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Summer Island Village 2008

Vom 31. Jänner bis 14. Februar befanden sich der Großteil des alw-Tauch- und Filmteams (Alexander, Heidi, Andreas, Hans-Leo und Wolfgang) auf der Malediveninsel Summer Island Village im Nord-Male-Atoll.

Anreise
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Die Anreise vom Flughafen Male mit dem Wasserflugzeug erwies sich nach einem 9 Stunden langen Flug von WIEN kommend als äußerst angenehm, da man sich kostbare Zeit - die Bootsfahrt dauert 3x so lange - spart. Der Flug dauert nur 15 Minuten. Vorsicht bei zu viel Handgepäck, das kann ganz schnell ein paar hundert US$ mehr kosten. Bei uns waren es immerhin 120.- US$.
Allein der Start und die Landung auf dem Wasser sind ein besonderes Erlebnis; die Crew fliegt ohne Schuhe, es ist eng, aber dennoch faszinierend.

Die Insel
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Summer Island Village, in weiterer Folge SIV genannt, ist eine große Insel und auch von der Kategorie eher eine gemütliche, 3 Sterne - Barfuß-Insel. Es gibt keinen Weg der nicht mit Sand bedeckt ist, es grünt rundherum, wenn man sich auf der Insel bewegt. Die Bungalows könnten vielleicht ein bisschen neuerer und mit einem Kasten versehen sein, aber dafür war alles sauber. Wir sahen die ganzen 14 Tage kein einziges Mal eine Kakerlake. Jeden Tag sieht man das Personal die Insel von Norden nach Süden systematisch reinigen.

Die Strände sind im Osten der Insel, wo unsere Bungalows waren, durch eine ca. 60 Meter entfernte Steinmauer vor zu starker Brandung geschützt. Wäre diese nicht vorhanden, würde es den ganzen feinen Sand durch die Gezeiten und Strömungen wegspülen. Dadurch ist eine kleine Lagune mit tollen Sandstrand entstanden, in der Babyhaie, kleine Stachelrochen, handzahme Moränen und eine Vielzahl von zutraulichen Fischen einen Lebensraum gefunden haben. Aufgrund des Sandbodens kann man ohne Badeschuhe ins Wasser. Es sollten aber dennoch die Augen offen gehalten werden, damit man nicht auf einen schlafenden Stachelrochen steigt. Die Wassertiefe der Lagune variiert zwischen 40 cm und 120 cm, bei Ebbe ist ein Schwimmen eher nicht möglich.

Eine große Schande stellen die Wasserbungalows dar. Eigentlich ist es ein Verbrechen, solche Bauten - Betonpfosten mit gemauerten! Bungalows ohne direkten Zugang zum Meer - auf den Malediven verbieten. Die meisten Inseln bauen ihre Bungalows aus Holz, was für die Natur besser ist und auch viel schöner und freundlicher aussieht.

Essen und Personal
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SIV bietet seinen Gästen die Möglichkeit von All Inklusiv. Das ist wirklich eine gute Idee, denn allein die Getränke, und getrunken sollten mindestens 3 Liter am Tag werden, verschlingen einen Großteil der Rechnung.
Bei jedem Essen gibt es Buffet, 1 x pro Woche wird auch gegrillt. Nach einer Woche Aufenthalt beginnt die Speiskarte zwar wieder von vorne, aber bei der Auswahl kann man sehr gut variieren. Wer Fisch liebt, der ist hier richtig.
Das Restaurant allgemein ist lediglich mit einen Strohdach geschützt, vielleicht sollten die Deckenventilatoren ein wenig mehr in betrieb sein, damit die Luft besser zirkulieren kann.
Der Tischkellner ist zwar nicht der schnellste, aber er gab sich immerhin Mühe. Und schließlich ist man ja im Urlaub. Da mein Geburtstag im Urlaub war, bekam ich zum Abendessen sogar eine kleine Torte mit Kerze und der Tischkellner versuchte sich mit "Happy Birthday". Das fand ich sehr nett.
Das gesamte Personal - Room-boy, Crew, Kellner - waren alle freundlich, hilfsbereit und immer für kleine Scherze aufgelegt.

Serena Spa
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So nennt sich der Spa-Bereich auf der Insel. Die drei Angestellten geben sich alle Mühe um den bedürftigen Gast zu verwöhnen. Aus einer Vielzahl von den Massagen kann man auswählen, sogar ein eigenes Paket für Taucher ist geschnürt worden. Danach fühlt man sich wie neugeboren. Das sollte man unbedingt ausprobieren.

Tauchen und Tauchbasis
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Kommen wir nun zum eigentlichen Ziel und Zweck unserer Reise - dem Tauchen. Um es gleich vorweg zu nehmen: SIV ist keine wirkliche Taucherinsel.
Das bedeutet aber nicht, dass es keine tollen Tauchplätze gibt. Es werden immerhin 30 Spots angefahren, die alle Taucher etwas zu bieten haben. Das Hausriff - eher Haussandbank - ist für die Checkdives bestens geeignet. So kann bei Tarierproblemen höchstens der Sand aufgewirbelt und keine Koralle beschädigt werden.
Der Versuch, aus alten Möbeln und Gerümpel ein Riff entstehen zu lassen ist nicht jedermanns Geschmack, aber immerhin sind die Teile und Gegenstände schon mit kleine Korallen überzogen und eine Vielzahl von Fischen und Lebewesen haben sich dort einquartiert. Wo wieder bewiesen wäre, dass die Korallenbildung auf den Malediven trotz El Ninjo 1998 (El Ninjo ist ein natürliches Klimaphänomen; es wird jedoch vermutet, dass dieses durch den anthropogenen Treibhauseffekt noch verstärkt wird.) langsam aber stetig voran geht.
Das Personal von Diverland, allen voran Leo - ein Österreicher - mit Jürgen (arbeitet normaler Weise auf Embudu), Tom und Chris sind ein junges, motiviertes Team, das sich sehr viel Mühe mit den jeweiligen Tauchern gibt und auf spezielle Wünsche - keine langen Anfahrten, weniger Strömung usw. - immer wieder eingeht. An dieser Stelle nochmals Dank an Leo, der uns immer gute Plätze zum Filmen und Fotografieren gezeigt hat und auf unsere Wünsche eingegangen ist.Ein Eintragen am Vortag in eine Bootsliste ist nicht notwendig, wer zeitgerecht bei der Basis ist, fährt mit, wer zu spät kommt bleibt da. Eine einfach aber gute Regelung, da man bei Schlechtwetter einfach auf der Insel bleibt. Die Anzahl der Taucher bei den Ausfahrten übersteigt nie 10 Personen. Somit bleibt auf dem Doni eine Menge Platz. Alles was für eventuelle Rettungsmaßnahmen nach einem Tauchunfall notwendig ist wird bei jeder Ausfahrt durch die Crew mitgeführt. Das Briefing erfolgt anhand von vorgefertigten Karten, wo alles Wichtige darauf zu sehen ist, in Deutsch und falls notwendig auch in Englisch.

Wir hatten das große Glück, alles außer Walhaie vor die Linse zu bekommen. Mantas, Stachelrochen, Haie, Schildkröten und eine Vielzahl von unterschiedlichsten Fischen machen jeden Tauchgang zum Erlebnis. Beim Anziehen, Aussteigen und Einsteigen ins Boot, beim Ausziehen und Versorgen der Ausrüstung sind die helfenden Hände der Bootscrew hilfreich und unterstützend. Nach dem alles am Schiff versorgt ist, bekommt jeder Taucher einen Tee, der geschmacklich unübertroffen ist sowie ein paar Stücke frische Kokosnuss.
Die Ausrüstung wird bei der Tauchbasis auf einen Transportwagen verladen und durch die Bootscrew bis aufs Doni transportiert.
Das Tauchen auf den Malediven nicht billig ist, sollte einem schon vor Antritt der Reise bewusst sein. Dennoch hat das Team ein spezielles Preissystem, damit sich für jeden Taucher ein individuelles Tauchpaket zusammenstellen lässt. Eine sehr gute Idee.

Resümee
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Alles in Allem war es eine sehr schöne Reise, nicht nur unter Wasser sondern auch oberhalb. Die Insel bietet alles was man sich für einen Tauchurlaub wünschen kann.
Stresslos und gemütlich kann man hier seine kostbarste Zeit des Jahres verbringen. Nach dem Inselmotto: SIV-where the summer never ends.
Wer allerdings Luxus und Exklusivität sucht, der ist hier an der definitiv falschen Adresse.

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