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Der Stachliger Teufelsfisch / Steinfisch-Teufelsfisch

DEMON/DEVIL STINGER  | OCEAN WALKMAN | Inimicus didactylus

Inimicus didactylus, allgemein bekannt als Stachliger Teufelsfisch, ist ein Mitglied der giftigen Fische und nah verwandt mit den Steinfischen. Er kann eine Länge von ca. 25 Zentimetern erreichen und hat eine unregelmässig geformte Haut mit Stacheln und Knoten. Die Stacheln schützen den Teufelsfisch so gut gegen Fressfeinde, dass keine bekannt sind. Sein natürlicher Lebensraum erstreckt sich über den östlichen Indischen Ozean bis hin zum westlichen Pazifik in Tiefen von 5 bis 450m.

Der Körper ist rot bis sandig-gelb gefärbt und weist meist hellere Fleckenmuster auf. Die Färbung imitiert die üblichen Korallen- oder Sandfärbungen und macht das Tier schier unsichtbar auf dem Meeresgrund. So ist der Teufelsfisch nicht nur für seine Fressfeinde kaum sichtbar, sondern auch für seine Beute. Die Haut ist bis auf den Bereich der Seitenlinie schuppenfrei. Der Kopf ist abgeflacht und konkav. Augen, Mund und Nasenlöcher ragen nach oben vor und von oben gesehen eher nach aussen.

Von seinem Art-Verwandten, dem Filament-Teufelsfisch/Indischer Walkman (Inimicus filamentosus), kann er mit diesen Hinweisen gut auseinandergehalten werden: I. filamentosus hat erweiterte Flossenstrahlen-Filamente an seinen Brustflossen, die gut sichtbar und auffällig sind. Ausserdem ist seine Warnfärbung an den Flossen eher honigwaben-artig am äusseren Radius der Flossen. Ein weiterer Hinweis kann auch die Distribution geben, die nicht wirklich deckungsgleich ist. Den Filament-Teufelsfisch findet man im westlichen Indischen Ozean vom Roten Meer zu Ost Afrika und den Malediven.
Ansonsten sind sich die beiden zum Verwechseln ähnlich, inklusive Grösse und Gewicht von um die 480g maximal.

Verhalten
Der Stachlige Teufelsfisch ist nachtaktiv und vergräbt sich tagsüber teilweise im Sand. Er frisst andere Fische oder Garnelen und ist ein sogenannter Lauerjäger. Das heisst, dass er gut getarnt und teilweise eingegraben auf dem Meeresboden auf eine geeignete Beute wartet. Taucht ein nichtsahnender Fisch in der richtigen Grösse auf, wird schnell zugeschnappt. Manchmal lähmt er den Fisch durch ein rasches Hochschnellen der Rückenflossen, so dass der vorbeischwimmende Fisch durch den giftigen Stich einer Giftspitze zur einfacheren Beute wird. Für seine Tarnung schafft er nicht nur Sand auf seinen Körper, sondern auch Meeresabfall. Hat er sich erstmal eingegraben, verlässt er sein Versteck nur sehr widerwillig. Dies hängt aber auch damit zusammen, dass Teufelsfische schlechte Schwimmer sind (ja, es gibt tatsächlich auch Fische, die nicht sehr gut schwimmen können). Wenn er sich dann mal bewegt, ist es mit einem ungewöhnlichen Rumpf-Schlängeln, also mit den hinteren zwei Dritteln seines Körpers; kriecht er auf dem Meeresboden, dann in dem er seine vier unteren Flossenstrahlen der Vorderflosse wie Beine benutzt.

Wird der Teufelsfisch gestört (durch Taucher oder andere Unterwassertiere) fächert er seine strahlend gefärbten Brust- und Schwanzflossen als Warnung aus.

Gift
Vergiftungen durch die Inimicus Spezies führen zu unmittelbarem und heftigem Schmerz an der betroffenen Stelle. Es kommt zu einer Schwellung bei der Einstichstelle und es können weitere Symptome wie z.B. Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Atemnot auftreten. Ärztliche Hilfe muss sofort angefordert werden. Als Erste Hilfe wird unter anderem das Eintauchen der betroffenen Stelle in sehr heisses Wasser (mindestens 45°C) empfohlen. Durch die Hitze des Wassers können die proteolytischen (=Eiweiss abbauend) Enzyme des Giftes zerstört werden. Dies funktioniert übrigens bei den Giften der meisten Steinfischarten. Zur Schmerzlinderung kann auch an der betroffenen Stelle eine Lokalanästhesie verabreicht werden. Für extreme Fälle kann eine intramuskuläre Injektion des Steinfisch-Gegengiftes lebensrettend sein. Dieses scheint bei Vergiftungen durch andere Fische der Steinfisch-Familie auch zu wirken. Ein spezifisches Gegengift gibt es allerdings nicht. Gefahr durch die Impfung kann eigentlich nur bei Menschen auftreten, die zuvor schon einmal die Impfung erhalten haben oder die unter einer Pferde-Serum-Allergie leiden. Weiter ist zu prüfen, wann die letzte Tetanusimpfung stattgefunden hat und diese ist je nach dem gleich aufzufrischen. Überlebende leiden im Nachhinein meist an einer Gewebenekrose (Absterben von Gewebe) und Nervenschaden, die im angrenzenden Muskel sogar zu Muskelschwund führen können.


© Angela Lötscher | Stachliger Teufelsfisch