Reporter von GlobeDiver.ch

Robert Schmidt
www.erlebnis-wasser.de

Reisedaten

Tour/Lage:
Österreich April 2011 

Bei Reutte in Tirol in Richtung Lech/Warth fahren. Nach dem Ort Weißenbach liegt der See auf der linken Seite. Direkt beim See sind Parkmöglichkeiten vorhanden. Der See ist von der Straße aus nicht zu sehen, also am besten langsam fahren und nach dem ersten Parkplatz auf der linken Seite Ausschau halten. Für den Lechausee ist eine Tauchgenehmigung erforderlich. Diese erhält man beim Pächter des Sees in Aitrang (Deutschland). Die Abwicklung klappt auch per E-Mail und Überweisung prima, so dass man vorher nicht unbedingt zum Taucherhof muss. Von den Pächtern erhält man mit der Genehmigung auch nochmals genau Hinweise zur Anfahrt. Infos unter http://www.taucherhof.de

Seedaten:
Breite: max. 120m
Länge: max. 450m  
Tiefe: ca. 5m 

Unterkunft:
Wer mehrere Tage in dieser schönen Regionen mit ihren vielen Tauchspots verbringen möchte, ist im Taucherhof bestens untergebracht. Dort gibt es günstige Ferienwohnungen unterschiedlicher Größe, ein liebevoll zubereitetes Frühstück, Whirlpool, Sauna und vor allem sehr nette Wirtsleute, die jedem Taucher mit Rat und Tat zur Seite stehen. 

Am See selbst gibt es keinerlei Infrastruktur. Man sollte also bei der Planung des Tauchtages möglichst versuchen an alles zu denken, was man für den pefekten Tauchtag benötigt. 
Weitere Übernachtungsmöglichkeiten findet man in Reutte und im Lechtal. Ebenso Gastronomiebetriebe aller Art. 

Tauchen:
Der Lechausee wird durch Quellwasser gespeist und ist entsprechend kalt. Es emfiehlt sich auf jeden Fall ein guter Halbtrocki, oder ein guter 7mm Nassanzug mit Eisweste. Trocken zu tauchen ist aufgrund der geringen Tiefe eher schwierig. Als Flasche genügt einer 12er auf jeden Fall für 2 Tauchgänge, da diese aufgrund der Kälte kaum länger als 45min sind. Der See ist als typischer Bergsee mit einer ziemlich empfindlichen Vegetation ausgestattet. Man sollte also im Flachwasser fit beim Tarieren sein, sonst wird das feine Sediment aufgewirbelt und die tolle Sicht ist im Nu dahin. 
Für Ausbildung ist der See aufgrund der geringen Tiefe und fehlender Übungsplattformen nicht geeignet.

Der Lechausee - Ein Süßwassertraum

Es verspricht ein perfekter Tag zu werden. Vorwitzig blinzeln die ersten Sonnenstrahlen über den Horizont und tauchen die gesamte Landschaft in ein warmes Licht. 

Vor uns liegt der Lechausee im Morgenlicht.  

Eingerahmt von den Lechtaler Alpen und von riesigen Mengen blühender Erika. Die Berge sind noch zur Hälfte mit Schnee überzuckert. Die ganze Szene wirkt irgendwie fast kitschig - wie auf einer Postkarte. 

Das faszinierendste ist aber der Umstand, wie wir dieses Frühlingspanorama genießen dürfen - ALLEINE! 

Wir sind weit und breit die einzigen Taucher am See. Unglaublich, aber wahr! Jeden Moment rechneten wir damit, dass ähnlich wie an Blind- und Plansee gleich die Horden der anderen Taucher einfallen werden, aber wir sollten den ganzen Tag alleine an "unserem" See bleiben. 

Aromatisch dampft dann der Kaffee im Becher und schmeckt in der würzigen Luft und bei diesem traumhaften Blick auf den See natürlich doppelt gut. Dazu gibt es herzhaftes und süßes. Es ist alles da, was das Taucherherz begehrt. Nach dem Frühstück wurde die Ausrüstung zügig zusammengebaut, schließlich juckt es einen echten Süßwassertaucher beim Anblick dieses Sees gewaltig in den Flossen. 

Der erste Blick unter die Wasseroberfläche zaubert ein Lächeln auf unsere Gesichter und die Augen strahlen hinter den Masken, gleich den Sonnenstrahlen, die über den Seegrund tanzen. Die Sichtweite beträgt um die 30m oder mehr. Schwer zu schätzen und auch schwer zu toppen. Der berühmte Samaranger See ist auch nicht klarer, was jedem Süßwasserkenner Aussage genug sein dürfte. 

Sanft gleiten wir am Ufer entlang. Der See ist kaum bewachsen und Fische sind auch nicht viele darin. Dafür werden wir von großen Krötenkolonien überrascht. Mutig stürzen sich bei unserer Annährung die Männchen auf den vermeintlichen Nebenbuhler im Spiegelbild des Domeports um ihn zu vertreiben. Das schönste an diesem Tauchgang ist aber definitiv die Ruhe, die dieser See ausstrahlt. Sanft geschwungen ist der Boden. Mal mit niedrigen Pflanzen bewachsen, mal aus hellem, fast weißem Sand. An vielen Stellen kommt man sich vor wie in einer der Buchten Ägyptens. Kaum würde man sich wundern, wenn in der nächsten Senke plötzlich ein Dugong auftauchen würde. Nur die bunten Fische fehlen, aber das tut der Freude über dieses Süßwasserjuwel überhaupt keinen Abbruch. 
Schwerelos, entspannt und glücklich schweben wir dahin, genießen jeden Augenblick und merken fast nicht, wie die Kälte ganz langsam in den Anzug schlüpft. 

Nach dem Tauchgang wärmt uns die Sonne jedoch schnell wieder auf und schon während der Kaffee dampfend in die Becher läuft, schielt der eine oder andere zur zweiten Tauchflasche - 1 Tauchgang ist hier einfach nicht genug. Wir gönnen uns noch eine zweite Runde Süßwassertraum! 

Beste Grüsse
Robert

Unterwasserwelt