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Philippinen - Sipalay - Cagayan

Im Jahre 2009 entstand durch etwas außergewöhnliche Umstände (einem Krankenhausaufenthalt) die Idee, mal die Philippinen zu sehen.  Es sollte auch ein Entspannungsurlaub werden, aber die Umstände ließen dies ja denn letztendlich nicht zu. Auf jeden Fall, habe ich einmal gemerkt, daß es nicht gesund ist, permanent unter Strom zu stehen. 
So war der Urlaub in zwei Teile geplant, zuerst tauchen von der Basis Easydive Sipalay mit sehr schönen Tauchplätzen und dann eine Kreuzfahrt in das Cagayan Gebiet mit einem großen hochseetauglichen Auslegerboot.

Zunächst aber von Wien nach Doha und mit Air Qatar www1.qatarairways.com/at/de/homepage.html eine Fluglinie zum Weiterempfehlen, weiter nach Negros Philippinen.

Nach dem Flug nach Cebu und einem weiteren Inlandflug nach Bacolod, von wo wir mit dem Bus abgeholt und zu Easydiving gebracht wurden, genossen wir einen Begrüßungstrunk, der aus einer Kokosnuß kam. Zusätzlich wurde noch genüsslich eine Pfeife dazu angezündet. Dann wurden mitten in der Nacht die Quartiere bezogen und am nächsten Tag schon der Checkdive am Hausriff, genannt Disney Land. Dieser Tauchgang bot schon Einblicke in die Flora und Fauna dieser Region.

Die Tauchschule liegt auf der Insel Negros, Philippinen. Die Tauchschule und das Resort werden von einem in der Schweiz ausgebildeten PADI-Instruktor geleitet. Im November 2003 wurde es offiziell eröffnet und ist das einzige PADI IDC Dive Resort an der Westküste von Negros. Ein Paradies, nicht nur für Taucher!

Das Resort liegt an einem wunderschönen, gepflegten, weissen Sandstrand und erlaubt es in kürzester Zeit, die direkt vor dem Resort liegenden Tauchplätze zu erreichen. Diese sind weitgehend unbekannt und bergen noch viele Überraschungen!

Die Philippinen sind das ganze Jahr über schön zu bereisen. Es herrscht ein tropisches, durch eine ständige Seebrise gemildertes Klima mit zwei Jahreszeiten: Juli bis Oktober Regenzeit, November bis Juni Trockenzeit. Die Durchschnittstemperatur liegt von Dezember bis Mai bei 21-31 Grad und von März bis Mai bei 25-40 Grad. Die Wassertemperatur schwankt zwischen 26 und 29 Grad. Die schönste Reisezeit ist von November bis Mai. Tauchen kann man ganzjährig.

Dann hatten wir die Gelegenheit sehr schöne Tauchplätze um das Ressort zu bewundern, wie Habok, Evas Point, Wiener, Ma Asim II, das japanische Wrack SS-Panay.

Das Schiff heisst SS Panay aber eigentlich weiss niemand so genau ob es die SS Panay ist oder doch vielleicht ein anderes Schiff, dass einfach umbenannt wurde. Während den Kriegszeiten wurden viele Schiffe umbenannt, je nach dem wer gerade der Kaptain war. Die Panay liegt in einer Bucht und demnach geschützt von den Ozeanischen Einflüssen. Das Wrack liegt sehr tief. Das obere Deck liegt auf 33 Meter Tiefe, wenn man hineintaucht geht es bis 45 Meter oder am Bug sogar bis fast 50 Meter runter. Im Wrack, welches aufrecht steht findet man Gasmasken aus dem 2. Weltkrieg! Man kann bei zwei Öffnungen in das Schiff eintauchen, jedoch ist es eher nicht zu empfehlen. Die grosse Tiefe lässt dann auch keinen langen Aufenthalt zu.  Bei uns war es sehr trüb und vieles ließ sich nur schemenhaft erkennen.

MS-Jojo ein zweimastiger Frachter der 1980 gesunken ist. Der Lagerraum dieses Wracks kann für Jedermann einfach betaucht werden. Viele Skorpionfische und Fledermausfische. Hier wurde auch schon ein Walhai gesichtet. Oben 22m, unten 33m.

Sunken Island, Da West, wo mein Tauchpartner seine Kamera verlor und bei einer organisierten Suchaktion vom Diveguide wieder gefunden wurde. Die Freude war groß und er war höchst angetan, als er 30 € Trinkgeld bekam. Als Diveguide verdient man im Verhältnis zum Risiko (Wiederholungstauchgänge) eher wenig, aber mehr wie ein Bürgermeister einer Gemeinde auf den Philippinen, hat man uns berichtet.

Dann ging es schon mit dem Safariboot zum Gewöhnen zu einem Top Spot, den sogenannten Pier Mad Max, ein Relikt von einem Kupfer und Gold Bergwerk. Die mächtigen Säulen von diesem Pier waren dicht mit Korallen, Algen bewachsen und unzählige Fische lebten auf oder an diesen Säulen. Dazwischen riesige Sardinenschwärme Rotfeuerfische jagten an den Säulen. Ein wunderschöner Anblick.

Weiter zum CATHEDRAL TOWER Der Tauchgang führt durch eine wunderschöne Schlucht mit einem riesigen Korallenturm. Highlights wie Frogfische, Seegras-Geisterfetzenfische, Schermesserfisch,
Schauckelfisch oder Napoleon sind bei diesem Tauchgang zu sehen. Auf 5 Meter bietet sich zudem die Gelegenheit, eine Höhle im Felsen zu betauchen. (bis 40m.)

JULIENS WRECK Drei Frachtschiffe die am Juliensriff aufgelaufen sind. Ein Tauchplatz der auch für Schnorchler bestens geeignet ist. Viele Kleinfische, Geistermuränen und Steinfische.
(bis 6m) Das war ein ganz netter Tauchgang. Ein Wrack ist zum Riff geworden.

Der Checkdive von der Goya-1 (hochseetaugliches Auslegerboot) für die Safari, fand beim A-ROCK,
ein schönes Korallenriff mit weissen Sandbänken und Schauckelfischen statt.

Für Gäste des Resorts bietet sich eine Kombination mit einer der von Sipalay Easy Diving angebotenen Tauchsafaris an. www.scuba-native.de/tauchsafari-philippinen-negros-sipalay.html Diese Touren führen Sie von Anfang November bis Ende März zu den Visayas (Apo Island, Moalboal, Bohol, Siquijor, Alona Beach) und von Anfang März bis Ende Mai zu den Cagayan-Riffen. Diese liegen 120 km westlich der Insel Negros. Mitten in der Sulu-See liegt neben den Cagayan Inseln eines der schönsten Tauchgebiete des asiatischen Raumes - man spricht bei Cagayan von einem von den Top Ten Tauchplätzen dieser Welt. Es besteht aus zwei Atollen, die durch einen Kanal getrennt sind. Auf dem Nordatoll befindet sich eine kleine Insel mit einigen Palmen, die sehr an die Malediven erinnert. Das Riff wurde 1993 von der UNESCO zum Schutzgebiet und Weltnaturerbe erklärt. Dank des rigorosen Schutzes und des Vorhandenseins einer Rangerstation im Nordatoll konnte diese wunderbare Welt erhalten bleiben. Ein Highlight der Extraklasse, eine Tauchdestination, die man mit niemanden vor Ort teilen muss.

Riesengorgonien, Mantas, Walhaie, Hochseehaie, Makrelenschwärme, Delphine und viele andere Lebewesen sind des Öfteren Besucher der Cagayan Inseln. Auf den Riffdächern wimmelt es von lokalen Rifffischen. An manchen Stellen sind Stachelrochen, Langusten, Weißspitzen-Riffhaie, Meeresschildkröten und viele verschiedene Makrelenarten häufig anzutreffen. Die Steilwände sind bedeckt mit riesigen Tonnenschwämmen, Gorgonien, Weichkorallen, Hydrozonen, seltenen Schwarzkorallen und Zäpfchenkorallen. In den vielen Grotten und Höhlen der Wände halten sich oft Langusten auf. Im klaren, blauen Wasser begegnet man öfters Schwärmen von Barracudas, großen Thunfischen und Stachelmakrelen.

Für die Safaris werden zwei einheimische, moderne Auslegerboote verwendet, die Goya und die Royo, die durch ihren geringen Tiefgang die Annäherung an die flachen Korallenriffe möglich machen.

Top Ten Tauchplätze im wahrsten Sinn des Wortes, nur Großfische konnten wir keine sehen bei diesem Trip. Dafür aber andere Eindrücke, wie die riesigen Gorgonien. Man darf aber auch nicht verschweigen, daß man immer wieder auf Riffabschnitte stößt, die von Dynamit zerstört wurden und noch werden. Es ist anzunehmen, daß dazu die Armut der Einwohner beiträgt.

Der Tauchgang auf Bon Bon Island www.panoramio.com/photo/48587047 bescherte uns einen Adlerrochen, einen Riffhai und Büffelköpfe. Er war der eigentliche opener in der Sulu See, wo sich ja auch Piraten verstecken. Darum ankerten wir jeden Abend im Hafen einer Siedlung.

Cagayancilia Island  "C3" ein weiterer Tauchplatz mit Schildkröten, Seeschlangen, einen riesigen Igelfisch. Sicher ein sehr schönes Riff.

Calusa Island Ost ein lückenloses Korallenriff und Calusa II die berüchtigten Gorgonien. Die Steilwand lädt ein, einmal einen Abstecher in tiefere Regionen zu machen, aber aus Gründen der Sicherheit in diesem abgelegenen Gebiet, wurde gerne darauf verzichtet. Die Gorgonien sind hier besonders groß, das rührt sicher von der ständigen nährstoffreichen Strömung her.

Dann gibt es Calusa III,  wo auch ein Napoleon und Barrakudas oder Pfeilhechte sind Raubfische aus der Ordnung der Barschartigen (Perciformes). Es gibt insgesamt 26 bekannte Arten, die alle einer Gattung angehören, gesichtet wurden.

C20, ich glaube diese Bezeichnungen wurden von Easy Dive vergeben, aber ein wunderschöner Tauchplatz. Steinfische, Muränen, Büffelköpfe und sogar einen Thunfisch konnten wir sichten.

Und dann die Steigerung zu den Gorgonien, die wir bis jetzt gesehen hatten. Der Tauchplatz wird schlicht als Gorgonienwand bezeichnet. Überwältigender Anblick, manche hatten 2m Durchmesser und in allen Farben gibt es sie. Bis dahin hatte ich schon viel gesehen, aber das war sicher ein neues Erlebnis der besonderen Art. Das ist auf jeden Fall weiter zu empfehlen. 

Höhlentauchen stand ja auch auf dem Programm. Tauchplatz C36, nur der Eingang war auf 50m und eigentlich war es ein Höhlen schnuppern mit 12 l. Aber sehr interessant, zumal der Diveguide zum Ausklang eine Unterwasser Sprint- Hetz-Aktion ansetzte. Manchmal kann man nur mehr den Kopf schütteln.

Mein 1300ster  Tauchgang war auch der letzte dieser Safari und er fand wieder auf Sunken Garden Bon Bon Island statt. Auf einen zweiten TG wurde vor der langen Überfahrt  ca.14h verzichtet, da Sturmwarnung war. Mehr braucht man ja nicht, wenn man schon mal einen Schiffbruch erlebt hat.

Geschützt im Maschineraum vor Wellen und Gischt wurde der Großteil der Fahrt verbracht. Bei Tageslicht ging es noch einigermaßen, aber in der Nacht sah alles bedrohlicher aus. Wir erreichten dann das Ressort unbeschadet und hatten dann noch ein bisschen Zeit bis zum Rückflug und das wurde wirklich nur mehr zum Entspannen genutzt.

Vielleicht konnte ich damit Interesse wecken, sich das einmal anzusehen.

Liebe Grüsse
Florian


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