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1,2 Tonnen Müll aus Oberengadiner Seen geholt

Am Samstag haben 60 Helfer aus den drei Oberengadiner Seen Silsersee, Silvaplanersee und St. Moritzersee 1,2 Tonnen Müll geborgen. Eine mühselige Arbeit mit einigen Entdeckungen, bei schönstem Wetter und kräftigem Wind. 

In insgesamt 86 Tauchstunden wurden aus den drei Seen etliche Gegenstände, viel Abfall und sogar ein Fass Bitumen gehoben. Die Taucher fahndeten mit Netzen und Hebesäcken bewehrt nach Müll unter Wasser. Wo die meisten Plastik, leere Flaschen und sonstigen Kehricht erwarten, finden sich auch noch ganz andere Dinge. Wie etwa das Bitumenfass, dass die Taucher mit zwei Hebesäcken vom Grund holen mussten, wobei festgestellt wurde, dass der Inhalt sich noch immer in seinem Behältnis befand. Keine Ahnung wie so ein schweres Fass einfach so in einem See verloren gehen kann. Der Champferersee (der zum Silvaplanersee gehört) hat das Geheimnis um die Herkunft des "Giftmülls" beim Bootshaus für sich behalten. 
 

Gefunden wurden unter anderem auch ein Funkgerät, ein Surfrigg, Verkehrstafeln (etwa mit dem Vermerk "Forstamt"), Armierungseisen, eine noch die Stunden zählende Digitaluhr, eine Verkehrspylone, ein Bootshaken, selbst eine Unterhose lag da im Schlick des St. Moritzersees und harrte ihrer Entdeckung. Die nimmermüden Taucher haben 96 000 Liter Pressluft auf ihrer Mission verbraucht, und am Samstagabend war die einhellige Meinung zu hören, dass noch einige weitere Stunden Suche vonnöten wären, um die Seen wirklich ganz zu säubern. 
 

Mit dabei waren die Tauchschulen Divecorner vom Intersport Frauenfeld und Scubalino Chur, sowie der Tauchclub St. Moritz und die Bündner Polizeitaucher. Ihre Aktion wurde von den  Gemeinden St. Moritz und Sils im Engadin gesponsert, vom SUSV (Schweizer Unterwasser-Sport-Verband), der Pro Lej da Segl , dem Fischereiverein Silsersee, dem Intersport Frauenfeld, der Zeitschrift "Taucher Revue" und der Feuerwehr Trais Lejs sowie dem Hotel "Seraina" in Sils-Maria. 
 

Bereits im dritten Jahr säuberten die Taucher am Samstag die Seen, aber in diesem Jahr konnte ein "Teilnehmerrekord" verzeichnet werden. Mit 60 Helfern war dieser sogenannte "Clean up day" ein Grossereignis, das auch viele Passanten dazu verleitete, den Tauchern bei ihrer Arbeit zu zuschauen und Fragen zu stellen. Bleibt zu hoffen, dass die Müllberge an den Ufern der wunderschönen Seen jene, die sie gesehen haben, dazu verleiten, nichts mehr in den Seen zu entsorgen und andere darauf aufmerksam zu machen, dass eine grosse Wasserfläche ein genauso sauber zu haltender "Ort" ist wie etwa die Wiese vor dem Segelclub in St. Moritz.

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