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Punta Choros - Unbekannte Unterwasserwelt

An noch unbekannten Orten zu Tauchen ist eine grosse Leidenschaft von uns. Umso schöner war es, als wir von dem Ort Punta Choros erfuhren. Fern ab von Menschenmassen und wohl noch nie in einem Tauchmagazin in Europa erwähnt, liegen die drei Inseln "Isla Damas", "Isla Choros"  und die "Isla Chañaral" vor der Küste Punta Choros.

Von La Serena aus erreicht man das kleine Fischerdorf über die Ruta 5 und zwei Nebenstrassen (Ruta C-120-D/D-116) in gut zwei Stunden. Die holprige Route durch die Stein- und Sandwüste ist mit einem normalen Auto gut zu meistern, doch sollten die Augen konzentriert nach Schlaglöchern Ausschau halten. Bevor wir die ersehnte Küste erreichten, durchquerten wir ein idyllisches Dorf mit bunten Häusern. Nur wenige Menschen waren dort an zu treffen und auch die Schule war noch wegen den Sommerferien geschlossen.

Punta Choros / Isla Damas
Das ruhige Fischerdorf Punta Choros mit rund 400 Einwohnern und seinen Sandstrassen ist bekannt durch den Nationalpark "Reserva National Pinguino de Humboldt". Für Touristen ohne Auto eher schwer zu erreichen, ist dieser Ort vom Massentourismus noch verschont geblieben.  Mit zwei Restaurants, einigen Snackständen und einem kleinen Supermarkt, ist das Leben in diesem Dorf sehr einfach gehalten. Eindrücklich sind die vielen farbigen Fischerboote und die Netze, die nach getaner Arbeit im Hafen am Strand liegen.
Etwas verblüfft waren wir, als wir bei Abenddämmerung die vielen Seelöwen im Hafen beobachteten, die sich mit den Möwen und den Pelikanen um den selbst gefangenen Fisch stritten.
So schossen die Vögel bei jedem Luftholen der Seelöwen auf diese hinunter und wollten deren Fang klauen. Eigentlich wäre man am liebsten gleich mit der Tauchausrüstung ins Wasser gesprungen, um diesem Treiben auch unter Wasser zuzuschauen.

Punta Choros bietet einige Cabañas und Hostals an, die preislich aber sehr variieren können.
Mit unserem Allrounder-Kombi bewaffnet, konnten und durften wir neben der Tauchschule im Bungalow-Hotel Olivia del Mar übernachten, welches direkt am Meer gelegen ist und reizende Familienbungalows besitzt.

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Tauchschule
Die Tauchschule Valposub ist beim Bungalow-Hotel Olivia del Mar eingemietet und darf den unteren Teil des "Boots-Hauses" für sich nutzen. Mit einem geräumigen Theorieraum, neuwertigem Equipment, einem eher improvisierten Kompressor und einer wundervollen Lage, präsentiert sich die Tauchschule von Ramon kompetent und doch noch ein bisschen verbesserungsfähig. Die Organisation des Tauchbetriebes fing sehr gekonnt an, bedarf aber noch an einigen Überlegungen. So empfiehlt sich das Tauchen eher für erfahrene Taucher, die schon den einen oder anderen hektischen Tauchausflug hinter sich haben.

Da Punta Choros als Tauchspot unbekannt ist, ergibt sich eine Hauptkundschaft, welche meist aus Personen besteht, die ihren ersten Schnuppertauchgang machen möchten. Diese Tatsache gekoppelt mit einem schmalen kleinen Boot, kann anfangs etwas abschreckend wirken.

Trotz etwas Chaos, hatten wir mit Ramon einen tollen Tauchtag, welchen wir nicht mehr vergessen werden.

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Das Tauchen bei Isla Damas
Die Unterwasserwelt um die Isla Damas ist sehr artenreich und lebendig. Riesige Fischschwärme ziehen an einem vorbei und überall wimmelt es von Garnelen, Krebsen und Nacktschnecken -
ein wahrer Traum für jeden Unterwasserfotografen. Die Sicht in diesem nährstoffreichen Gewässer liegt zwischen 5 und 15m und erinnerte uns an die Tauchgänge bei den
Poor Knights in Neuseeland. Der Gedanke unter Wasser an einem Seelöwen oder einem Wal zu begegnen, war immer wieder ein kurzer Blick ins "Nichts" wert, doch blieb uns diese Begegnung verwehrt.
Trotz allem sahen wir viele Unterwasserlebewesen, welche wir zuvor so noch nicht gesehen hatten.
Ein witziges Erlebnis waren die unzähligen Garnelen zwischen den Felsspalten, bei welchen man für eine kurze "Maniküre" seine Hand hinhalten konnte.
Auch die Salpen, kleine quallenähnliche Wesen, die in verschiedensten Formen durch das Wasser tanzten, hatten unser Interesse geweckt. Denn bei genauem Hinschauen leuchteten deren Flanken in verschiedensten Farben.


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Diese unbekannte Unterwasserwelt voller Kelp und Krebse hat uns mit ihrer Artenvielfalt und ihrer Andersartigkeit begeistert. Gerne hätten wir noch einige Tauchgänge mehr gemacht, doch mussten wir weiter in Richtung Norden.

Chilenische Tauchgrüsse

Stefan und Katharina