Deutsch
English

Das Leben unter der Wasseroberfläche

Auf dieser Seite werden Wissensberichte und nützliche Informationen rund um die Flora und Fauna der Weltmeere und Seen veröffentlicht. Wenn auch du einen Beitrag leisten möchtest, schicke uns deinen Bericht oder deine Informationen an info(at)globediver.ch.

BANGGAI CARDINALFISH

Der Banggai-Kardinalbarsch (Pterapogon kauderni), auch Molukken-Kardinalbarsch oder einfach Kauderni genannt, ist ein sehr hübsch gezeichneter Kardinalbarsch mit eleganten, langen Flossen. Kauderni ist eine endemisch vorkommende Art, was heisst, dass er in einem sehr begrenzten Gebiet auf der Welt vorkommt. Im Falle von Kauderni ist es ein besonders kleines Gebiet, nämlich lediglich um die Banggai-Inseln, östlich der grossen indonesischen Insel Sulawesi. Mittlerweile kann man ihn aber auch in der Lembeh Strasse in Nord-Sulawesi finden, wo er durch einen Dive Guide als Attraktion für Tauchtouristen eingeschleppt wurde. Nachdem auch die Aquaristik Interesse an diesem schmucken Fisch gefunden hat, wurde er bereits 2007 auf die IUCN Rote Liste der bedrohten Arten gesetzt und als "gefährdet" eingestuft. Die Aquaristik hat diesem Fisch sehr grossen Schaden zugefügt und 2004 bereits die gesamte Population um Limbo Island komplett ausgefischt.

Mit dem HYPERBAR® DEEP DIVER SYSTEM ausgestattete Taucheruhren

Haben Sie schon vom Hyperbar® Deep Diver System gehört?

Unter der Marke sdw® Swiss Diver Watches stellen wir seit 1996 die weltweit ersten Taucheruhren her, deren Gehäuse bis auf eine kleine Luftblase komplett mit Spezialflüssigkeit gefüllt sind. Das Hyperbar® Deep Diver System, bestand im Jahre 1999 den durch den Schweizerischen Verein für Technische Inspektionen SVTI (EMPA) durchgeführten Drucktest von Rekord brechenden 1200 bar (SVTI Nr. 114'937), was einer Tiefe von 12'000 Metern entspricht! 2002 wurde die Marke Hypertec® ins Leben gerufen. Sie umfasst nebst verschiedenen hochwertigen klassischen Damen- und Herren-Armbanduhren eine eigene Uhrenlinie, die mit dem Hyperbar® Deep Diver System ausgestattet ist.

LONGNOSE HAWKFISH

Der Langnasen-Büschelbarsch, von Tauchern oft kurz "LaNaBüBa" genannt, gehört zu den Barschverwandten und ist sicherlich einer der hübschesten Büschelbarsche. Er ist der einzige Vertreter seiner Gattung und wird ca. 13 cm lang. LaNaBüBa haben einen langen, seitlich zusammengedrückten Körper und eine - wie es der Name schon verrät - langgezogene, pinzettartige Schnauze. Der Körper ist weiss gefärbt und hat ein karoartiges rotes Muster, das dem Fisch ein auffälliges Kleid verleiht. Am Ende jedes Rückenflossen-Strahls ist ein kleiner Büschel zu sehen. Das Männchen kann durch seinen leicht rötlich gefärbten Kiefer, einem schwarzen Saum bei den After- und Brustflossen und seiner leicht kleineren Grösse vom Weibchen unterschieden werden. LaNaBüBa sind Hermaphroditen und kommen stets als Weibchen zur Welt. Später werden dann einige Männchen, während der Rest als Weibchen ihr Leben weiterführt.

BARGIBANTI'S SEAHORSE / BARGOIBANTI'S PYGMY SEAHORSE

Diese Art der Pygmäenseepferdchen wurde als erste entdeckt und daher vorerst einfach Pygmäenseepferdchen oder Zwerg-Seepferdchen benannt. Da mittlerweile aber mehrere Pygmäenseepferdchen-Arten gefunden und als andere Art beschrieben wurden, nennt man diese Art Bargibanti Pygmäenseepferdchen oder Bargibanti Zwerg-Seepferdchen. Diese sehr kleinen Seepferdchen leben hochspezialisiert auf Gorgonienfächer der Art Muricella (M. plectana und M. paraplectana) in Tiefen von 15-40 m, wo sie mit ihrem Aussehen so gut getarnt sind, dass sie nur per Zufall 1969 bei der Untersuchung einer Gorgonie im Labor entdeckt wurden. Der Entdecker war ein Neukaledonischer Wissenschaftler namens George Bargibant und so wurde das Tierchen 1970 von Whitley Hippocampus bargibanti genannt. Bargibantis gehören wie alle Seepferdchen der Familie der Seenadeln an, der auch Seenadeln, Pfeifenfische und Seedrachen angehören. Sie ernähren sich von sehr kleinen Krustentieren.

EMPEROR SHRIMP

Die Imperator-Garnele findet man auf einer breiten Palette von wirbellosen Wirten wie zum Beispiel Nacktschnecken (Spanische Tänzerin oder der Spezies Ceratosoma), Seegurken (Thelenota sp., Synapta sp. oder Stichopus sp.) oder der Prachtsepie (Metasepia pfefferi). Die Imperator-Garnele ist im Indo-Pazifik weit verbreitet und kann in jedem Umfeld leben, solange seine Wirte vorhanden sind. Typischerweise ist das Umfeld eher flacheres Gewässer und sandige oder geröllige Ebenen mit viel Lichteinfall ohne heftige Wellen oder Strömungen, in Tiefen von 5-30m.

Siamesische Zwillinge bei Seenadeln

GEOMAR Forscher entdecken gleich zwei Paare in einem Experiment

22.06.2016/Kiel. Eine sehr ungewöhnliche Entdeckung machen Forscherinnen am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Während eines wissenschaftlichen Experiments mit Seenadeln entdeckten sie gleich zwei siamesische Zwillingspaare in ihrem Bestand. Eine solche Anomalie tritt nur sehr selten auf.

BOXER CRAB

Lybia tessellata ist eine kleine Krabbe (bis zu 2.5cm) der Familie Xanthidae, die auf flachem, sandigen oder kiesel- oder schotterhaltigem Grund des Indo-Pazifiks lebt. Ihr Carapax (Fachbegriff für die harte Bedeckung der Körperoberseite) hat eine Trapezform, welche eine klare Zackenkante hat. Da der Carapax ein Wachstum nicht ermöglicht, müssen sich Boxerkrabben "häuten", also den alten und mittlerweile zu kleinen Panzer ablegen. Sie können beim Häuten sogar das eine oder andere verlorene Gliedmass ersetzen. Der Carapax ist in Abschnitte unterschiedlicher Färbung geteilt, welche mit ihrem Netz geometrischer, dunkler Linien etwas an Buntglas erinnert. Auch die Beine nehmen die dunklen Linien wieder auf, sind weiss gepunktet und haben kurze Häärchen. Sie haben fünf Beinpaare. Die Scheren sind lang und schmal. L. tesselata ist ein Allesfresser.
Diese hübschen und putzigen Tierchen sind schwer zu finden. Und gelten darum als selten.

VALENTIN'S TOBY

Der Sattel-Krugfisch (Canthigaster valentini) gehört zur Gattung der Krugfische innerhalb der Familie der Kugelfische und ist im Indo-Pazifik weit verbreitet. Er lebt in korallenreichen Riffen in Tiefen bis zu 55 m, ist ein aktiver wenn auch nicht schneller Schwimmer, aber dafür umso geschickter im Manövrieren. Ähnlich wie ein Helikopter kann er sich mit der "Gondoliereschwimmen" genannten Taktik auf engstem Raum zwischen Korallenzweigen, kleinen Höhlen und Spalten und bewegen. Wird es brenzlig, nimmt er für die Beschleunigung noch die Schwanzflosse dazu und kann für kurze Strecken auf ein beachtliches Tempo beschleunigen. Der Körper ist weiss gefärbt, mit hellbraunen bis bläulich-grauen Punkten übersäht und vier schwarzen grossen Flecken (Sattel) auf dem Rücken, wovon die mittleren zwei Sattel länger sind. Der Kopf ist bläulich-grau, die Flossen leicht gelblich und hinter den Augen haben sie einen regenbogenfarbigen Streifen. Die Schnauze ist spitz, eher lang und erinnert etwas an einen Kussmund. Seine stark ausgebildeten Augen geben dem Sattel-Krugfisch immer einen babyhaften Kulleraugen-Ausdruck.

Meeresstrudelwürmer (Ordnung Polycladida)

Die Ordnung der Meeresstrudelwürmer umfasst eine Gruppe von freilebenden Plattwürmern. Von der Abstammung her sind Meeresstrudelwürmer sogar im selben Stamm mit parasitischen Bandwürmern verwandt. Die anderen Teile des Stammes machen rund drei Viertel des Stammes aus. Meeresstrudelwürmer sind hauptsächlich in Korallenriffen tropischer Meere anzutreffen und räuberisch unterwegs. Obwohl sie die Wissenschaft seit über 150 Jahren kennt, ist nicht sehr viel über sie bekannt.

Gestreifter Anglerfisch / Haariger Anglerfisch

Der Gestreifter Anglerfisch gehört zur Anglerfisch-Gattung Antennarius und wird teilweise auch Haariger Anglerfisch genannt. Innerhalb dieser Gattung gehört er wiederum zur Gruppe der A. striatus und ist besonders nah mit A. hihspidus verwandt, mit dem er auch am ehesten verwechselt wird. Wie alle Anglerfische hat er seine Tarnung perfektioniert und ist so sehr schwer zu sehen. In einigen Gebieten (zum Beispiel in Sulawesi oder in den Philippinen), innerhalb seiner natürlichen Verbreitung, weist der Streifen Anglerfisch besonders lange und Haarzottel ähnliche Anhängsel auf und wird dann in der Regel als Haariger Anglerfisch (Englisch: Hairy Frogfish) bezeichnet.

Tauchboot JAGO erkundet Unterwasser-Vulkan auf El Hierro - Spanisch-deutsche Kooperation eröffnet Einblick in einen seismologischen Hotspot

19. Februar 2016/Kiel. Zum ersten Mal haben Wissenschaftler den untermeerischen Vulkan vor El Hierro, der jüngsten und geologisch aktivsten Insel der Kanaren, mit ihren eigenen Augen untersucht. Auf einer Expedition mit dem deutschen Forschungsschiff POSEIDON nutzte ein Team von Forschern der Universität von Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC), des Instituto Español de Oceanografía, Centro Oceanográfico de Canarias (IEO) und des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel das bemannte Tauchboot JAGO, um Einblicke aus erster Hand zu bekommen. Dabei konnten spanische Experten einen vermutlich jüngeren Krater des Unterwasser-Vulkans genau betrachten, in dem über ein Gebiet von 100 Quadratmetern verteilt noch immer warmes Wasser austritt.

Der Stachliger Teufelsfisch / Steinfisch-Teufelsfisch

Inimicus didactylus, allgemein bekannt als Stachliger Teufelsfisch, ist ein Mitglied der giftigen Fische und nah verwandt mit den Steinfischen. Er kann eine Länge von ca. 25 Zentimetern erreichen und hat eine unregelmässig geformte Haut mit Stacheln und Knoten. Die Stacheln schützen den Teufelsfisch so gut gegen Fressfeinde, dass keine bekannt sind. Sein natürlicher Lebensraum erstreckt sich über den östlichen Indischen Ozean bis hin zum westlichen Pazifik in Tiefen von 5 bis 450m.

Ozeanversauerung: Marine Baumeisterin verliert Stabilität - Koralline Rotalge bildet bei erhöhtem Kohlendioxid-Gehalt empfindlichere Zellen

8. Februar 2016/Kiel. Koralline Rotalgen zählen zu den bedeutendsten Baumeistern im Lebensraum Meer. Doch bei steigenden Kohlendioxid-Konzentrationen und zunehmender Ozeanversauerung könnte es ihnen schwerer fallen, anderen Pflanzen und Tieren eine Existenzgrundlage zu bieten. Experimente am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel sowie Messungen am GEOMAR, an der Universität Bristol und der Universität Western Australia ergaben, dass die Art Lithothamnion glaciale ihre Widerstandskraft gegen Erosion und Frass einbüssen könnte. Damit wäre eine wichtige Grundlage der artenreichen Ökosysteme am Meeresboden in Gefahr. Die im Fachmagazin Scientific Reports veröffentlichten Erkenntnisse werfen ferner die Frage auf, ob koralline Algen ein verlässlicher Indikator für Temperaturen vergangener Erdzeitalter sind.

Faszinierendes Fotomosaik aus 4000 Metern Tiefe - Expedition zu Manganknollenfeldern im Ostpazifik erfolgreich beendet

15.09.2015/Kiel. Welche Folgen für die Umwelt hätte der Abbau von Manganknollen in der Tiefsee? Mit dieser Frage beschäftigt sich das europäische Verbundprojekt "Ecological Aspects of Deep-Sea Mining". Im August hat ein internationales Wissenschaftsteam unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel dazu vom deutschen Forschungsschiff SONNE aus Manganknollenfelder im Ostpazifik untersucht. Der Einsatz neuester Tiefseetechnik erbrachte sensationelle Bilder und Daten vom Meeresgrund.

Meeresspiegelanstieg: Mehr Daten aus den Ozeanen nötig

Kieler Klimaforscher zeigen Grenzen für genauere regionale Prognosen auf

16.03.2015/Kiel. Wie schnell der Meeresspiegel in den kommenden 100 Jahren steigt, lässt sich ungefähr berechnen - im weltweiten Durchschnitt. Für den Küstenschutz vor Ort ist aber kein Mittelwert von Belang, sondern wie hoch Fluten an einer ganz bestimmten Küste tatsächlich steigen werden. Dies kann regional sehr unterschiedlich sein. Klimaforscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel zeigen jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Nature Climate Change, dass zuverlässige Aussagen zu regionalen Entwicklungen derzeit nicht möglich sind. Dafür fehlen Beobachtungsdaten aus den Ozeanen.

Riff-Baumeister mit Sinn für Harmonie

30.10.2014/Kiel. Kaltwasserkorallen der Spezies Lophelia pertusa sind in der Lage, Skelett-Verbindungen mit genetisch fremden Artgenossen einzugehen. Auf Fahrten mit dem am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel stationierten Tauchboot JAGO entdeckten Wissenschaftler aus Schottland und Deutschland vor der Norwegischen Küste erstmals verschiedenfarbige Korallenzweige, die nahtlos zusammengewachsen waren. In ihrer Veröffentlichung in den "Scientific Reports" erklären die Forscher, wie die Fähigkeit zur Verschmelzung die Stabilität der Korallenriffe unterstützt und somit zum Erfolg der Korallen als Riff-Baumeister der Tiefsee beiträgt.

Meeresboden in Bewegung - gefährdete Küsten?

24.09.2013/Kiel. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass durch Erdrutsche unter Wasser schwere Tsunamis ausgelöst werden? Welche Küstenregionen sind weltweit bedroht? Fragen wie diese diskutierten 130 Forscher aus 30 Nationen von Montag bis Mittwoch während einer internationalen Tagung am GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Zurück in die Heimat - Warum die Unechte Karettschildkröte immer zu ihrer Geburtsinsel zurückkehrt

30.05.2013/Kiel. Meeresschildkröten sind weltweit vom Aussterben bedroht. Um sie besser schützen zu können, versuchen Wissenschaftler die Geheimnisse ihrer Wanderungen und Fortpflanzungsgewohnheiten zu entschlüsseln. Evolutionsbiologen des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel haben jetzt erstmals mit genetischen Methoden nachgewiesen, dass Weibchen der Unechten Karettschildkröte ihre Eier fast immer auf derselben Insel legen, auf der sie selbst geboren wurden. Männchen sind dagegen weniger ortstreu. Dieses Verhalten hat bestimmte evolutionäre Vorteile, wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences" darlegen.

Was Südafrika mit dem Golfstrom verbindet

Studie Kieler Ozeanforscher zeigt verstärkte Salzzufuhr aus dem Indischen Ozean

02.05.2013/Kiel. Wenn schmelzende Polkappen und Gletscher das Wasser des Nordatlantiks versüßen, könnte das den Golfstrom schwächen - so ein mittlerweile beinahe populäres Zukunftsszenario zu den Folgen des Klimawandels. Für eine belastbare Abschätzung zukünftiger Klimaentwicklungen sollte der Nordatlantik allerdings nicht isoliert betrachtet werden. Dass vor allem auch die Entwicklung vor der Küste Südafrikas berücksichtigt werden muss, zeigt eine neue Studie des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, die jetzt in der internationalen Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters" erschienen ist.

Versüsst der Klimawandel den Nordatlantik?

GEOMAR-Forscher erschliessen neues Klimaarchiv vor Neufundland

02.05.2013/Kiel. Der Salzgehalt in Teilen des Nordatlantiks ist in den vergangenen Jahren messbar niedriger geworden. Unklar ist, ob es sich um eine Folge des Klimawandels oder um eine natürliche Schwankung handelt. Historische Daten zum Vergleich gibt es nur sehr wenige. Forscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel stellen in der internationalen Fachzeitschrift "Scientific Reports" jetzt ein neues Klimaarchiv vor, das helfen könnte, diese Wissenslücke zu schliessen.

Sauerstoffminimumzonen weiten sich aus

15.03.2013/Kiel. Zwei Forschungsschiffe, zwei Ozeane und sechs Expeditionen - zwischen Oktober 2012 und März 2013 untersuchte der Kieler Sonderforschungsbereich 754 mit großem Einsatz offene Fragen rund um die Sauerstoffminimumzonen in den tropischen Meeren. In dieser Woche treffen sich die beteiligten Wissenschaftler in Kiel, um erste Resultate auszutauschen und weitere Analysen und Messkampagnen zu planen. Alle vorläufigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Zonen weiter ausbreiten.

Die Katastrophe im Golf von Mexiko und die gefährdete Meeresfauna

Schon einige Male hat es in der Erdgeschichte Naturkatastrophen gegeben, die sich absolut verheerend auf die Unterwasserwelt der Ozeane ausgewirkt haben. Paläontologisch sind solche Ereignisse teilweise gut überliefert - ganze Faunen sind plötzlich aus dem Meer verschwunden. Bekanntes Beispiel war die Karnische Krise in der der Triaszeit vor etwa 225 Mio Jahren, von der besonders Flachwasserorganismen wie Korallen, Stachelhäuter, Bryozoen, Algen und Schwämme, aber eben auch die Ammoniten, die etwas tiefere Meereszonen bewohnten, betroffen waren. Doch in der neueren Erdgeschichte hat es wohl nicht viele andere Katastrophe jener Dimension gegeben wie die der Explosion des BP-Bohrturmes Deepwater Horizon vor dem Mississippi-Delta im Golf von Mexiko. Das durch Menschen verursachte Unglück trifft auch die beliebtesten und charismatischsten Großtiere der Meere wie Meeresschildkröten, Mantas, Delfine - und Walhaie. Was genau ist geschehen?

© Robert Hofrichter / www.mare-mundi.eu

Ozean und Atmosphäre - eine komplizierte Beziehung

BMBF bewilligt 6 Millionen Euro für die dritte Phase des Forschungsprojekts SOPRAN

05.02.2013/Kiel. Das Wechselspiel zwischen Ozean und Atmosphäre ist äußerst komplex. Ständig werden Gase zwischen Luft und Wasser ausgetauscht, außerdem tragen Winde Staub bis weit auf den offenen Ozean hinaus. Beide Prozesse beeinflussen das globale Klima, aber auch die Lebensumstände der Organismen an Ort und Stelle. Seit sechs Jahren untersucht das am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel koordinierte Programm SOPRAN diese Prozesse. Für eine abschließende, dreijährige Projektphase bewilligte das Bundesministerium für Bildung und Forschung jetzt noch einmal 6 Millionen Euro.


Saures Wasser setzt Seeigeln zu

Kieler Studie weist Beeinträchtigungen bei Seeigellarven nach

24.10.2012/Kiel. Die zunehmende Ozeanversauerung kann negative Effekte auf kalzifizierende Meeresorganismen haben. Wie eine neue Studie des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, der Christian-Albrechts Universität zu Kiel (CAU) und der Universität Göteborg zeigt, wachsen und bauen die Larven von Seeigeln ihr Kalkskelett langsamer, wenn sie ihre Entwicklung in versauertem Meerwasser durchlaufen müssen. Die Wissenschaftler zeigen in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences online erschienenen Arbeit potentielle Wirkmechanismen auf. Die Studie wurde im Rahmen des BMBF-Verbundprojektes BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification) und des Exzellenzclusters "Ozean der Zukunft" erstellt.


MoLab: 100 Tage im Kaltwasserkorallen-Riff

POSEIDON bringt Ozeanbodenobservatorium nach erfolgreichem Einsatz zurück

26.09.2012/Kiel. Rund 100 Tage war das modulare multidisziplinäre Ozeanbodenobservatorium MoLab im Stjernsund in Nordnorwegen im Einsatz - mit Erfolg. Die verschiedenen, synchron geschalteten Messgeräte sammelten Daten, die genaueren Aufschluss über die Lebensbedingungen und Wechselwirkungen in einem der nördlichsten bekannten Kaltwasserkorallen-Riffe geben. Nach der Bergung bringt das deutsche Forschungsschiff POSEIDON die MoLab-Elemente und den ferngesteuerten Tauchroboter ROV PHOCA heute zurück nach Kiel.


Gasquellen vor Spitzbergen kein neues Phänomen

Expedition in die Grönlandsee erbringt überraschende Ergebnisse

19.09.2012/Kiel. Viereinhalb Wochen lang haben Meeresforscher aus Kiel zusammen mit Kollegen aus Bremen, aus Großbritannien, der Schweiz und Norwegen mit dem deutschen Forschungsschiff MARIA S. MERIAN Methanaustritte am Meeresboden vor der Küste Spitzbergens untersucht. Dabei gewannen sie ein äußerst differenziertes Bild: Einige der Gasquellen sind offensichtlich schon seit Jahrhunderten aktiv.


Quastenflosser: Ein anpassungsfähiges Fossil

Forschungstauchboot JAGO eröffnet neue Einblicke in das Leben der "Dino-Fische"

14.08.2012/Kiel. Ein lebendes Fossil, das lange Zeit als ausgestorben galt, beweist unerwartete Wandlungsfähigkeit: Mit Hilfe des Forschungstauchboots JAGO sammelten Forscher Proben des Quastenflossers Latimeria chalumnae. Genetische Auswertungen zeigten jetzt, dass die mehr als 400 Millionen Jahre alte Art eine zwar langsame, aber nachweisbare evolutionäre Entwicklung erlebt. Für die Wissenschaftler liegt darum nahe, dass sie sich auch an zukünftige Umweltbedingungen anpassen kann. Einige der Proben wurden von lebenden Exemplaren in ihren Wohn-Höhlen unterhalb von 100 Metern Wassertiefe genommen.


Der Mann und sein Meer

Posedarje ist ein kleines kroatisches Fischerdorf  und liegt am Ende des Velebitkanals im Novigrader Meer. Ich war mit meinem Boot vor der dort stark ausgeprägten Bora auf der Flucht und fand im kleinen Hafen Schutz. Wieder festen Boden unter den Füßen fiel mir ein Tauchanzug auf, der vor einem alten Steinhaus zum Trocknen an einer Leine hing.

Fukushima - Wo bleibt das radioaktive Wasser?

09.07.2012/Kiel. Die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima gerät bereits wieder in Vergessenheit. Große Mengen der dabei freigesetzten radioaktiven Substanzen breiten sich aber nach wie vor im Pazifik aus. Wissenschaftler des GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel haben die langfristige Ausbreitung mit Hilfe einer Modellstudie untersucht. Danach sorgt die starke Vermischung durch ozeanische Wirbel für eine rasche Verdünnung des radioaktiven Wassers. Wenn die ersten Ausläufer in etwa drei Jahren die nordamerikanische Küste erreichen, sollte die Radioaktivität daher bereits unter den Werten liegen, die noch heute infolge der Tschernobyl-Katastrophe in der Ostsee zu finden sind.

Abkürzung zu nachhaltiger Fischerei

29.06.2012/Kiel. Die Berechnung, bei welchen Fangmengen ein Fischbestand langfristig den größten Ertrag erbringt, ist bisher sehr aufwendig. Dr. Rainer Froese vom GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und Dr. Steven Martell von der University of British Columbia präsentieren jetzt in der Fachzeitschrift "Fish and Fisheries" eine neue, einfache und kostengünstige Methode, die auch die Reform der europäischen Fischerei beschleunigen könnte.


Erster Einsatz für neuartiges Meeresbodenobservatorium

GEOMAR installiert MoLab an Kaltwasserkorallen-Riff vor Nordnorwegen

25.05.2012/Kiel. Morgen startet das Kieler Forschungsschiff POSEIDON vom norwegischen Bergen aus zu einer Expedition ins Europäische Nordmeer. An Bord befindet sich das neu entwickelte Ozeanboden-Observatorium MoLab. Die Wissenschaftler werden es erstmals für vier Monate an einem Kaltwasserkorallen-Riff vor Nordnorwegen installieren.



Ein Nachttauchgang der speziellen Art

Absolute Finsternis und die Wellen schaukelten das kleine Tauchboot hin und her und alle betrachteten die steile Klippe vor der wir den Anker warfen.
Nur die kleine Glühbirne, die in der Mitte des Bootes angebracht war, liess uns das Tauchequipment finden und brachte das tiefschwarze Wasser zum Glitzern.
Voller Spannung was geschehen wird, sprangen wir mit unserer UV-Lampe der Marke Keldan in ein neues Taucherlebnis.


Wie viel Metall liegt in der Tiefsee?

19.04.2012/Kiel. Die Suche nach Schwarzen Rauchern und damit verbundenen Metallerzvorkommen in der Tiefsee glich bisher oft einem zufälligen Stochern in der Dunkelheit. Weltweit führende Experten für Tiefseegeologie und -geophysik planen in Kiel jetzt ein internationales Programm, um die Erkenntnisse auf diesem Gebiet entscheidend zu erweitern.

Phytoplankton passt sich an Ozeanversauerung an!

08.04.2012/Kiel. Die einzellige Kalkalge Emiliania huxleyi zeigte im einjährigen Laborversuch großes Potential, sich an Umweltveränderungen im Meer anzupassen. In einem aufwändigen Langzeitexperiment gelang es Forschern des GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Kulturen der biogeochemisch wichtigen Kalkalge über 500 Generationen unter versauerten Bedingungen des zukünftigen Ozeans zu halten. Auf diese Weise angepasste Populationen zeigten deutlich bessere Wachstums- und Kalkbildungsraten als die Kontrollpopulationen. Damit konnte erstmals der Beweis erbracht werden, dass eine evolutionäre Anpassung an die sinkenden pH-Werte im Ozean möglich ist. Grund zur Entwarnung sehen die Forscher aber noch nicht. Die Studie erscheint in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature Geoscience.

Die Schwebegarnele nun auch im Zürichsee

Au/Wädenswil - Bei einem Nachttauchgang am 1. März 2012 bei einem der beliebtesten Tauchplätze am Zürichsee (Halbinsel Au), machte ich mit meinem Tauchbuddy Oswald Oettel eine ungewöhnliche Entdeckung.

Als wir nach einem 30 minütigen Tauchgang auf 30 Meter uns unserem Sicherheitsstopp auf fünf Meter näherten, durchquerten wir plötzlich eine milchige Wolke. Auf den ersten Blick nichts außergewöhnliches, bis sich diese kleinen "Schwebeteilchen" in dieser Wolke bewegten. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich, dass es winzige (ca. 1-2mm) garnelenartige Wesen waren, die sich wie Plankton treiben liessen.


Das Unterwasser Archäologie Museum in Bodrum - Türkei

Von Schillers "Taucher" ( 1797 ) bis hin zu "Captain Jack Sparrow" ( 2010 ) 
inspiriert die Faszination versunkener Schätze auf dem Meeresgrund Taucher und Nichttaucher gleichermaßen. Als wissenschaftlicher Zweig und absoluter "Youngster" in der Welt der Archäologie ist hier die Unterwasserarchäologie zu nennen, die Ihre Hochburg in der Türkei hat.
Rico Besserdich hat das einzige UW Archäologie Museum der Welt in Bodrum- Türkei besucht.

Entstehung einer Attraktion für Taucher - Das neue Schiffswrack in Kas/Türkei

25. Juni 2011, 13.47 Uhr, Kas/Antalya, Türkei: Mit einem imposanten letzten Aufbäumen des Bugs und mit dem Abschiedsgruß dutzender Schiffssirenen sinkt die "TC SG 119" ihrer letzten Ruhestätte entgegen, um fortan als neue Tauchdestination Taucher aus aller Welt zu erfreuen. Rico Besserdich war vor Ort und betauchte und fotografierte das Wrack bereits 2 Minuten nachdem es auf dem Meeresgrund aufschlug.

Super-Makro Motive in heimischen Gewässern?

Zurückgekehrt aus indonesischen Gewässern stellt sich doch erst einmal ein gewisses Desinteresse am heimischen Baggersee ein. 
Wer will schon nach Pygmy Seahorse, Bluering Oktopuss, Hairy Frogfish, etc. die im Süßwasser lebenden Schlaien, Hechte, Barsche oder Krebse bei schlechtesten Sichtverhältnissen fotografieren. Wahrhaftig hält sich doch auf den ersten Blick die Artenvielfalt in meinem näheren Tauchumfeld in Grenzen.
Also: "Auf zu Neuem!"