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Muscat - Die arabische Touristenstadt des Jahres 2012

Kaum zu glauben, dass es immer schwieriger wird einen geeigneten Urlaubsort zu finden, wenn man als Kriterien "Tauchen, Entspannung und maximal 7 Stunden Flug" setzt.

"Ab ans Rote Meer" - doch wohin? Denn die ruhigen Plätze sind meist ausgebucht, teuer oder durch die momentane politische Lage nicht zu empfehlen.

Nach ein paar Recherchen und Gesprächen mit Spinout/TUI wurde uns das Land Oman empfohlen. Als erstes waren wir skeptisch, da es sich um ein Sultanat handelt. Über die politische Lage waren wir noch nicht informiert und man denkt auch gleich an Öl.
Als wir die Extra Divers Lodge mit dem Oman Dive Center (ODC) entdeckt haben und die idyllische Lage dieses kleinen Resorts (35 Strandbungalows) gesehen haben, haben wir uns dafür entschieden.

Nach mehr als sechs Stunden Flug haben wir von Zürich aus, die Hauptstadt Muscat früher erreicht als geplant. Dem Rückenwind sei Dank. Muscat ist die arabische Touristenstadt des Jahres 2012 und so hat sich diese Stadt uns auch präsentiert.

Der Flug mit Oman Air war sehr angenehm und wir wurden sehr freundlich bedient. Mit 30kg Gepäck pro Person sollte sich auch das Tauchgepäckproblem gelöst haben. Die Sitze waren sehr bequem und nicht zu nahe hintereinander, so dass man auch in der "Otto-Normal-Klasse" noch seine Füsse bewegen konnte.

Als wir am Flughafen in Muscat angekommen sind, wurden wir von einem Taxifahrer des ODC's freundlich begrüsst und zum Resort gefahren. Die Fahrtzeit war wegen der "Rush Hour" etwas länger, so dass wir unsere Unterkunft für die nächsten 10 Tage erst 45min später erreicht haben.
Ohne grosse Worte und sehr unkompliziert wurde uns der Bungalowschlüssel überreicht und ein paar Informationen zum Tagesablauf gegeben.

Morgenessen 07:00 Uhr - 10:00 Uhr
Abendessen 19:00 Uhr - 22:00 Uhr

Das Mittagessen nahmen wir nicht in Anspruch. Bei knapp 40°C und mit einer Wassertemperatur in der Bucht von 32°C brachten wir sowieso keinen Bissen runter.
Ein bisschen schwieriger wurde es mit dem Alkoholausschank. Da es sich um ein muslimisches Land handelt, wurden spezielle Ausschankzeiten vorgegeben. Von 12.00 Uhr bis 15.00 Uhr und dann ab 18:00 Uhr konnte Alkohol getrunken werden. Der Freitag, der dortzulande wie unser Sonntag ist, ist die Ausnahme. Am Freitag wird den ganzen Nachmittag Wein und Bier ausgeschenkt. Im Monat Ramadan gibt's den ganzen Monat nichts. Was dann auch unter Low-Saison gehandelt wird.

Das ODC:
Das Oman Dive Center hat eine sehr lange Geschichte und hat auch schon einige Wechsel erlebt. Nach einem Schneewittchen Schlaf scheint es nun wieder zu erwachen. Das jetzige Management ist nun seit erst zwei Monaten dort und versucht nun Schritt für Schritt dem idyllischen Bungalowdörfchen neuen Charme zu verleihen. So wurden auch schon einige Bungalows, die wie Fischerhütten gebaut wurden, erneuert. Auch das grösste der drei Tauschschiffe wird nun generalüberholt.
Auch wenn die Tauschschule Verbesserungspotential besitzt, muss man dem Management erst Zeit geben, sich darum zu kümmern. Die Anlage ist sehr sauber und besitzt eine kleine Bucht mit einem langen Steg in der Mitte. Die Bucht ist durch kleinere Hügel geschützt, die man zu Fuss besteigen kann. Die schöne Aussicht lohnt sich.

Die Bungalows sind ganz ohne Schnick-Schnack wie TV, Internet oder Telefon. Ein geräumiges Bad, das nur aus einer Steinwand und einem Palmendach besteht, hat den Charme eines Bungalows aus den Malediven. Der Schlafbereich ist mit einer Klimaanlage und einem Ventilator ausgestattet. Zusätzlich gibt es noch einen Safe und eine kleine Minibar.

Aktivitäten, die angeboten werden:

- Tauchen
- Kanu fahren
- Schnorcheln
- Delfin Tour
- Organisierte Ausflüge (Stadt Muscat, Nizwa, Sultanpaläste, Moscheen usw.)

Das Odyssey Restaurant:
Am Morgen und am Abend wird für die Gäste ein Buffet aufgestellt, was immer wieder verschiedene Spezialitäten aus der ganzen Welt bereithält. Wir waren vom Buffet am Abend immer wieder beeindruckt. Sehr gute Gerichte, die unseren Gaumen verwöhnt haben.
Am Mittag bestellt man über eine Menukarte. Gegessen wird im Restaurant oder auf der schönen Terrasse mit Meerblick.

Da man vielleicht davon ausgehen könnte, dass der Lebensstandard im Sultanat Oman günstiger sein könnte, wollen wir dies hier nochmals erwähnt haben. Oman ist ein teures Pflaster mit Preisen wie in der Schweiz. Dementsprechend sind auch die Preise im Oman Dive Center. Die Getränke und das zusätzliche Essen oder auch die Minibar können doch schnell ins Geld gehen.


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Tauchen:
Beim Sprung ins Wasser und dem ersten Blick nach unten, kam mir der Gedanke, "das sieht ja aus wie im Zürichsee". Die Sicht wird durch das viele Plankton und das sehr nährstoffreiche Wasser stark beeinträchtigt. Sichtweiten wie 30-40m sind hier kaum zu erwarten.

Durch diesen Nährstoffüberfluss hat sich die Unterwasserfauna und Flora extrem entwickelt. Viele Fischschwärme, riesige Muränen aller Art, Stachelrochen, Sepien, Tintenfische und Skorpionfische sind bei fast jedem Tauchgang zu erwarten.

Das Weitwinkelfotografieren ist nicht zu empfehlen, doch für jeden Makrofotografen sind die Tauchplätze um Muscat ein Paradies. Bei genauem Hinschauen sind in vielen Korallen unzählige Krebse, Garnelen und kleine Fische, welche sich ideal fotografieren lassen.

Die Tauchplätze, die vom ODC angefahren werden sind ideal für Anfänger bis Profis. Doch wer tiefe Tauchgänge machen will ist hier falsch. Das Hauptgeschehen findet zwischen 5-15m Tiefe statt.
Getaucht wird von einem der zwei Tauchboote aus.

Unsere Highlights waren der Nachttauchgang mit unserer UV-Lampe von Keldan und die Tauchplätze "Fahal Island" und "Qantab Reef". Gerne hätten wir auch den Wracktauchgang gemacht, wofür wir aber leider keine Zeit hatten.


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Ab nach Muscat und quer durch die Wüste:
Wie bereits erwähnt, eignet sich der Oman gut, um sich auf eigene Faust auf den Weg zu machen. Wir mieteten uns ein Auto, mit dem wir zuerst nach Muscat fuhren. Sehr zum Empfehlen ist der Vorort Mutrah, in dem sich zwischen den Häusern ein riesiger Bazar befindet. Wir zogen durch die engen und verwinkelten Gassen und liessen uns von den Besitzern der Shops ihre Ware zeigen. Nach zwei Stunden zwischen all diesen Düften und Räucherstäbchen waren wir fast ein wenig narkotisiert. An der Küstenstrasse bei Mutrah kann man auch das Wahrzeichen der Stadt Muscat finden, was wie ein riesiger Eisbecher aussieht. Weiter fuhren wir an der Küste entlang Richtung Zentrum. Dort kann man das Opernhaus, die grosse Mosche und den Sultan Palast bestaunen.

Die Touristenkarte, die wir im ODC gekauft haben, ist mehr als Hinweis zu betrachten. Die Strassenführung ist sehr komplex und verwirrend. So hatten wir doch eine gewisse Zeit um wieder auf den richtigen Weg zu kommen, der uns nach Sur führen sollte. Wir fuhren über eine Art Gebirgsstrasse quer durch die Steinwüste und hatten unseren Spass an den vielen Kurven und den Auf-und-Abs.

Auf dem Highway Richtung Sur wurde uns die Grösse von Oman bewusst, als wir nach ca. 1.5 Stunden nichts als nur Wüste sahen. Uns wurde klar, dass unser Ziel noch gut drei Stunden entfernt war und so beschlossen wir nach einer kleinen Pause im absoluten "Nowhere", uns wieder auf den Rückweg zu machen. Der geschätzte 45°C warme Fahrtwind war ein echt heisses Erlebnis.

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Unser Fazit:
Das ODC ist im Umbruch und verspricht in Zukunft ein wahres Juwel zu werden. Wir konnten uns so richtig erholen und genossen die absolute Ruhe in der einsamen Bucht und das hervorragende Essen. Es war bestimmt nicht unser letzter Besuch im ODC.

Wir bedanken uns beim ODC für die nette Gastfreundschaft und die wundervolle Zeit.

Keep bubbling and share your experience!

Katharina und Stefan