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BOXER CRAB

Boxerkrabbe | Pom-Pom Krabbe | Lybia tesselata

Lybia tessellata ist eine kleine Krabbe (bis zu 2.5cm) der Familie Xanthidae, die auf flachem, sandigen oder kiesel- oder schotterhaltigem Grund des Indo-Pazifiks lebt. Ihr Carapax (Fachbegriff für die harte Bedeckung der Körperoberseite) hat eine Trapezform, welche eine klare Zackenkante hat. Da der Carapax ein Wachstum nicht ermöglicht, müssen sich Boxerkrabben "häuten", also den alten und mittlerweile zu kleinen Panzer ablegen. Sie können beim Häuten sogar das eine oder andere verlorene Gliedmass ersetzen. Der Carapax ist in Abschnitte unterschiedlicher Färbung geteilt, welche mit ihrem Netz geometrischer, dunkler Linien etwas an Buntglas erinnert. Auch die Beine nehmen die dunklen Linien wieder auf, sind weiss gepunktet und haben kurze Häärchen. Sie haben fünf Beinpaare. Die Scheren sind lang und schmal. L. tesselata ist ein Allesfresser.
Diese hübschen und putzigen Tierchen sind schwer zu finden. Und gelten darum als selten.


© Angela Lötscher

Verhalten
Alle Tiere der Spezies Lybia sind aufgrund ihrer Gewohnheit, Anemonen-Büscheln in ihren Scheren herum zu tragen (erinnert an Boxerhandschuhe oder Cheerleader Pom-Poms), allgemein bekannt unter den Namen Pom-Pom Krabbe oder Boxerkrabbe. Ihr Mutualismus mit Anemonen macht sie besonders interessant. Der Mutualismus zeichnet sich dadurch aus, dass die Krabbe mit den Anemonen eine einzigartige Art der Verteidigung gegen Fressfeinde erhält, während die Anemone durch das herumgetragen werden einfacher und zu mehr Nahrung kommt, als wenn sie sesshaft wäre. Wird die Boxerkrabbe bedrängt, boxt sie einfach mit der Anemone vor sich hin, bis sie den Angreifer loswird. Boxerkrabben nutzen dazu Anemonen von mindestens drei Arten, inklusive Bundeopsis spp. und Triactis. Durch das Herumtragen der Anemonen hat die Krabbe dafür keine Schere frei für dir Nahrungsaufnahme, wobei die Scheren sowieso so sehr an die Anemonen angepasst sind, dass sie zu schmal und fein sind, um Nahrungsstücke aus einer Beute herauszuschneiden. Ersteres Problem löst sie, indem sie kleine Futterteile mit der Anemone fängt, die Anemone dann durch den Mund zieht und so trotzdem zum Fressen kommt. Für das Überleben der Krabbe ist die Anemone aber nicht wichtig und darum kann man Boxerkrabben auch mal mit Korallen oder Schwämmen in den Scheren antreffen. Da dann aber die Nahrungsaufnahme schwieriger zu sein scheint, ist anzunehmen, dass sie bald wieder zu einer Anemone wechseln. Das zweite Problem wird durch eine Adaption des zweiten Beinpaares kompensiert, mit dem sie Stücke schneiden und diese dann zur Mundöffnung leiten kann.

Wie die meisten Krabben sind Boxerkrabben eierlegende Tiere. Die Eier werden stets vom Weibchen vorne am Bauch getragen, wo sie befruchtet und ausgetragen werden. Durch die knallrote Färbung der Eier kann man diese - sofern man eine trächtige Lybia tesselata findet - nicht übersehen. Während den 13-15 Tagen, in denen die Eier heranreifen, nimmt L. tesselata mehr Nahrung zu sich. Dies ist eine besonders gefährliche Zeit für die kleine Krabbe. Sobald die Larven bereit zum Schlüpfen sind, klettert die Boxerkrabbe auf den höchstmöglichen Punkt in der Umgebung und lässt pro Stunde bis zu 250 Larven frei. Dieser Prozess kann gut auch mal mehrere Stunden dauern. Die Larven sind nach dem Schlüpfen sich selbst überlassen.

Wer so ein Tierchen zu Gesicht bekommt sollte sich etwas Zeit nehmen, um es genau zu beobachten. Es ist wirklich sehr amüsant der 2.5 cm grossen Krabbe zuzuschauen, wie sie versucht, einem mit Boxbewegungen zu vertreiben!