Reporter von GlobeDiver.ch

Robert Schmidt
https://pom-werbeagentur.de/fotografie

Reisedaten

Tour:
Madeira ist eine zu Portugal gehörende autonome Region im Atlantischen Ozean. Die als „Blumeninsel“ bekannte Hauptinsel hat eine Fläche von rund 741 Quadratkilometern, etwa 250.000 Einwohner und Funchal als Hauptstadt.

Geographie und Klima

  • Lage: Atlantik, ca. 900 km vom portugiesischen Festland und 600 km von der afrikanischen Küste entfernt.
  • Größe: ca. 57 km lang und 22 km breit.
  • Höchster Berg: Pico Ruivo (1.862 m).
  • Klima: Subtropisch mit ganzjährig milden Temperaturen

Übernachtung/Verpflegung:
Hotel Sentido Galomar, Canico de Baixo

Tauchbasis:
Manta Diving Madeira
direkt im Hotel Sentido Galomar, beim Pool

Ausrüstung/Anforderungen:
Ein halbtrockener Anzug mit 7 mm ist eine gute Wahl. Trocken tauchen geht auch. Von einem Naß-Anzug würde ich eher abraten. Der Atlantik ist halt keine warme Badewanne. Das ist aber natürlich nur eine persönliche Einschätzung.
Mit dem Schwell in den flacheren Bereichen sollte man klarkommen. Die Ein- und Ausstiege sind teils etwas abenteuerlich. Halbwegs fit zu sein ist auf jeden Fall kein Fehler.
Die Tauchplätze sind durchweg Anfängertauglich. Bei unserem Aufenthalt hatten wir keine nennenswerten Strömungen. Die Guides arbeiten sehr umsichtig und vorsichtig. Man hat immer das Gefühl gut betreut zu sein.

Madeira – der Mix machts

Das Flugzeug legt sich in eine schwungvolle Steilkurve. Wer einen Fensterplatz hat ist eindeutig im Nachteil. Der Eindruck man würde ins Meer stürzen ist doch sehr intensiv. Dann richtet sich die Maschine aus, setzt kurz auf und bremst rasant. Geschafft. Schnell wird klar, warum Piloten für diese Landung eine Spezialausbildung brauchen.
Willkommen auf Madeira! 😊

Wie der Landeanflug so ist die ganze Insel. Überraschend, schwungvoll, besonders.
„Nur“ Tauchen sollte man hier ausdrücklich nicht! Obwohl man angesichts der vielen Tauchplätze schon in Versuchung kommen könnte sich nur unter die Wasseroberfläche zu begeben.

Gibt man der Versuchung nach, versäumt man viel. Zu viel, meiner Meinung nach! Das absolute „Muß“ eines Mietwagens ermöglicht es wunderbar die Insel zu erkunden und kennen zu lernen. An der Stelle gleich der Tip, kein großes Fahrzeug zu mieten. Je kleiner, desto besser kommt man auf den Straßen der Insel zurecht. Denn die einzige wirklich breite Straße ist das kleine Stück Autobahn im Süden der Insel. Alles andere sind meist kleine, relativ enge Straßen mit zum Teil abenteuerlich anmutenden Steigungen. Traumhaft schön sind die gewundenen schmalen Strecken entlang der Steilküsten. Mut zur Nebenstrecke und etwas mehr Fahrzeit sollte das Motto sein.
Und nach Möglichkeit eine asymmetrische Zeitplanung im Verhältnis zu den Reiseveranstaltern. Oft lohnt es, z.B. morgens zu tauchen und erst Mittag auf Erkundungstour zu gehen. Dann sind die Busse und großen Reisegruppen meist schon weg und man hat viele Orte und Wege fast für sich allein.

Besonders beeindruckend ist die Fahrt auf einen der hohen Berge der Insel. Dabei durchquert man 3 Vegetationszonen und mit etwas Glück kommt man über die Wolken, die dann wie ein weißes Meer um die Berge der Insel ziehen. Grade wenn es unten an der Küste bedeckt ist, lohnt ein Blick durch eine der Webcams auf den Gipfeln. Scheint oben die Sonne, dann nix wie los.

Hier eine Aufzählung der Highlights zu starten, würde den Bericht sprengen und auch überhaupt keinen Sinn machen. Es gibt massenhaft Reisetips auf YouTube und den verschiedensten Reiseportalen. Schaut im Internet z.B. nach kleinen, unbekannten Lewadas und ihr werdet belohnt von Wanderungen der Extraklasse, ganz ohne Massenandrang. Es gibt außerhalb der Top 10 eine Vielzahl an schönen Zielen.

Unter Wasser zeigt sich der Atlantik von seiner typischen und mitunter schönsten Seite. Der Weg in die Fluten führt über die Tauchbasis bei der man sich eingebucht hat. Wir haben uns bei Manta Diving super wohl gefühlt. Die Technik und Ausrüstung sind bestens gepflegt. Es wird eine fundierte Ausbildung betrieben und wer hier seinen Tauchschein macht, kann anschließend garantiert richtig tauchen! Wirklich top!
Die geführten Touren zu verschiedenen Spots sind sorgfältig geplant und werden den Bedingungen angepaßt. Die Crew hat immer eine helfende Hand, wenn es nötig ist und kümmert sich mit einem freundlichen Lächeln um jeden Teilnehmer.

Die Unterwasserlandschaft ist geprägt vom vulkanischen Ursprung der Insel. Es gibt unzählige Spalten, kleine Höhlen, große Felsformationen. Mehr Abwechslung geht kaum. Der Bewuchs ist eher karg, aber dafür ist die Menge an Fisch um zu größer. Von tropischen Arten bis zu den typischen großen braunen Zackenbarschen gibt es alles zu bestaunen, was das Herz begehrt. Lediglich Großfischbegegnungen waren uns nicht vergönnt. Wundervoll sind vor allem die großen Fischschwärme.

Ein besonderes Highlight ist das Wrack der 85 m langen Korvette Afonso Cerqueira. Das Kriegsschiff wurde 2018 entsprechend präpariert und westlich von Funchal als künstliches Riff versenkt. Gefahrlos kann man das Innere des Schiffs erkunden und sich auf dem Rückweg zum Tauchboot an den Fischschwärmen in den Aufbauten erfreuen. Für Fotografen ein absoluter Place to be, wenn man auf Madeira ist.

Wir hatten bei unserem Aufenthalt leider etwas Pech mit der Sicht unter Wasser, da es davor viel geregnet hatte, aber selbst so war es ein echtes Erlebnis hier zu Tauchen. Ich kann die Basis und das Hotel nur wärmstens empfehlen und freue mich, wenn ich eines Tages wieder hier meine Bubbles zur Oberfläche schicken kann.

Blubb!

Robert Schmidt

Die 3 Vegetationszonen

In den Fluten