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PALAU 2011 - Ein Tauchabenteuer der besonderen Art

Es wird immer als eines der besten Tauchregionen der Welt beschrieben - in mehreren Rankings der Top Tauchplätze der Welt findet man den Spot Blue Corner auf Platz 1. Aber auch andere Spots wie der German Channel oder der Jellyfish Lake sind weltweit bekannt. Aber wird einem hier zu viel versprochen von den Medien oder ist Palau wirklich eines der besten Regionen zum Tauchen? ... Unser Urlaub sollte uns die Antwort auf diese Frage geben... 

Es war der 16. November 2011 um 11 Uhr. Martina und mich trennten "nur" mehr 24 Stunden Anreise von Palau. Wir warteten in dem Airbus A340-300 der China Airlines (interessanterweise die nationale Fluglinie von Taiwan) auf den Start nach Taipeh. Nach 12 Stunden Flug bis Taipeh und 6 Stunden Aufenthalt am Flughafen ging es nun endlich in einer Boeing B737-800 der China Airlines an unser Endziel, die Stadt Koror auf Palau. Am 17.November gegen 18:30 Lokalzeit war es dann soweit - endlich in Palau. Aus dem Flugzeug ausgestiegen begrüßte uns die extreme Luftfeuchtigkeit bei über 30°C.

Am folgenden Tag hieß es früh aufstehen um unser Equipment vorzubereiten. Jedoch waren wir einmal die ersten Minuten nur mehr vom dem Ausblick vom Balkon begeistert. Eine Landschaft die derart unreal aussieht - die Landschaft durften wir dann jeden Tag wieder auf der Fahrt zu den Tauchplätzen intensiv genießen. Palau besteht aus insgesamt 356 Inseln, wovon nur 11 bewohnt sind. Die meisten Inseln sind Atolle aus Korallenkalk, die nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegen und dicht bewachsen sind...

Dann ging es aber auch schon ab zum Tauchen mit Sam's Tours - Unser erster Tauchgang ging an den Ulong Channel. Im ersten Moment ist man unter Wasser nur mehr fasziniert von dem absolut perfekten und bunten Riff. Aber keine 5 Minuten später wendet sich die ganze Aufmerksamkeit den plötzlich auftauchenden Riffhaien. Man treibt mit der Strömung vorbei an den Korallen bevor es in den Channel geht und man bei enormer Strömung durch diesen gespült wird -  Eine Stunde reine Action! Die starke Strömung macht das Fotografieren zwar extrem schwierig - kaum entdeckt man was Geniales ist man im nächsten Moment auch schon wieder 10m entfernt - aber das Tauchen selbst ist der Wahnsinn. 
Der Guide hat es aber sehr treffend beschrieben: "If you'd like to have good pictures, go this direction - 4 hours, called Manila. But here you have the best dives..."

Aufgetaucht ging es an eine kleine verlassene Insel für das Mittagessen - man denkt sich, man hat den besten Tauchgang schon am ersten Tag erlebt und es geht nicht mehr besser...

Aber es ging so weiter... Jeder der 27 Tauchgänge war dann besser als der andere. Ob ein Nachttauchgang am Helmet Wreck, ein Höhlentauchgang in der Chandelier Cave oder ein Tauchgang an der Turtle Cove. Die Tauchgänge bieten sehr viel Abwechslung und vor allem Action pur - von Drift Dives, Wall Dives, Caves, Blue Holes, Wracks oder mal entspannt Mantas beobachten ist hier alles dabei. Für Makro begeisterte gibt es aber auch Spots und am Abend kann man bei Sam’s Tours diekt vor der Basis noch entspannt Mandarin Fische beobachten - Luft bekommt man für diese Tauchgänge bei Sam´s Tours gratis.

Aber da gab es ja auch noch die bekannten Spots... Hat Blue Corner den Platz 1 bei den Top Tauchspots der Welt verdient?

Mit großer Erwartungshaltung ging es mit einer Rolle vom Boot ins Wasser und man wartete auf die Gruppe an der Leine. Ein erster Blick nach unten zeigte schon was einem erwartet... Eine perfekte Riffwand, welche wie schon gewohnt ins endlose abfällt... Auch die Tauchplatzkarte zeigt nicht die Tiefe der Wand an (es stand nur mehr "very deep"). Und dann ging es schon los - abgetaucht in ca. 25-30m Tiefe ging es der Wand entlang. Aufgrund der Strömung ohne jede Anstrengung. Die schönsten Fächerkorallen, Steinkorallen, Weichkorallen und Anemonen vereinigt an einer Wand. Plötzlich will der Guide ins Blauwasser und weg von der Wand tauchen - "Was wird das wohl werden?"
...Kurze Zeit später nachdem die Wand nur mehr mit Umrissen erkennbar war, war es klar, was das Ziel war... Wir waren umzingelt von einer riesigen Gruppe Riffhaie - bestimmt zwischen 20-30 Stück. Danach ging es retour zur Wand. Mit dem Strömungshaken bewaffnet suchten wir uns einen passenden Platz am Riffdach - aufgrund der extremen Strömung ist der Übergang von der Wand zu dem Riffdach sehr spannend und turbulent... Einen Platz zum einhaken gefunden heißt es nur mehr Jacket mit Luft füllen und genießen - Haie wohin man nur schaut... Nach einer Stunde Action am für uns nun schönsten Tauchplatz der Welt ging es ab zum Sicherheitsstopp ins Blauwasser...
 

Insgesamt waren es  4 Tauchgänge, bei welchen wir keine Haie zu Gesicht bekamen. Bei den restlichen waren es des öfteren bis zu 10 und mehr Haie bei einem einzigen Tauchgang. Die Mischung aus perfektem Riff, viele bunte kleine Fische, Schnecken, Makrelen und große Fische an einem Platz zu beobachten ist einfach genial. Eines der artenreichsten Korallenriffe der Welt bedeckt die Schluchten und Felswände der Inseln. Etwa 700 Korallen-, 1500 Fisch- und 700 Vogelarten sind hier heimisch.

Aber auch landschaftlich hat Palau extrem viel zu bieten - ein Spaziergang nach Koror, eine Umrundung der Insel Carp mit dem Kanu und vieles mehr gilt es hier zu unternehmen.

Abschließend zu empfehlen ist noch ein Zwischenstopp in Taipeh als perfektes Kontrastprogramm - wir blieben noch 2 Nächte in der Hauptstadt von Taiwan und konnten noch den Ausblick vom 2. höchsten Gebäude der Welt (Taipeh 101), Nachtmärkte und eine einfach geniale Kultur genießen bevor es retour ging nach Wien.

Für uns ist es jetzt aber klar... Dieses Taucherlebnis kann man schwer übertreffen und auch die hohe Erwartungshaltung an Palau wird hier voll erfüllt - wenn man mal auf dieser Insel ist will man nicht mehr weg!

Liebe Grüsse 
Michael und Martina

Die Unterwasserwelt

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Palau

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