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VALENTIN'S TOBY

BLACK-SADDLE TOBY | Sattel-Spitzkopfkugelfisch | Canthigaster valentine

Der Sattel-Krugfisch (Canthigaster valentini) gehört zur Gattung der Krugfische innerhalb der Familie der Kugelfische und ist im Indo-Pazifik weit verbreitet. Er lebt in korallenreichen Riffen in Tiefen bis zu 55 m, ist ein aktiver wenn auch nicht schneller Schwimmer, aber dafür umso geschickter im Manövrieren. Ähnlich wie ein Helikopter kann er sich mit der "Gondoliereschwimmen" genannten Taktik auf engstem Raum zwischen Korallenzweigen, kleinen Höhlen und Spalten und bewegen. Wird es brenzlig, nimmt er für die Beschleunigung noch die Schwanzflosse dazu und kann für kurze Strecken auf ein beachtliches Tempo beschleunigen. Der Körper ist weiss gefärbt, mit hellbraunen bis bläulich-grauen Punkten übersäht und vier schwarzen grossen Flecken (Sattel) auf dem Rücken, wovon die mittleren zwei Sattel länger sind. Der Kopf ist bläulich-grau, die Flossen leicht gelblich und hinter den Augen haben sie einen regenbogenfarbigen Streifen. Die Schnauze ist spitz, eher lang und erinnert etwas an einen Kussmund. Seine stark ausgebildeten Augen geben dem Sattel-Krugfisch immer einen babyhaften Kulleraugen-Ausdruck.
Bei seiner ca. 10 cm maximalen Körperlänge muss man sich - im Gegensatz zu seinen grösseren Artgenossen - nicht vor üblen Beisswunden fürchten. Wie auch die grossen Kugelfische, sind an jedem der beiden Kiefer zwei Zahnplatten, also total vier. C. valentini ernährt sich von Grün- und Rotalgen, kleinen Wirbellosen (Weichtiere mit Schalen, Stachelhäuter wie z.B. Seeigel, Borstenwürmer) und Moostierchen. Sattel-Krugfische sind sehr giftig (siehe unten). Da die Zahnplatten nie zu wachsen aufhören, müssen Kugelfische generell stets etwas zu beissen haben (darum die Futterwahl). Nur so können sie die Zahnplatten entsprechend abwetzen. Würde das schalige Futter fehlen, könnten die Zahnplatten so zusammenwachsen, dass sie das Fressen verunmöglichen und der Kugelfisch schlussendlich verhungern würde.
Droht Gefahr, presst er ruckweise Wasser in eine sackartige Erweiterung des Magens und bläst so seinen Körper auf.

Verhalten
C. valentini leben als Haremsverband in einem Grossrevier mit ein bis sieben sehr territorialen Weibchen zusammen. Jeden Tag laicht das Männchen mit einem anderen seiner Weibchen, jeweils in den Morgenstunden. Hat ein Männchen noch kein eigener Harem, wird es versuchen in ein fremdes einzudringen und es für sich zu gewinnen. Da die Männchen aber auch nicht besonders konfrontationsfreudig sind, ahmen sie im Streitfall mit einem anderen Männchen einfach ein balzendes Weibchen nach. Alle ausgewachsenen Weibchen sind territorial. Manchmal bilden Sattel-Krugfische kleine, bis zu hundert Tiere starke Schwärme. Dazu gesellen sich oft auch Schwarzsattel-Feilenfische (Paraluteres prionurus), welche den giftigen Sattel-Krugfisch als Schutz vor Fressfeinden farblich nachahmen (Mimikry).

Gift
Das Gift des C. valentini heisst Tetrodotoxin, welches alle Kugelfischarten gemeinsam haben. Tetrodotoxin kann einen ausgewachsenen Menschen töten und gilt durch die Heftigkeit des Toxins als eines der tödlichsten Gifte im marinen Tierreich. Das gleiche Gift findet sich auch in anderen Unterwasser-Tierarten, sogar ausserhalb der Kugelfisch-Familie, wie zum Beispiel beim Blauring-Kraken. Bisher wurde noch kein Gegengift entwickelt. Das Gift muss bei diesem Fisch oral eingenommen werden, da der Mund zu klein zum Zubeissen ist. Obwohl er ein Kugelfisch ist, gehört er nicht zu den Arten, die als Delikatesse von Menschen gegessen werden.

© Angela Lötscher | Klick auf das Photo um es zu vergrössern!