Gerald Nowak

https://www.cr-photo.de

Kamera:
Nikon D850 im Seacam UW-Housing und Seacam Blitzen

Reisedaten

Tour:
Capo d`Acqua - Abruzzen - Italien

Informationen zur Buchung:
g.nowak@~@cr-photo.de oder beim Franz Pramendorfer: www.flusstauchen.at

Preis:
Kosten der Reise vor Ort: 1.790 € für Selbstfahrer (Einzelzimmer 2.095 Euro)
(Stand 2026)

Anreise:
Die Anreise von Deutschland mit dem Auto muss gut geplant sein und loht besonders, wenn man mit einem Buddy unterwegs ist. Von München sind es gut 1000 Kilometer dorthin. Wer nicht ewig fahren möchte, fährt besser auf zwei Tage verteilt oder reist mit dem Flugzeug an (ROM). Die Maut in Italien horrend teuer, weshalb es auch besser ist zu zweit oder in einer Gruppe zu fahren. Einzelreisende vermitteln wir gerne an andere Fahrer! Die Mautkosten nur in Italien belaufen sich auf gut 150 Euro plus Spritkosten.

Unterkünfte:
Werden von uns gebucht und sind im Reisepreis enthalten. Es sind Zimmer oder Apartments, die immer zu zweit bewohnt werden oder einen Einzelzimmeraufpreis kosten.

Tauchen:
Für das Tauchen in den Bächen oder Flüssen ist ein 7mm Halbtrockenanzug empfehlenswert, da wir uns in sehr flachem Wasser aufhalten und uns sehr viel bewegen. Sehr zu empfehlen sind auch Neoprensocken und Handschuhe. Die Wassertemperatur schwankt zwischen 11 und 16 Grad. In den Seen, wo wir tauchen, ist ein Trockentauchanzug besser geeignet, da wir lange unterwegs sind und uns nur wenig bewegen.

Wer hat, kann seine eignen Flaschen mitbringen, die wir auf der Tour immer wieder füllen werden. Wer keine Flasche hat, muss dies im Vorfeld bekannt geben, damit wir genug Flaschen dabeihaben. Wir füllen nach Bedarf und tauchen in den flachen Bereichen oft zwei, bis drei Mal mit einer Flasche.

Klamotten:
Da wir in den Bergen noch teilweise sehr kühle Morgentemperaturen haben, ist warme Kleidung die im Zwiebellook getragen werden, am besten geeignet. Unbedingt auch Handtücher, Wechselkleidung für den Tag und vielleicht eine Wärmflasche für die Nacht mitbringen. Auch eine Thermoskanne leistet gute Dienste, wenn man aus dem kalten Bach aussteigt. Einfache funktionelle Kleidung, die warm hält und schnell zu wechseln ist, ist für die Tour hervorragend. Wer leicht friert, sollte sich für Hochland vielleicht noch eine Decke für die Nacht einpacken. Unbedingt aber auch Sonnencreme einpacken, denn wenn die Sonne scheint, hat man sich tagsüber schnell verbrannt, da wir viel im Freien sind.

Klima:
Die Temperaturen bewegen sich von frischen 2-6 Grad in der Nacht im Hochland der Abruzzen, über 10-16 Grad nachts im Tiefland und 12-16 Grad tagsüber im Hochland, bis 16-25 Grad im Tiefland bei Neapel. Grundsätzlich kann es immer mal wieder regnen, doch im Durchschnitt ist es eher sonnig und schön.

Weiteres:
Die Stromstecker in Italien sind wie bei uns. Die Spannung die Gleiche, somit muss man nichts weiter beachten. Italien gehört zur EU und damit kann man hier ohne Probleme wie zuhause telefonieren oder das Internet nutzen, vorausgesetzt, man hat einen entsprechenden Vertrag und Roaming eingeschaltet.

Im Preis enthalten:

  • 7 Ü/ 3x Frühstück im DZ (In den Apartments in Posta Fibreno gibt’s leider fallweise nur Kaffeemaschinen
  • geführte Tauchgänge in Capodaqua, wo ihr selbständig nicht tauchen dürft und den ersten TG in Narni zum Kennenlernen.
  • Ausnahmegenehmigung für Non Limit Tauchen in den Tauchverbotszonen, mit ordentlichem Briefing + Luft
  • 1-2 verschiedene geführte Scubingtouren inkl. aller notwendigen Zwischentransporte
  • alle Abendessen ohne Getränke
  • Eintrittskarten für Monte Casino, Schauhöhle usw.
  • Reiseleitung durch Armando, Franky und/oder Franz.

Zusatzkosten:

  • Sprit und Mautgebühren für ihr eigenes Auto
  • Bordkasse für gemeinsame Mittagsjause und Getränke abends ca. € 150,- bis € 170,- pro Person und Woche

Voraussichtlicher Reiseablauf, Änderungen vorbehalten (Umgekehrter Reiseablauf möglich): 

  • Sa: Anreise von Österreich nach Capestrano (Lago di Capo di Aqua)
  • So: 2 geführte TG im See und Besichtigungen in Capestrano
  • Mo: 1 Scubingtour, wenn wir wieder die Genehmigung erhalten, oder Höhlenbesichtigung bei L’Aquila, dann Quartierwechsel nach Posta Fibreno. Hier wenn möglich noch einen Tauchgang.
  • Di:  Tauchtag in Posta Fibreno, wo wir 4 Tauchplätze haben.
  • Mi: mind. 2 Tauchgänge im Lago di Vulcano und Besichtigung Monte Casino
  • Do: Tauchgänge in Posta Fibreno im See, Pond und Fluss
  • Fr:  Abfahrt Posta Fibreno, Scubingtour Fiume Cipolla und Weiterfahrt nach Narni
  • Sa:  2 TG’s in Salzwasserquelle bei Narni und anschl. Heimfahrt nach Österr.

oder umgekehrt.

Teilnehmer: min. 5 / max. 8 Gäste

Luftversorgung:
Immer mit dabei ist der kleine Bauer Junior II
Luftkompressor PN200 / PN300
Einstelldruck 225 bar / 330 bar
3-Stufenkompressor
Gewicht: 46 kg
100l/min
85 dB (A)
Erhältlich mit Wechselstromantrieb oder Benzin-Verbrennungsmotor
Preis: UVP ab 4.000 – 6.800 Euro je nach Ausführung
Fahrsatz optional erhältlich (UVP 590 Euro)
Weitere Infos: www.bauer-kompressoren.de 
 

Süßwassertauchen Al á carte: „Unbekanntes Italien“

Wer schon einmal im unglaublich Samaranger See abgetaucht ist, weiß was es heißt einen klaren See zu betauchen. Das dies noch getoppt werden kann, hätte ich nicht gedacht, bis ich bei einem Besuch bei Franz Pramendorfer am Traunfall die Bilder aus dem Lago di Capo d`Acqua gesehen habe. Der kleine See liegt mitten in den Abruzzen und damit auch im Zentrum von Italien. Die Bilder der versunkenen Mühle haben mich so fasziniert, dass ich kurzerhand eine Tour beim Franz buche.

Es ist Anfang Mai und ich mache mich gemeinsam mit meinem Tauchbuddy Peter auf den Weg, um Franz Pramendorfer und seinen Freund Franz Hajek bei Capestrano am zu treffen. Unsere Unterkunft liegt idyllisch direkt oberhalb des Sees in einem Weinberg weitab vom Lärm der Stadt und in absoluter Ruhe. Ein perfekter Start für die Tour und eine mentale Vorbereitung für die in den nächsten Tagen anstehenden Tauchgänge.

Gleich am nächsten Tag erleben wir italienische Mentalität live. Gegen neun Uhr sollten die Tore zur Tauchbasis öffnen und wir warten vor dem Eingang, denn die erste Gruppe geht auch geschlossen als erstes ins Wasser. Als nach und nach weitere Gruppen eintreffen haben wir schon Sorge, dass es zu viele Taucher im Wasser gibt. Ganz relaxed trudelt gegen 10 Uhr der Besitzer der Tauchbasis vor dem Tor ein, erklärt aber in Ruhe, dass wir uns keine Sorgen machen müssen. Er erlaubt nur immer eine Gruppe im See, damit es nicht zu viel Unruhe gibt und das Wasser möglichst lange klar bleibt.

Nur wenige Meter vom dicht mit Pflanzen bewachsenen Uferbereich erreicht man die versunkenen Reste zweier Mühlen. Vor der Flutung des kleinen Stausees, standen sie an der Quelle des Tireno, aber als man 1964 entschied, die Quelle zu stauen, um gesichert auch in der Trockenzeit Wasser zur Bewässerung der Felder zu haben, wurden sie quasi im See versenkt. Heute sind die verbliebenen Mauern eine perfekte Kulisse für Taucher und Unterwasserfotografen. Wir machen zwei Tauchgänge, bevor wir am Nachmittag unsere Sachen packen und alles in die nahegelegene Unterkunft zum Trocknen aufhängen, um dann hinüber nach Capestrano zu fahren. Die Stadt entstand nach der Errichtung der Burg im 13.Jahrhundert nach und nach auf dem Hügel rund um die Burganlage. Heute ist der Ort wie viele Gemeinden der Region am Verfallen. Nicht nur durch das letzte Erdbeben 2017 sind viele Bewohner in andere Regionen geflohen. Heute leben nur noch knapp 800 Bewohner hier, doch der Ort und das Tal haben ihren Charme. Das Klima ist milde und die Nächte auch im Frühsommer angenehm kühl. Wir erleben einen ausgelassenen Spätnachmittag mit leckerer italienischer Brotzeit und lassen den Tag gemütlich ausklingen. Der Urlaub kann beginnen.

Gemütlich nach dem Frühstück geht es erst einmal Richtung Westen nach Stiffe. Dort besuchen wir eine kleine Tropfsteinhöhle. Das Höhlensystem ist nicht besonders groß, jedoch sehr beeindruckend, da man entlang eines unterirdischen Baches weit in den Berg hineinlaufen kann. Wir haben viel Spaß und genug Zeit für tolle Fotos. Der anschließende Besuch einer kleinen traditionellen Trattoria wird zum Tageshighlight. Die Mama des Hauses kocht für uns auf und wir dürfen hausgemachte Nudeln verkosten.

Gegen Nachmittag geht es weiter nach Posta Fibreno, wo wir die wir die nächsten vier Nächte verbringen werden. Direkt am Quartier liegt der Lago Fibreno mit einem tiefen Quelltopf und einem glasklaren Zufluss. Gleich bei der Ankunft springen wir bei einer Mühle in den kleinen Zufluss. Dieser ist nur wenige Meter tief, dafür super klar und irre bewachsen. Direkt am Einstieg prangend ein großes Schild: Tauchen verboten. Franz lacht nur: „Wir dürfen natürlich tauchen. Armando, mein italienischer Freund und Biologe hat das für uns klargemacht“. Ja, was Beziehungen im Leben alles möglich machen.

Sowohl der Zufluss, wie auch der Speichertopf der alten Mühle sind ein optisches Paradies für Fotografen. Dicht bewachsen mit verschiedensten Unterwasserpflanzen und hier und da kleinen Fischen. Auch eine Nutriafamilie ist hier heimisch, doch vor die Linse bekomme ich sie leider nicht. Das Wasser ist recht frisch und mit nur 11 Grad im 7mm Anzug schon nach kurzer Zeit recht frisch. Da wir hier mehrere Tage verbringen werden, ziehe ich mich nach einer halben Stunde zurück und überlasse den anderen aus der Gruppe den kleinen Tümpel und das Bächlein. Danke des stetigen Zuflusses sind die von mir aufgewirbelten Partikel in kurzer Zeit verschwunden und auch die anderen Fotografen haben perfekte Sicht.

Den nächsten Tag verbringen wir am See und dem Zufluss des Lago Fibreno. Gegen Abend geht es hinauf in den Ort Posta Fibreno, wo wir einen herrlichen Blick über das Tal haben. Von hieraus sieht man auch die „schwimmende Insel“, die im Süden des Lago Fibreno je nach Wind umhertreibt. Ja, diese Insel schwimmt wirklich und das Baden dort birgt so seine Tücken.

Am nächsten Tag geht es weit in den Süden vorbei an der Stadt Cassino zum „Lago Vulcano“. Der kleine Teich liegt mitten im Ort und darf normalerweise auch nicht betaucht werden. Nur mit Sondergenehmigung und unter Aufsicht, dürfen wir hier ins Wasser. Unglaublich wie klar das Wasser der Quelle hier ist. Wie kleine Vulkane sprudeln hier kleine Quellen aus dem Boden. Der schwere Sand fällt sofort wieder zurück und das Wasser bleibt klar. Rund um die Quellen ist dichter Bewuchs, wodurch die Szenerie schon fast ein wenig tropisch wirkt, wäre da nicht das erfrischend kühle Waser. Nur 10 Grad stehen auf meinem Computer. Mit 7mm Neopren auch hier ziemlich schnell sehr frisch. Doch nicht nur ich lasse es mir nicht nehmen, zwei Tauchgänge zu absolvieren. Wann hat man schon die Möglichkeit so ein tolles Gewässer zu betauchen, auch wenn es nur wenige Meter tief ist.

Gegen Nachmittag geht es über das Kloster Montecassino zurück nach Posta Fibreno. Der Besuch des Klosters ist ein unbedingtes „Muss“. Die Geschichte eine Story für sich. Zurück am Lago Fibreno verbringen wir einen weiteren Tag. Aber nicht nur die Tauchgänge hier sind atemberaubend, auch die Herzlichkeit der Menschen und die tolle Gastronomie der Region. Ich könnte Wochen bleiben. Ob meine Waage zuhause das aushalten würde? Fraglich.

Am vorletzten Tag unserer Reise verlassen wir die Abruzzen und fahren weit nach Süden, fast bis Neapel, nach Fiume Cipolla. Hier liegt eine kleine Mehlmühle direkt an einem Bach, der es in sich hat. Nicht nur das Teile des Baches super dicht mit Schleimalgen bewachsen sind, auch finden sich hier Meeräschen ein, die in großen Schulen umherschwimmen. Der obligatorische Einkauf von frisch gemahlenem Mehl im Anschluss an die Tauchgänge gehört natürlich auch dazu. Am frühen Nachmittag geht es nach in ein Restaurant direkt am Meer. Fischliebhaber werden hier verwöhnt. Es gibt das Beste aus dem nahen Meer und der italienischen Küche. Gut gesättigt, müssen wir nun noch einige Kilometer bis nach Narni fahren. Der Ort liegt bereits nördlich der Abruzzen unweit der Autobahn. Wir verbringen eine letzte Nacht hier und besuchen am Abend in der mittelalterlichen Stadt. Das Abschlussabendessen ist ein weiteres kulinarisches Highlight auf der Reise.

Vor der Heimreise am letzten Tag wollen wir noch einmal abtauchen und besuchen eine weitere teilweise versunkene Mühle. Auch hier gibt es einen Rückhaltetopf, in dem man abtauchen kann. Obwohl nur gut fünf Meter tief und knapp 30 Meter lang gibt es hier wieder neue Dinge zu entdecken. Die Algen wachsen vom Grund bis an die Oberfläche und das bei absolut transparenter Sicht. Über die Wehranlage geht es in den angrenzenden Stausee, der größtenteils mit einer dicken Schicht Algen bedeckt ist. Unter der Algenschicht, die an der Oberfläche schwimmt, ist die Sicht glockenklar, so dass sich die Sonnenstrahlen wie Laserstrahlen durch die wenigen Öffnungen in den schwimmenden Algen schneiden. Was für eine tolle Fotoszene.

Natürlich geht es auf einer Reise von Franz Pramendorfer so gar nicht, dass man eine Tour einfach nur mit einer Verabschiedung beendet. Bevor wir uns alle auf den Weg zurück nach Hause machen, besuchen wir noch eine letzte Trattoria. Das Thema der Reise könnte statt „unbekanntes Italien“ auch „genussvolles Italien“ lauten. Franz weiß zu leben und zu genießen. Auch wenn das Tauchen im Mittelpunkt der Reise steht, so ist doch immer auch Kultur und Genuss ein super wichtiges Thema. So macht Tauchen und Reisen Spaß!

Im klaren Wasser