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Vom Abenteuer-zum Breitensport

Wer ans Tauchen denkt, hat oft die farbenfrohe Unterwasserwelt an einem exotischen Ferienort vor Augen. Aber auch in unseren heimischen Flüssen und Seen hat sich das Sporttauchen etabliert.

Text: Oliver Schmid

Wenn Pia Streule vom Tauchen erzählt, gerät sie ins Schwärmen: «Es ist diese Stille, das Gefühl der Schwerelosigkeit und die Möglichkeit, bei jedem Tauchgang wieder Neues und Einzigartiges zu entdecken, was mich an diesem Sport so fasziniert.» Zusammen mit Edgar Sepp betreibt sie in Schaffhausen seit einigen Jahren das Dugong Dive Center und hat
so ihr Hobby zum Beruf gemacht. Vor zwölf Jahren war sie als Rucksacktouristin durch Australien unterwegs, als sie zum ersten Mal mit dem Tauchsport in Berührung kam. «Eigentlich wollte ich nur Schnorcheln, habe dann aber doch ein paar Schnuppertauchgänge gemacht», erinnert sie sich zurück. So richtig rückte das Tauchen erst vor sechs Jahren wieder in den Fokus. Aus dem Hobby wurde Berufung und daraus ihre tägliche Arbeit.

Ausbildung steht über allem

Heute bietet sie mit ihrem professionellen Team Aus- und Weiterbildungen von Tauchern und Schnorchlern an. Das Ausbildungsprogramm reicht dabei von Anfängerkursen bis hin zur Stufe Berufstauchen. Ausgebildet werden von Kindern über Jugendliche und Erwachsene bis hin zur älteren Generation alle Interessierten. Weil dabei die Sicherheit, eine hohe Qualität in der Ausbildung sowie intensive und individuelle Betreuung im Zentrum stehen, finden diese Ausbildungen stets in übersichtlichen und lernfördernden Kleingruppen nach den Standards von PADI (Professional Association of Diving Instructors) statt. Erste praktische Taucherfahrungen werden beispielsweise im Hallenbad Rheinau oder einem der zahlreichen kleineren Freibäder in der Region gesammelt.

Tauchen in der Schweiz boomt
Früher galt Tauchen oft als Abenteuersport und wurde in unseren Breitengraden nur von wenigen «Angefressenen» betrieben. Dieses Bild hat sich heute deutlich gewandelt, denn gerade in der Schweiz gibt es beinahe unendlich viele Möglichkeiten, um das Tauchen als ganzjährigen Sport zu betreiben. So verwundert es nicht, dass gerade auch jüngere Menschen sich vermehrt mit der Materie beschäftigen. Egal wie alt man ist, wichtig sei immer, dass man, wie bei anderen Sportarten auch, das Tauchen bei einem Schnupperkurs ausprobiere, meint Streule. Nur so merke man, ob es einem wirklich gefällt und der Funke auch wirklich überspringen kann.

Tauchlager für Kinder
Wer sein Tauchbrevet erworben hat, wird beim Tauchen in einheimischen Flüssen und Seen mit einer ungeahnten Vielfältigkeit der Unterwasserflora- und fauna belohnt. Pia Streule bietet in ihrem Geschäft eine so genannte offene Tauchgruppe an, in der man schnell Gleichgesinnte findet. Jetzt im Winter fährt man immer samstags etwas weiter weg, um beispielsweise im Boden-, Walen- oder Vierwaldstättersee zu tauchen. Im Frühling und Sommer erkundet man jeweils dienstags mehrheitlich den Rhein zwischen Stein am Rhein und Schaffhausen. Damit Kinder ab etwa zehn Jahren das Tauchen ausprobieren können, bietet Pia Streule ein einwöchiges Tauchlager an, das während den Sommerferien hier in der Region durchgeführt wird. Gestartet wird mit Theorie und Pooltauchen in der Badi Andelfingen, bevor man dann am Bodensee seine ersten Freiwassertauchgänge machen kann.