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Unterwasserlebewesen

Hier findest du bemerkenswerte Geschöpfe, die in einer fast noch unbekannten Welt leben. Die Unterwasserwelt ist, wie man schon sagt, weniger erforscht als unser Mond. Dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass stetig neue Meereslebewesen entdeckt werden. Lass dich nun von der Vielfalt und der zum Teil schon unglaublichen Skurrilität der Natur begeistern.

BANGGAI CARDINALFISH

Der Banggai-Kardinalbarsch (Pterapogon kauderni), auch Molukken-Kardinalbarsch oder einfach Kauderni genannt, ist ein sehr hübsch gezeichneter Kardinalbarsch mit eleganten, langen Flossen. Kauderni ist eine endemisch vorkommende Art, was heisst, dass er in einem sehr begrenzten Gebiet auf der Welt vorkommt. Im Falle von Kauderni ist es ein besonders kleines Gebiet, nämlich lediglich um die Banggai-Inseln, östlich der grossen indonesischen Insel Sulawesi. Mittlerweile kann man ihn aber auch in der Lembeh Strasse in Nord-Sulawesi finden, wo er durch einen Dive Guide als Attraktion für Tauchtouristen eingeschleppt wurde. Nachdem auch die Aquaristik Interesse an diesem schmucken Fisch gefunden hat, wurde er bereits 2007 auf die IUCN Rote Liste der bedrohten Arten gesetzt und als "gefährdet" eingestuft. Die Aquaristik hat diesem Fisch sehr grossen Schaden zugefügt und 2004 bereits die gesamte Population um Limbo Island komplett ausgefischt.

LONGNOSE HAWKFISH

Der Langnasen-Büschelbarsch, von Tauchern oft kurz "LaNaBüBa" genannt, gehört zu den Barschverwandten und ist sicherlich einer der hübschesten Büschelbarsche. Er ist der einzige Vertreter seiner Gattung und wird ca. 13 cm lang. LaNaBüBa haben einen langen, seitlich zusammengedrückten Körper und eine - wie es der Name schon verrät - langgezogene, pinzettartige Schnauze. Der Körper ist weiss gefärbt und hat ein karoartiges rotes Muster, das dem Fisch ein auffälliges Kleid verleiht. Am Ende jedes Rückenflossen-Strahls ist ein kleiner Büschel zu sehen. Das Männchen kann durch seinen leicht rötlich gefärbten Kiefer, einem schwarzen Saum bei den After- und Brustflossen und seiner leicht kleineren Grösse vom Weibchen unterschieden werden. LaNaBüBa sind Hermaphroditen und kommen stets als Weibchen zur Welt. Später werden dann einige Männchen, während der Rest als Weibchen ihr Leben weiterführt.

BARGIBANTI'S SEAHORSE / BARGOIBANTI'S PYGMY SEAHORSE

Diese Art der Pygmäenseepferdchen wurde als erste entdeckt und daher vorerst einfach Pygmäenseepferdchen oder Zwerg-Seepferdchen benannt. Da mittlerweile aber mehrere Pygmäenseepferdchen-Arten gefunden und als andere Art beschrieben wurden, nennt man diese Art Bargibanti Pygmäenseepferdchen oder Bargibanti Zwerg-Seepferdchen. Diese sehr kleinen Seepferdchen leben hochspezialisiert auf Gorgonienfächer der Art Muricella (M. plectana und M. paraplectana) in Tiefen von 15-40 m, wo sie mit ihrem Aussehen so gut getarnt sind, dass sie nur per Zufall 1969 bei der Untersuchung einer Gorgonie im Labor entdeckt wurden. Der Entdecker war ein Neukaledonischer Wissenschaftler namens George Bargibant und so wurde das Tierchen 1970 von Whitley Hippocampus bargibanti genannt. Bargibantis gehören wie alle Seepferdchen der Familie der Seenadeln an, der auch Seenadeln, Pfeifenfische und Seedrachen angehören. Sie ernähren sich von sehr kleinen Krustentieren.

EMPEROR SHRIMP

Die Imperator-Garnele findet man auf einer breiten Palette von wirbellosen Wirten wie zum Beispiel Nacktschnecken (Spanische Tänzerin oder der Spezies Ceratosoma), Seegurken (Thelenota sp., Synapta sp. oder Stichopus sp.) oder der Prachtsepie (Metasepia pfefferi). Die Imperator-Garnele ist im Indo-Pazifik weit verbreitet und kann in jedem Umfeld leben, solange seine Wirte vorhanden sind. Typischerweise ist das Umfeld eher flacheres Gewässer und sandige oder geröllige Ebenen mit viel Lichteinfall ohne heftige Wellen oder Strömungen, in Tiefen von 5-30m.

BOXER CRAB

Lybia tessellata ist eine kleine Krabbe (bis zu 2.5cm) der Familie Xanthidae, die auf flachem, sandigen oder kiesel- oder schotterhaltigem Grund des Indo-Pazifiks lebt. Ihr Carapax (Fachbegriff für die harte Bedeckung der Körperoberseite) hat eine Trapezform, welche eine klare Zackenkante hat. Da der Carapax ein Wachstum nicht ermöglicht, müssen sich Boxerkrabben "häuten", also den alten und mittlerweile zu kleinen Panzer ablegen. Sie können beim Häuten sogar das eine oder andere verlorene Gliedmass ersetzen. Der Carapax ist in Abschnitte unterschiedlicher Färbung geteilt, welche mit ihrem Netz geometrischer, dunkler Linien etwas an Buntglas erinnert. Auch die Beine nehmen die dunklen Linien wieder auf, sind weiss gepunktet und haben kurze Häärchen. Sie haben fünf Beinpaare. Die Scheren sind lang und schmal. L. tesselata ist ein Allesfresser.
Diese hübschen und putzigen Tierchen sind schwer zu finden. Und gelten darum als selten.

VALENTIN'S TOBY

Der Sattel-Krugfisch (Canthigaster valentini) gehört zur Gattung der Krugfische innerhalb der Familie der Kugelfische und ist im Indo-Pazifik weit verbreitet. Er lebt in korallenreichen Riffen in Tiefen bis zu 55 m, ist ein aktiver wenn auch nicht schneller Schwimmer, aber dafür umso geschickter im Manövrieren. Ähnlich wie ein Helikopter kann er sich mit der "Gondoliereschwimmen" genannten Taktik auf engstem Raum zwischen Korallenzweigen, kleinen Höhlen und Spalten und bewegen. Wird es brenzlig, nimmt er für die Beschleunigung noch die Schwanzflosse dazu und kann für kurze Strecken auf ein beachtliches Tempo beschleunigen. Der Körper ist weiss gefärbt, mit hellbraunen bis bläulich-grauen Punkten übersäht und vier schwarzen grossen Flecken (Sattel) auf dem Rücken, wovon die mittleren zwei Sattel länger sind. Der Kopf ist bläulich-grau, die Flossen leicht gelblich und hinter den Augen haben sie einen regenbogenfarbigen Streifen. Die Schnauze ist spitz, eher lang und erinnert etwas an einen Kussmund. Seine stark ausgebildeten Augen geben dem Sattel-Krugfisch immer einen babyhaften Kulleraugen-Ausdruck.

Blue-Ringed Octopus

Bisher sind der Wissenschaft mindestens zehn verschiedene Blauring-Kraken bekannt, jedoch ist noch ungeklärt ob es sich um verschiedene Arten handelt, oder ob die einen lediglich eine Variante der anderen ist. Zwei der bestätigten und häufigsten Arten sind Hapalochlaena lunulata (meistens wird diese Art bei der Identifizierung genannt) und H. maculosa. Die Arten können durch Vermessung der Grösse und der Anzahl der blauen Ringe voneinander unterschieden werden. Ein weiterer Hinweis liefert die Körperlänge.  H. maculosa ist die grössere Art und hat eine Körperlänge von max. 5cm und eine Tentakellänge von ca. 10 cm, während die Köperlänge von H. lunulata meist unter 5 cm misst und eine Tentakellänge von maximal 7 cm hat. H. maculosa besitzt 10 braune Flecken pro Tentakel, die mit blauen Ringen umrandet sind, und im Gesamten satte 50-60 Ringe auf seinem Mantel, während  H. lunulata meist weniger als 25 Ringe auf dem Mantel hat. Diese sind dafür gerne mal 8mm im Durchmesser, also grösser als bei H. maculosa.

Meeresstrudelwürmer (Ordnung Polycladida)

Die Ordnung der Meeresstrudelwürmer umfasst eine Gruppe von freilebenden Plattwürmern. Von der Abstammung her sind Meeresstrudelwürmer sogar im selben Stamm mit parasitischen Bandwürmern verwandt. Die anderen Teile des Stammes machen rund drei Viertel des Stammes aus. Meeresstrudelwürmer sind hauptsächlich in Korallenriffen tropischer Meere anzutreffen und räuberisch unterwegs. Obwohl sie die Wissenschaft seit über 150 Jahren kennt, ist nicht sehr viel über sie bekannt.

Gestreifter Anglerfisch / Haariger Anglerfisch

Der Gestreifter Anglerfisch gehört zur Anglerfisch-Gattung Antennarius und wird teilweise auch Haariger Anglerfisch genannt. Innerhalb dieser Gattung gehört er wiederum zur Gruppe der A. striatus und ist besonders nah mit A. hihspidus verwandt, mit dem er auch am ehesten verwechselt wird. Wie alle Anglerfische hat er seine Tarnung perfektioniert und ist so sehr schwer zu sehen. In einigen Gebieten (zum Beispiel in Sulawesi oder in den Philippinen), innerhalb seiner natürlichen Verbreitung, weist der Streifen Anglerfisch besonders lange und Haarzottel ähnliche Anhängsel auf und wird dann in der Regel als Haariger Anglerfisch (Englisch: Hairy Frogfish) bezeichnet.

Der Stachliger Teufelsfisch / Steinfisch-Teufelsfisch

Inimicus didactylus, allgemein bekannt als Stachliger Teufelsfisch, ist ein Mitglied der giftigen Fische und nah verwandt mit den Steinfischen. Er kann eine Länge von ca. 25 Zentimetern erreichen und hat eine unregelmässig geformte Haut mit Stacheln und Knoten. Die Stacheln schützen den Teufelsfisch so gut gegen Fressfeinde, dass keine bekannt sind. Sein natürlicher Lebensraum erstreckt sich über den östlichen Indischen Ozean bis hin zum westlichen Pazifik in Tiefen von 5 bis 450m.