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Studienberichte

Siamesische Zwillinge bei Seenadeln

GEOMAR Forscher entdecken gleich zwei Paare in einem Experiment

22.06.2016/Kiel. Eine sehr ungewöhnliche Entdeckung machen Forscherinnen am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Während eines wissenschaftlichen Experiments mit Seenadeln entdeckten sie gleich zwei siamesische Zwillingspaare in ihrem Bestand. Eine solche Anomalie tritt nur sehr selten auf.

Tauchboot JAGO erkundet Unterwasser-Vulkan auf El Hierro - Spanisch-deutsche Kooperation eröffnet Einblick in einen seismologischen Hotspot

19. Februar 2016/Kiel. Zum ersten Mal haben Wissenschaftler den untermeerischen Vulkan vor El Hierro, der jüngsten und geologisch aktivsten Insel der Kanaren, mit ihren eigenen Augen untersucht. Auf einer Expedition mit dem deutschen Forschungsschiff POSEIDON nutzte ein Team von Forschern der Universität von Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC), des Instituto Español de Oceanografía, Centro Oceanográfico de Canarias (IEO) und des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel das bemannte Tauchboot JAGO, um Einblicke aus erster Hand zu bekommen. Dabei konnten spanische Experten einen vermutlich jüngeren Krater des Unterwasser-Vulkans genau betrachten, in dem über ein Gebiet von 100 Quadratmetern verteilt noch immer warmes Wasser austritt.

Ozeanversauerung: Marine Baumeisterin verliert Stabilität - Koralline Rotalge bildet bei erhöhtem Kohlendioxid-Gehalt empfindlichere Zellen

8. Februar 2016/Kiel. Koralline Rotalgen zählen zu den bedeutendsten Baumeistern im Lebensraum Meer. Doch bei steigenden Kohlendioxid-Konzentrationen und zunehmender Ozeanversauerung könnte es ihnen schwerer fallen, anderen Pflanzen und Tieren eine Existenzgrundlage zu bieten. Experimente am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel sowie Messungen am GEOMAR, an der Universität Bristol und der Universität Western Australia ergaben, dass die Art Lithothamnion glaciale ihre Widerstandskraft gegen Erosion und Frass einbüssen könnte. Damit wäre eine wichtige Grundlage der artenreichen Ökosysteme am Meeresboden in Gefahr. Die im Fachmagazin Scientific Reports veröffentlichten Erkenntnisse werfen ferner die Frage auf, ob koralline Algen ein verlässlicher Indikator für Temperaturen vergangener Erdzeitalter sind.

Faszinierendes Fotomosaik aus 4000 Metern Tiefe - Expedition zu Manganknollenfeldern im Ostpazifik erfolgreich beendet

15.09.2015/Kiel. Welche Folgen für die Umwelt hätte der Abbau von Manganknollen in der Tiefsee? Mit dieser Frage beschäftigt sich das europäische Verbundprojekt "Ecological Aspects of Deep-Sea Mining". Im August hat ein internationales Wissenschaftsteam unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel dazu vom deutschen Forschungsschiff SONNE aus Manganknollenfelder im Ostpazifik untersucht. Der Einsatz neuester Tiefseetechnik erbrachte sensationelle Bilder und Daten vom Meeresgrund.

Meeresspiegelanstieg: Mehr Daten aus den Ozeanen nötig

Kieler Klimaforscher zeigen Grenzen für genauere regionale Prognosen auf

16.03.2015/Kiel. Wie schnell der Meeresspiegel in den kommenden 100 Jahren steigt, lässt sich ungefähr berechnen - im weltweiten Durchschnitt. Für den Küstenschutz vor Ort ist aber kein Mittelwert von Belang, sondern wie hoch Fluten an einer ganz bestimmten Küste tatsächlich steigen werden. Dies kann regional sehr unterschiedlich sein. Klimaforscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel zeigen jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Nature Climate Change, dass zuverlässige Aussagen zu regionalen Entwicklungen derzeit nicht möglich sind. Dafür fehlen Beobachtungsdaten aus den Ozeanen.

Riff-Baumeister mit Sinn für Harmonie

30.10.2014/Kiel. Kaltwasserkorallen der Spezies Lophelia pertusa sind in der Lage, Skelett-Verbindungen mit genetisch fremden Artgenossen einzugehen. Auf Fahrten mit dem am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel stationierten Tauchboot JAGO entdeckten Wissenschaftler aus Schottland und Deutschland vor der Norwegischen Küste erstmals verschiedenfarbige Korallenzweige, die nahtlos zusammengewachsen waren. In ihrer Veröffentlichung in den "Scientific Reports" erklären die Forscher, wie die Fähigkeit zur Verschmelzung die Stabilität der Korallenriffe unterstützt und somit zum Erfolg der Korallen als Riff-Baumeister der Tiefsee beiträgt.

Meeresboden in Bewegung - gefährdete Küsten?

24.09.2013/Kiel. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass durch Erdrutsche unter Wasser schwere Tsunamis ausgelöst werden? Welche Küstenregionen sind weltweit bedroht? Fragen wie diese diskutierten 130 Forscher aus 30 Nationen von Montag bis Mittwoch während einer internationalen Tagung am GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Zurück in die Heimat - Warum die Unechte Karettschildkröte immer zu ihrer Geburtsinsel zurückkehrt

30.05.2013/Kiel. Meeresschildkröten sind weltweit vom Aussterben bedroht. Um sie besser schützen zu können, versuchen Wissenschaftler die Geheimnisse ihrer Wanderungen und Fortpflanzungsgewohnheiten zu entschlüsseln. Evolutionsbiologen des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel haben jetzt erstmals mit genetischen Methoden nachgewiesen, dass Weibchen der Unechten Karettschildkröte ihre Eier fast immer auf derselben Insel legen, auf der sie selbst geboren wurden. Männchen sind dagegen weniger ortstreu. Dieses Verhalten hat bestimmte evolutionäre Vorteile, wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences" darlegen.

Was Südafrika mit dem Golfstrom verbindet

Studie Kieler Ozeanforscher zeigt verstärkte Salzzufuhr aus dem Indischen Ozean

02.05.2013/Kiel. Wenn schmelzende Polkappen und Gletscher das Wasser des Nordatlantiks versüßen, könnte das den Golfstrom schwächen - so ein mittlerweile beinahe populäres Zukunftsszenario zu den Folgen des Klimawandels. Für eine belastbare Abschätzung zukünftiger Klimaentwicklungen sollte der Nordatlantik allerdings nicht isoliert betrachtet werden. Dass vor allem auch die Entwicklung vor der Küste Südafrikas berücksichtigt werden muss, zeigt eine neue Studie des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, die jetzt in der internationalen Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters" erschienen ist.

Versüsst der Klimawandel den Nordatlantik?

GEOMAR-Forscher erschliessen neues Klimaarchiv vor Neufundland

02.05.2013/Kiel. Der Salzgehalt in Teilen des Nordatlantiks ist in den vergangenen Jahren messbar niedriger geworden. Unklar ist, ob es sich um eine Folge des Klimawandels oder um eine natürliche Schwankung handelt. Historische Daten zum Vergleich gibt es nur sehr wenige. Forscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel stellen in der internationalen Fachzeitschrift "Scientific Reports" jetzt ein neues Klimaarchiv vor, das helfen könnte, diese Wissenslücke zu schliessen.

Sauerstoffminimumzonen weiten sich aus

15.03.2013/Kiel. Zwei Forschungsschiffe, zwei Ozeane und sechs Expeditionen - zwischen Oktober 2012 und März 2013 untersuchte der Kieler Sonderforschungsbereich 754 mit großem Einsatz offene Fragen rund um die Sauerstoffminimumzonen in den tropischen Meeren. In dieser Woche treffen sich die beteiligten Wissenschaftler in Kiel, um erste Resultate auszutauschen und weitere Analysen und Messkampagnen zu planen. Alle vorläufigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Zonen weiter ausbreiten.

Ozean und Atmosphäre - eine komplizierte Beziehung

BMBF bewilligt 6 Millionen Euro für die dritte Phase des Forschungsprojekts SOPRAN

05.02.2013/Kiel. Das Wechselspiel zwischen Ozean und Atmosphäre ist äußerst komplex. Ständig werden Gase zwischen Luft und Wasser ausgetauscht, außerdem tragen Winde Staub bis weit auf den offenen Ozean hinaus. Beide Prozesse beeinflussen das globale Klima, aber auch die Lebensumstände der Organismen an Ort und Stelle. Seit sechs Jahren untersucht das am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel koordinierte Programm SOPRAN diese Prozesse. Für eine abschließende, dreijährige Projektphase bewilligte das Bundesministerium für Bildung und Forschung jetzt noch einmal 6 Millionen Euro.


Saures Wasser setzt Seeigeln zu

Kieler Studie weist Beeinträchtigungen bei Seeigellarven nach

24.10.2012/Kiel. Die zunehmende Ozeanversauerung kann negative Effekte auf kalzifizierende Meeresorganismen haben. Wie eine neue Studie des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, der Christian-Albrechts Universität zu Kiel (CAU) und der Universität Göteborg zeigt, wachsen und bauen die Larven von Seeigeln ihr Kalkskelett langsamer, wenn sie ihre Entwicklung in versauertem Meerwasser durchlaufen müssen. Die Wissenschaftler zeigen in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences online erschienenen Arbeit potentielle Wirkmechanismen auf. Die Studie wurde im Rahmen des BMBF-Verbundprojektes BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification) und des Exzellenzclusters "Ozean der Zukunft" erstellt.


MoLab: 100 Tage im Kaltwasserkorallen-Riff

POSEIDON bringt Ozeanbodenobservatorium nach erfolgreichem Einsatz zurück

26.09.2012/Kiel. Rund 100 Tage war das modulare multidisziplinäre Ozeanbodenobservatorium MoLab im Stjernsund in Nordnorwegen im Einsatz - mit Erfolg. Die verschiedenen, synchron geschalteten Messgeräte sammelten Daten, die genaueren Aufschluss über die Lebensbedingungen und Wechselwirkungen in einem der nördlichsten bekannten Kaltwasserkorallen-Riffe geben. Nach der Bergung bringt das deutsche Forschungsschiff POSEIDON die MoLab-Elemente und den ferngesteuerten Tauchroboter ROV PHOCA heute zurück nach Kiel.


Gasquellen vor Spitzbergen kein neues Phänomen

Expedition in die Grönlandsee erbringt überraschende Ergebnisse

19.09.2012/Kiel. Viereinhalb Wochen lang haben Meeresforscher aus Kiel zusammen mit Kollegen aus Bremen, aus Großbritannien, der Schweiz und Norwegen mit dem deutschen Forschungsschiff MARIA S. MERIAN Methanaustritte am Meeresboden vor der Küste Spitzbergens untersucht. Dabei gewannen sie ein äußerst differenziertes Bild: Einige der Gasquellen sind offensichtlich schon seit Jahrhunderten aktiv.


Quastenflosser: Ein anpassungsfähiges Fossil

Forschungstauchboot JAGO eröffnet neue Einblicke in das Leben der "Dino-Fische"

14.08.2012/Kiel. Ein lebendes Fossil, das lange Zeit als ausgestorben galt, beweist unerwartete Wandlungsfähigkeit: Mit Hilfe des Forschungstauchboots JAGO sammelten Forscher Proben des Quastenflossers Latimeria chalumnae. Genetische Auswertungen zeigten jetzt, dass die mehr als 400 Millionen Jahre alte Art eine zwar langsame, aber nachweisbare evolutionäre Entwicklung erlebt. Für die Wissenschaftler liegt darum nahe, dass sie sich auch an zukünftige Umweltbedingungen anpassen kann. Einige der Proben wurden von lebenden Exemplaren in ihren Wohn-Höhlen unterhalb von 100 Metern Wassertiefe genommen.


Fukushima - Wo bleibt das radioaktive Wasser?

09.07.2012/Kiel. Die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima gerät bereits wieder in Vergessenheit. Große Mengen der dabei freigesetzten radioaktiven Substanzen breiten sich aber nach wie vor im Pazifik aus. Wissenschaftler des GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel haben die langfristige Ausbreitung mit Hilfe einer Modellstudie untersucht. Danach sorgt die starke Vermischung durch ozeanische Wirbel für eine rasche Verdünnung des radioaktiven Wassers. Wenn die ersten Ausläufer in etwa drei Jahren die nordamerikanische Küste erreichen, sollte die Radioaktivität daher bereits unter den Werten liegen, die noch heute infolge der Tschernobyl-Katastrophe in der Ostsee zu finden sind.