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Malta 2012 - Wracks ohne Ende

Ausgerüstet mit einem Mietwagen, genug 12l Flaschen im Kofferraum und dem Wissen, dass der Straßenzustand teilweise für ein Auto ein Problem werden kann ging es im Zeitraum vom 13. bis 20. Mai 2012 nach Malta... Das Ziel der ganzen Reise war es die Wracks, welche von der Küste zu erreichen sind zu betauchen...

Dementsprechend ging es am 13. nach Valetta - spät am Abend landeten wir dort und nach einer 40 minütigen Fahrt ging es dann nach Mellieha, von wo aus unsere Touren starteten. Jedoch machten wir bereits in Wien Bekanntschaft mit unserer Tauchbasis - die Eltern von den Besitzern der Seashell Divecove in Mellieha waren ebenfalls am gleichen Flug...

Am 14. Mai ging es dann zur Tauchbasis - innerhalb kürzester Zeit waren wir mit Mietwagen und Flaschen wie vereinbart ausgerüstet. Die komplette Organisation der Seashell Divecove war wirklich vorbildlich!

Man muss auch noch betonen, dass eine derartige Variante des Tauchens in Malta doch nicht unanstrengend ist (vor allem im Vergleich zum Tauchen von Boot aus) und vor allem zu dieser Jahreszeit auch das Wetter in der Planung berücksichtigt werden muss. Zu dieser Zeit weißt das Mittelmeer teilweise erhebliche Brandungen auf, welche den Ausstieg ziemlich aufregend bis unmöglich machen aufgrund der Felsküste - es kommt hier mehrmals vor, dass einen das Meer richtig "rausspült".

Und somit konnte die Woche tauchen schon starten! Der erste Tauchplatz führte uns dabei mit dem Auto auf der "falschen Straßenseite" quer über die gesamte Insel zu einem der bekanntesten Wracks von Malta - der Um el-Faroud. Dies führte auch gleich zur Erkenntnis, das auch 26km sehr weit sein können (Fahrtzeit ca. 50min für eine deratige Strecke). Die Fahrweise der Einwohner möchte man ebenfalls nicht unbedingt als defensiv bezeichnen bzw. Verkehrsregeln sind hier eigentlich irgendwie nur nebensächlich...

Jedoch ist ein jeder Tauchplatz so eine Fahrtstrecke wert! Zusätzlich gibt es auch keine bessere Möglichkeit die Insel wirklich im Detail zu besichtigen...

Den Tauchplatz der Um-el Faroud erreicht ging es natürlich gleich ab ins Wasser und in Richtung Wrack - am Weg zum Wrack etwas abseits vom Riff gibt es auf ca. 25m noch einen Taucherhelm aus Beton zu besichtigen (warum auch immer dieser genau dort versenkt wurde...).  Die Um-el Faroud erreicht man nach ca. 10 min Tauchzeit und diese ist einfach überwältigend... Der 10.000 Tonnen Tanker erlitt während Wartungsarbeiten in Malta erheblichen Schaden aufgrund einer Gasexplosion. Mehrere Arbeiter verunglückten dabei leider tödlich - eine Gedenkstafel mit den Namen der Arbeiter befindet sich am Wrack. 3 Jahre (1998) nach der Gasexplosion wurde schließlich entschieden das Schiff als künstliches Riff zu versenken.

Der nächste Tag ermöglichte uns am Vormittag den Einstieg zu den Wracks der P29 Patrol Boat und dem Tugboat Rozi bei mässiger Brandung (am Vortag wäre dieser Platz unmöglich gewesen - auch die folgenden Tage zeigten dann dort die gleichen Probleme). Der Tauchplatz selbst präsentiert sich mit einem tollen Riff und nicht wirklich langer Tauchzeit zu den jeweiligen Wracks (jedoch 2 Tauchgänge notwendig, da die Wracks in verschiedene Richtungen liegen). Auch beeindruckend war die Anzahl der Quallen, welche sich beim Ausstieg aufhielten.

Die P29 war ein ehemaliger Minensucher der ostdeutschen Armee (damaliger Name: Boltenhagen) und wurde 2007 in der Nähe von Cirkewwa versenkt. Malta verwendete dieses Boot noch 10 Jahre lang als Offshore-Patrouillenboot.

Das Tugboat Rozi wurde im Jahre 1958 in England erbaut und ging über mehrere Stationen nach Malta, wo sie 1973 registriert wurde. 1992 wurde sie als Attraktion für Touristen, welche eine U-Boot Fahrt in diesem Bereicht unternehmen konnten, versenkt.

Am 16.05. gelang es uns mit etwas Glück auf die scheinbar abgesperrte "Manoel Island" zu gelangen - uns wurden jedenfalls die Schranken ohne nachfragen geöffnet... Grund dieser Fahrt auf diese Insel war das Wrack X127 - auch bekannt als Wrack Carolita. Dieses Schiff wurde während des 2. Weltkrieges bombardiert und versank in der Nähe des Hafens von Valetta. Das Schiff liegt sehr gut gelegen in einer Tiefe von nur 6-22m. Nach diesem Tauchgang ging es weiter nach Valetta und der HMS Maori. Die HMS Maori (ein Tribal-Klasse-Zerstörer) wurde 1936 gebaut und war in der Verfolgung und Zerstörung der Bismark im Mai 1941 beteiligt. Jedoch wurde diese selbst von deutschen Flugzeugen im Jahr 1942 angegriffen und zerstört und liegt nun vor Valetta in einer Tiefe von ca. 14m.

Der nächste Tag zeigte sich vom Wetter von seiner schlechtesten Seite für diese Woche - sehr starke Wellen und eine erhebliche Brandung machten fast alle Tauchplätze unpassierbar. Nach langer Suche nach einem geeigneten Tauchplatz fiel letztendlich die Entscheidung auf das Wrack Xlendi in Gozo. Die ehemalige Fähre Xlendi wurde vor der Küste Gozo versenkt, was jedoch nicht wie gewünscht geklappt hat - das Schiff ist auf dem Weg nach unten auf das Riff aufgelaufen und gekippt. Daher liegt dieses nun verkehrt am Boden in 42m Tiefe. Das Auto, welches mit versenkt wurde steht nun neben dem Wrack.

Der 18.05. ging bei besserem Wetter wieder Richtung Valetta. Erstes Ziel war die SS Margit im Hafen von Valetta - leider mussten wir diesen Tauchgang kurz vor dem Wrack aufgrund der Sicht abbrechen (Sicht war dort unter 1 m). Es ging dann weiter zu den 2 Tug Boats. Die zwei kleinen Tugboats (St. Michael und Tug Boat 10) liegen sehr nahe beieinander in einer Tiefe von 18-22m und sind sehr angenehm zu betauchen.

Der letzte Tauchtag ging dann zur Abwechslung vom Boot aus - unser letztes Wunschziel für diese Woche war anders nicht zu erreichen... Die Imperial Eagle. Versenkt 1999 liegt die alte Passagierfähre Imperial Eagle nun auf 41m direkt in der Nähe der Christus Statue, welche anlässlich des letzten Papst Besuches versenkt wurde. Dieses Wrack und die Statue versprechen einen absolut genialen Tauchgang. Anschließend ging es mit dem Boot noch zur eher nicht so bekannten MV Pippo. Diese liegt in der Bucht von Mellieha und wurde ursprünglich als Fischerboot eingesetzt. Auf einer Fahrt von Comino nach Malta gerriet das Schiff in Seenot und versank vor Mellieha.

Abschließend kann man hier nur sagen, dass es eine extrem geniale Woche war - auf Malta blüht ein jedes Herz eines Wrackfans richtig auf - unzählige Wracks in einem hervorragenden Zustand gibt es hier entweder von Land oder von Boot zu besichtigen. Des Weiteren fallen sind die Preise fürs Tauchen auf dieser Insel weiterhin extrem moderat - wir bezahlten jeweils nur nach ausgeborgten 12l Flaschen (8 Euro pro Flasche, welche teilweise für 2 Tauchgänge reichte).

Solltet ihr Fragen zum Tauchen auf Malta oder dieser Tour haben könnt ihr mir diese sehr gerne über das Kontaktformular auf www.dive-pics.at schreiben.

Liebe Grüsse

Michael


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