Wunsch erfüllt. 3 verschiedene Pygmy Seahorses, Halimeda Ghostpipefish, Pygmy Pipe Dragon (dieses Tier wurde erst vor ca. 3 Jahren entdeckt), Hairy Frogfish, Mimic octopus usw.
Man verbringt den ganzen Tag auf dem Boot und nimmt auch dort seine Mahlzeiten ein.
Fazit Lembeh: In 5 Tauchtagen haben wir 18 TG gemacht.
Lembeh ist ein Traum für Macro Liebhaber und Fotografen und Videographen. Die Kreaturen die man dort zu sehen bekommt sind unglaublich. Spötter würden wohl eher Baggerseetauchen mit tropischen Temperaturen sagen. Für Malediven bzw. Agypten "verwöhnte" Taucher mit keinem Interesse an Crittern, stellt Lembeh wohl den Horror Urlaub schlechthin dar!


Weiterreise von Manado via Makassar nach Sorong:
Der Flug mit Lion Air von Manado nach Makassar war erstaunlich gut. Es gab nichts zu beanstanden. Wir hatten nur ca. 30 Minuten Zeit, um nach der Landung unser Gepäck zu bekommen und wieder einzuchecken. Eine ziemliche Hetezrei, es hat aber geklappt.
Der Flug mit Merpati von Makassar nach Sorong war der Horror. Ich habe gedacht ich steige in die Lufthansa Maschine Landshut (Entführung nach Mogadischu) ein. Solche Triebwerke habe ich zuletzt in alten 70er Jahre Filmen gesehen. Von der Inneneinrichtung fange ich erst gar nicht an.
Letztendlich war ich froh, als wir gelandet sind. Beim zügigen ausrollen/bremsen auf der Landebahn in Sorong gucke ich aus dem Fenster und traue meinen Augen nicht.
Da läuft keine 30 Meter entfernt eine Familie mit Ihrer Kuh. Es gibt keinerlei Zäune und wie man später feststellen konnte, wird die Landebahn auch mal als
großer Bürgersteig genutzt!
In Sorong, die bisher hässlichste und
schmutzigste Stadt Asiens die wir kennen lernen durften, wurden wir in unser Übergangshotel gebracht, da die Transfers nach Kri nur Sonntags gehen.

Soweit alles gut, bis auf das Erdbeben der Stärke 7,3 - 7,6 das wir in der Nacht erleben durften. Das war echt heftig.
Alle Hotelgäste oHotel standen nachts um 1 Uhr vor dem Hotel und waren ziemlich irritiert bzw. geschockt!
Am nächsten morgen dann der 2 stündige Bootstransfer nach Kri. Wenn man den Dunstkreis von Sorong verlässt, ist es einfach nur noch schön. Die Natur ist der Hammer. Als Zugabe hatten wir eine Schule von geschätzten 70 Delphinen am Boot. Herrlich. Als wir uns Kri näherten, glaubten wir im Paradies zu sein. Die Schönheit ist kaum in Worte zu kleiden. Das Kri Eco Resort ist ein sehr, sehr einfaches Resort. Man teilt sich mit einem anderen Bungalow Toilette und Mandi (indonesisches Schöpfbad mit kalten Wasser; nach einem Nacht-TG gibt es warmes Wasser). Alles ist fast schon klinisch sauber und unheimlich liebevoll gestaltet. Auch hier ist das essen hervorragend
(Vollpension, traditionelle indonesische Küche), der Staff unglaublich nett und die Nebenkosten recht gering (Softdrinks 1,50, Bier 0,33l 2,50), Trinkwasser ist kostenlos.

Max Ammer der Besitzer des Kri Eco Resort, hat ein Ultraleichtflugzeug mit dem er den Marine-Park überwacht. Gelegentlich
nimmt er auch Gäste mit. Ich habe einen solchen Flug mitgemacht und es war ein absoluter Traum.
Auf Grund der Religion von Max wird Samstags nicht gearbeitet. Es kann aber ein Birdwatching Ausflug gemacht werden.
Wir haben ein "geheimen" privaten Ausflug zu einem Wasserfall mitten im Dschungel gemacht. Die Erfahrung war traumhaft und war eines der Highlights des Urlaubs.


Tauchbetrieb:
Man wird einem festen Boot zugeteilt, auf demsich max. 6 Taucher befinden. Meist hat man 2 Guides an Bord, die manchmal noch von einem Trainee unterstützt werden. Das Gewusel war nach der Erfahrung in Lembeh anfangs doch ungewohnt.
Die Guides sind nur Führer, weder Divemaster noch Instructoren.
Dies wird beim Tauchbriefing zu Beginn auch mehr als deutlich gesagt.
Es gibt drei Bootstauchgänge am Tag und Nachttauchgänge nach Wunsch.
Das Hausriff kann von 7.00 Uhr bis 21.00 Uhr ohne Guide betaucht werden. Hierzu ist es allerdings mehr als ratsam die Gezeitentabelle zu beachten. Denn Raja Ampat ist starke Strömung bzw. kann starke Strömung bedeuten. Bisher habe ich gedacht, dass ich starke Strömungen von den Malediven kennen würde, aber Raja Ampat setzt dem noch mal das doppelte drauf.
Getaucht wird an den Strömungsexponierten Stellen nur mit Riffhaken an einer ca. 2 m langen Schnur.
Anders hat man keine Chance den Tauchgang länger als 10 Minuten zu gestalten.

Die Artenvielfalt und Masse an Fisch ist atemberaubend. Ebenso die Korallen. Die Mantas sind riesig und die Pygmy Seahorses noch häufiger und kleiner als in Lembeh. Teilweise hatten wir 4 Pygmys in einer kleinen Gorgonie.
Ein Highlight ist die Passage. Ein max 20 Meter breiter Strömungskanal, der mitten durch den Urwald führt. Hier pressen sich die Gezeiten mit ca. 10-12 Konten (Aussage der Basisileitung) durch. Als wir dort angekommen sind, war ich echt am überlegen, ob ich da rein gehen soll.
Der Anblick der Strudel hat mir schon einen gehörigen Respekt eingeflösst.
Es hat sich aber gelohnt, denn in den Buchten hat man null Strömung.
Wenn man diese allerdings verlässt, geht es ab wie die Feuerwehr.
Das Tauchprofil sah wie eine heftige Achterbahn aus.
Da man sich allerdings auf max. 10 Meter Tiefe aufhält, spielt das keine allzu große Rolle.

Fazit Kri: Auch wenn wir Mittelohr- bzw. Außenohrentzündungsbedingt
beide fast eine Woche nicht tauchen konnten, haben wir auf Kri das Paradies kennen lernen dürfen.
In den verbliebenen 7 Tauchtagen haben wir 24 bzw. 22 Tg gemacht.
Selbst Judith fand alles schöner als auf den Malediven und das will etwas heißen.
Die Papuas sind die mit weitem Abstand herzlichsten Menschen die wir kennen lernen durften.
Ihr herzliches Lachen hätten wir gerne als Klingelton. Der Abend auf
dem Steg, als wir uns zu den Guides gesetzt haben und, unter dem herrlichen Sternenhimmel, Ihren Liedern über die Schönheit Ihres Landes gelauscht haben, werden wir wohl nie vergessen. Ebenso die herzliche Verabschiedung am Tag der Abreise.
Wo stehen schon 20 Angestellte am Steg und winken, bis das Boot nicht mehr zu sehen ist. Da sind selbst mir die Tränen gekommen.
Wir sind aus tiefstem Herzen dankbar, das wir diesen Traum erleben durften.


Tacheles Kri / Raja Ampat:
Raja Ampat ist auf Grund der Strömungsbedingungen mit absoluter Sicherheit kein Anfängergebiet.
Es waren "Anfänger" mit gerade 100 TG im Resort, die absolut keinen Spaß hatten, da Ihnen die Strömungen zu heftig waren. Darunter haben die anderen 4 Taucher des Bootes gelitten, da keine besonders Strömungsexponierten (und damit die Highlights) Tauchplätze angefahren wurden, bzw. nur zu Zeiten wo kaum Strömung herrschte.


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