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"Meet the critters" im Korallendreieck

Celebes Divers betreibt das Mapia Resort in Nord-Sulawesi, die perfekte Startposition für unvergesslich artenreiche Tauchgänge. Inmitten des Korallendreiecks ist Nord-Sulawesi nicht nur für ausserordentlich viele, sondern auch teils sehr schräge Unterwasserbewohner bei Insidern bekannt. Das Mapia überzeugt ausserdem durch tollen Service und Authentizität. "Wundervoll", soll das Wort "Mapia" heissen und genau so wird der Urlaub auch in Erinnerung bleiben.

Anreise
Nord-Sulawesi ist von Europa aus sehr einfach via Singapur und einem gut dreistündigen Weiterflug direkt nach Manado zu erreichen. In Manado angekommen dauert der Transfer ins südlich gelegene Resort auch nur ca. 45 Minuten, mehrheitlich wegen dem Stadtverkehr. Das Check-in erfolgt entspannt mit einem frischen Fruchtsaft und in bequemen Korbstühlen und die Reisestrapazen sind sehr schnell vergessen.

Resort
Das Mapia verfügt über neun Sea View und Gardenview Bungalows welche in eine tropische, schattenspendende Gartenanlage integriert sind. Die Gartenbungalows sind so hübsch in die Anlage eingebettet, dass man für eine schöne Aussicht gar nicht zwingend ein Seaview Bungalow buchen muss, denn das Meer sieht man irgendwie immer - einfach ein bisschen weniger als an der Wasserfront. Die gesamte Anlage wurde im traditionellen Minahasa-Hochland-Stil erstellt und deren Dimensionen sind sehr grosszügig.

Das Mapia wird sehr familiär geführt und man wird als Gast ganz herzlich integriert. Die Crew ist sehr aufmerksam, äusserst hilfsbereit und trägt sehr zum entspannten Aufenthalt bei. Die Köche zaubern jeden Tag lokale und internationale Spezialitäten in hoher, geschmacksvielfältiger Qualität her, so dass es dem Gaumen sicher nicht langweilig wird. Selbst wer Fisch oder etwas anderes nicht mag, für eine abwechslungsreiche Auswahl ist immer gesorgt. Der Fisch, der auf die Teller kommt, wird nachhaltig durch die eigene Crew gefangen, denn im Mapia achtet man auch bezüglich Menükarte auf die Umwelt.

Alle Bungalows sind mit grossem Himmelbett, Klimaanlage, Ventilator, Kühlschrank, einer kleinen Sitzecke und eigenem Balkon mit indonesischen Gartenmöbeln ausgestattet. Das Resort betreibt ein PADI 5*-Dive Center und besitzt nicht nur einen normalen Pressluft-Kompressor, sondern auch einen Nitrox-Kompressor. Die Tauchboote sind gross, komfortabel und mit zwei leistungsstarken Motoren, Toilette, Spülbecken für Kameras und Computer und genug Stauraum für die eigenen Sachen ausgestattet. Ein hübscher Pool mit Meersicht, ein kleines Spa (auch mit Meersicht), kostenloses WiFi, eine kleine Bücher-Ecke mit Tier-Fachbüchern, eine Sitzgruppe mit Meerblick-Pole-Position und ein kleiner Shop runden das Angebot ab.

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Traum- statt Pauschalreise
Besonders attraktiv ist das neue Modul-Programm, dass die Celebes Divers eingeführt haben: man kann seinen Aufenthalt modular zusammenstellen und statt einer Pauschal-Reise eine wahre Traumreise buchen. Nebst je einem Modul für die beiden eigenen Resorts Onong auf Siladen und Mapia bei Manado, findet man auch Lembeh und sogar Wildwasser-Rafting in den Bergen Sulawesis in der Auswahl. Das spezielle "Goodie" und besonders erwähnenswert ist das Sangihe Modul: Die Sangihe Inseln sind einen kurzen Flug von Manado entfernt und absolut unbetaucht. Für dieses Modul braucht es aber eine Mindest-Teilnehmerzahl von 4 Personen, bedingt durch den enormen Aufwand, da alles - Tauchflaschen, Material, Tauchboot, etc. - speziell hingeschafft werden muss. Dafür ist dann aber der Preis umso erfreulicher, denn tauchen bei Unterwasservulkanen und inmitten riesiger Fischschwärme hätte man sich weitaus teurer vorgestellt als für einen Preis unter € 900 pro Person.

Tauchen

In Zusammenhang mit Sulawesi kann nicht von Massentourismus die Rede sein. Nach wie vor gilt das Gebiet eher als Insider-Tipp und wer hier schon getaucht ist, hofft, dass es noch lange so bleibt. Von den Touristen, die sich nach Sulawesi wagen, pilgert ein grosser Teil in das bekannte Lembeh-Gebiet zum "Muck Diving" (Tauchen im Lavasand), während Insider aber wissen, dass das ebenbürtige Muck Diving auf der Manado Seite sogar wesentlich bessere Sichtweiten bietet. Celebes Divers locken mit dem Spruch "Meet the critters" nach Nord-Sulawesi, das inmitten des Korallendreiecks liegt. Leitspruch und Lage des Resorts schrauben natürlich die Erwartungshaltung stark nach oben - aber das Mapia hält, was es verspricht. Die von Meeresbiologen ausgebildeten Guides finden jedes noch so spezielle Tierchen. Die persönliche Wunschliste ist schnell abgehakt und wird sogar mit vielen anderen Tierchen ergänzt, von denen man nicht einmal wusste, dass es sie gibt. Obwohl man gerne wieder an den gleichen Platz zurückgeht, um den Rest zu erkunden, locken hier über 35 abwechslungsreiche Tauchplätze.

Nebst den üblichen Verdächtigen (hier gehören Anglerfische diverser Arten, Oktopusse, Fischschwärme, Barrakudas, Schildkröten, Haarstern-Partnergarnelen, Warzenschnecken, etc. dazu), findet man an der Küste Manados auch Dugongs (Dugong dugon), die "Donald Duck" Felsengarnele (Leander plumosus), das Pontoh’s Zwerg-Seepferdchen (Hippocampus pontohi), die hübsche pinke Schwamm-Springkrabbe (Lauriea siagiani), den Ambon-Drachenkopf (Pteroidichthys amboinensis), Blauringkraken und Stummelsepien. Manado ist auch ein wahres Schneckenparadies, denn nebst den üppigen Populationen von Chromodoris sp., Glossodoris sp., Flabellina sp., findet man auch echte Raritäten und sehr schwer zu endeckende Arten wie Bäumchenschnecken (Marionia sp. und Tritonia sp.), oder Doto sp., Costasiella sp., Phyllodesmium sp., Eubranchus sp. und Melibe sp. Die Artenvielfalt hier lässt einem öfters mal vor Ehrfurcht den Atem anhalten und man findet irgendwie nie die richtigen Worte um diese Schönheit und Artenvielfalt zu beschreiben. Selbst reine Sandplätze erweisen sich rasch als eine einzige grosse Wundertüte.

Top 5 Tauchplätze:
Die Zusammenstellung der Top 5 fällt sehr schwer, denn die tatsächliche Anzahl der Top-Plätze liegt weit höher als bei fünf. Genaues Studieren des Logbuches und eingrenzen mit dem Kriterium "höchste Anzahl spezieller Critters" führt zu folgender Auswahl:

Mapia House Reef
Ja, das Beste liegt hier tatsächlich vor der Haustür! Das Riff fängt im flachen Wasser mit sehr vielen Korallenblöcken an und verläuft dann im tieferen Gewässer immer lockerer verteilt auf sandigem Grund. Egal wie oft man diesen Tauchplatz besucht, es erwarten einem immer neue Überraschungen: Sargassum-Anglerfische (Histrio histrio), Seekobras (Pseudolaticauda semifasciata), Ringelmuränen (Echidna polyzona), Kuhl's Blaupunktrochen (Neotrygon kuhli) oder das gefährdete Dornige Seepferdchen (Hippocampus hystrix). Während es schwierig sein wird, die grosse, nachtaktive Schnecke Forsskals Flankenkiemer (Pleurobranchus forskali) zu übersehen, braucht man scharfe Augen um die Blasenkorallen Garnele (Vir philippinensis), die Fledermausschnecke (Sagaminopteron psychedelicum), oder die meist unerforschten, sehr kleinen Schnecken der Art Doto zu finden. Wer Hydrozoen, Teil der Nesseltierfamilie, etwas genauer unter die Lupe nimmt, findet sogar da spannendes Kleinzeug wie durchsichtige Garnelen oder spezielle Schnecken, z.B. aus der Familie der Eubranchus. UW-Fotografen werden auch Freude an der hier ansässigen Harlekin-Garnele (Hymenocera picta) haben, die immer sehr fotogen für die Kamera posiert. Wer die häufiger vorkommenden Schnecken satt hat, kann hier mit etwas Glück auf eine zu den Prachtsternschnecken gehörenden Miamira magnifica, Chromodoris fidelis oder eine Chromodoris kunei stossen. Noch kurz die Partnergarnele im farblich passenden Federstern bewundern und der Tauchgang ist fast zu Ende.


Etwas sehr Rares und leider auch Unerforschtes sind die zur Familie der Bäumchenschnecken gehörenden Arten Tritonia und Marionia. Besonders die Marionia sp. sehen tatsächlich aus wie Korallenbäumchen und daher schwimmt manch einer daran vorbei, ohne sie zu sehen. Betaucht man Sulawesi während verschiedenen Jahreszeiten, scheint sich ein Zyklus abzuzeichnen: Im Juni die Jungtiere, im Oktober die ausgewachsenen Tiere, im Dezember gar keine. Ob sie, wie andere Arten mit Eigelege im Sand verschwinden? Wenn sie eines Tages besser erforscht sind, werden wir die Antwort dazu kennen. Bis dahin bleiben sie ein wunderbares, mysteriöses Geschenk.

U.D. Kalasey

Der Tauchgang beginnt hier auf einer Seegraswiese. Die Devise ist in grün zu denken, denn im oberen Teil, wo am Ende auch ausgetaucht wird, ist nicht nur das Seegras grün. Pygmäen-Pfeifenfische (Micrognahus pygmaeus), Kuhfische (Lactoria cornuta), Rundflecken Anglerfische (Antennarius pictus), Schnecken - alles ist grün. Hier sagen sich Schaf und Hase gute Nacht, denn die beiden Schnecken der Costasiella Familie Kuro Saftsauger, auch "Sheep"/Schaf-Schnecke (C. kuroshimae) genannt, und die "Rabbit"/Kaninchen Saftsauger (C. usagi), findet man auf den verstreuten Fächeralgen der Sorte Avrainvillea nigricans. Die Schaf-Schnecke wurde "C. kuroshimae Lembeh sp." genannt. Im Gegensatz zur normalen Variante hat diese klar sichtbare, pink-violette Spitzen an ihrer Cerata (kolbenförmige Rückenanhänge). Während man viel grün sieht, lohnt sich aber auch der Blick nach oben oder um einen herum, damit man den gelegentlichen Dugong nicht verpasst. Sobald es etwas sandiger wird, findet man auch Schlangenaale der Art Ophichthus bonaparti und Apterichthus klazingai oder die süssen und irgendwie hilflos wirkenden Flügelrosse (Eurypegasus draconis). Stolpert man über eine Zylinderrose (Cerianthus filiformis), sollte man unbedingt den Rumpf nach Hohlkreuz-Garnelen (Thor amboinensis) absuchen, da diese gerne den Schutz dieser Anemonenart suchen. Noch eine hübsche blaugelbe Fadenschnecke (Caloria indica) und eine Schwanzlose Seenadel (Trachyrhamphus bicoarctatus) gesichtet und schon ist die Zeit wieder um.

Terminal
Muck Diving vom Feinsten! Bei Terminal ist das grösste, was man bei einem Tauchgang sieht, gut und gerne mal eine Geistermuräne (Rhinomuraena quaesita) in schwarz und blau-gelb. Alles andere braucht wieder Adleraugen: Pontoh’s Zwerg-Seepferdchen (Hippocampus pontohi), die erst 2008 biologisch beschrieben wurden, pinke Schwamm-Springkrabben (Lauriea siagiani), Federstern-Springkrebse (Allogalathea sp.), unbeschriebene Schnecken der Arten Noumea, Hypselodoris und Glossodoris, die Prachtsternschnecken Chromodoris fidelis und Risbecia tryoni und auf den Drahtkorallen die schmucken Drahtkorallengarnelen Dasycaris zanzibarica. Findet man einen Brunnenbauer Opistognathus randalli, ist Unterhaltung angesagt, denn sie vertreiben alle anderen Fische vom Eingang ihrer Höhlen. Aber Achtung vor den schwarzen Anemonenfischen: diese Art ist besonders aggressiv und schwimmt neugierigen Tauchern gerne mal 8 Meter entgegen, um sie mit Beissen zu vertreiben. Hält man ein paar Minuten bösester Attacken stand, werden diese weniger, so dass man das meist vorhandene Eigelege bewundern kann. Hat schon was, so viele Baby-Augen in den Eiern zu sehen.

Pisang Goreng

Das Riff reicht hier bis unter die Oberfläche und, obwohl es gleich neben einer gut belebten Strasse mit Marktständen ist, haut einem die schiere Grösse und Üppigkeit der Korallen fast aus den Flossen. Diverse Muränen und der eine oder andere Fisch ist wieder einmal das Grösste, was es hier zu finden gibt. Schmuck-Geisterpfeifenfische (Solenostomus paradoxus) sind zwar immer ein toller Fund, doch auch hier glänzt der Tauchplatz wieder mit einer grossen Vielfalt an Schnecken in allen Formen und Farben. So zum Beispiel Prachtsternschnecken der Arten Glossodoris hikuerensis, Glossodoris rufomarginata, Chromodoris cincta und Chromodoris tinctoria. Nebst den gängigen Warzenschnecken entdeckt man oft auch die Art Phyllidiopsis striata. Zwei spezielle Funde haben hier schon das Taucherherz höher schlagen lassen: Die Nacktschnecke der Art Miamira sinnuatum und diverse Bäumchenschnecken der Familie Marionia. Dies sind Funde mit Seltenheitswert!

Kuala Buaya "CUBA"
Eigentlich eignet sich jeder Tauchplatz hier auch für Nachttauchgänge, doch Kuala Buaya, auch CUBA genannt, ist dafür ein Muss. Ein typischer Tauchgang könnte hier gleich mit zwei lustigen Akteuren beginnen: dem Blauringkraken (Hapalochlaena lunulata) und Berry's Stummelsepie (Euprymna berryi). Eine Studie um die Biolumineszenz der Stummelsepien hat ergeben, dass sie eine einzige Bakterienart (Vibrio fischeri) in ihrem Körper aufnehmen, Diese Bakterien leuchten im freien Wasser zwar nicht, aber sobald sie im Körper der Stummelsepie sind schon. Dies hilft der Stummelsepie sich besser zu tarnen, denn durch die Lumineszenz wirft sie keinen Schatten und wiederspiegelt das bläuliche Leuchten des Wassers im Mondlicht. Die Bakterien regulieren die Leuchtkraft anhand des natürlichen Lichts um die Sepie herum.


Wer gerne mal die "Donald Duck" Felsengarnele (Leander plumosus) sehen möchte, hat hier die besten Chancen. UW-Fotografen müssen bei all den Makro-Motiven damit rechnen, das schnell verschwindende Gorgonenhaupt (Gorgonocephalus caputmedusae) nicht fotografieren zu können, da die Einstellungen meist nicht rasch genug angepasst werden können. Die lichtscheuen Tiere kugeln sich beim ersten Lichtstrahl der Lampe gleich wieder zusammen und verschwinden. Dafür dauert es nicht lange und man hat die nächste Harlekin-Garnele (Hymenocera picta) oder einen Warzen-Anglerfisch (Antennarius maculatus) vor der Linse. Auch hier findet man wieder viele nicht beschriebene Arten: Plattwürmer (Pseudobiceros sp.), Nacktschnecken der Arten Aplysia, Doto, Eubranchus und Phyllodesmium. Hier halten sich auch Spitzkopf-Fledermausfische auf, deren Jungtiere für aufregende Fotos sorgen.

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